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Erfahrungsbericht: Winterdienst und Müllabfuhr

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Winterdienst und Müllabfuhr – das geht in diesen Tagen Hand in Hand. Verwundert über die Beschwerden einiger Dorstener

Morgens, halb zehn in Dorsten. Im Sozialraum des Entsorgungsbetriebs Dorsten löffelt ein Teil des Teams Winterdienst der Stadt Dorsten heiße Gulaschsuppe – natürlich auf Abstand.

Die haben die Chefs spendiert, als Dank für den großartigen Einsatz in den vergangenen Tagen, in denen das Thermometer nachts auch schon mal minus 14 Grad angezeigt hat.

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Trotz Eiszeit ist die Stimmung bei den Kolleginnen und Kollegen bestens. Grund ist auch eine Whatsapp-Nachricht, die an diesem Donnerstagvormittag von Mobiltelefon zu Mobiltelefon gesendet wird:

„40 cm Neuschnee in Mittel- und Norddeutschland: „Bleiben Sie im Haus“ und Verkehrschaos!

40 cm Neuschnee im Schwarzwald: Sandalen werden gegen festes Schuhwerk ausgetauscht!“

Beim Laden des Videos werden Daten an YouTube/Google uebermittelt.

80 bis 90 Prozent Mülltonnenleerungen

Der nicht ganz ernstgemeinte Text sorgt für Lacher. Auch bei Einsatzleiter Roland Kastl. Er ist nicht nur glücklich, dass Dorstens Straßenbeläge nach den heftigen Schneefällen nach und nach wieder sichtbar werden und dass 80 bis 90 Prozent der planmäßigen Mülltonnenleerungen stattfinden können.

80 städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Am allermeisten freut ihn, dass die Laune bei den rund 80 städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in diesen Tagen mit dem Winterdienst und der Müllabfuhr beauftragt sind, immer noch bestens ist. „Das ist von früh bis spät Arbeit am Limit und echte Höchstleistung. In die Muckibude muss nachher keiner mehr“ sagt er und lacht.

Winterdienst und Müllabfuhr – das geht in diesen Tagen Hand in Hand. Das ist echte Teamarbeit von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Entsorgungsbetriebs, des Bauhofs und der Grünflächenabteilung.

Müllabfuhr im Schnee Dorsten 2021
Tonne für Tonne, selbst wenn der Müll in der Tonne festgelebt war. Foto: Stadt Dorsten

Ziel: Zechensiedlung in Hervest

Roland Kastl klopft dreimal auf den weißen Tisch des Sozialraumes, der mittlerweile abgeräumt ist. Dann greift er zum Autoschlüssel. Das Ziel: Die Zechensiedlung in Hervest.

Hier sind seine Mitarbeiter Stefan Grümer, Tim Evers und Achim Zeegers gerade mit der Entleerung der schwarzen Tonnen beschäftigt. Links und rechts türmt sich der Schnee am Straßenrand, in der Mitte geht das Trio seinem Dienst nach.

Sie packen an -Tonne für Tonne

Dass in der einen oder anderen benachbarten Stadt die Müllabfuhr in diesen Tagen komplett abgesagt ist, interessiert sie nicht. Dass die eine oder andere Mülltonne zum Fahrzeug getragen werden muss, weil Schnee die Rollen blockiert, stört sie nicht. Sie packen an. Straße für Straße. Tonne für Tonne.

Winter-Dorsten-2021
Ein langer Tag für die Mitarbeiter des Winterdienstes und der Müllabfuhr neigen sich dem Ende zu. Foto: Lena Hinzmann

Gestreut – soweit das Salz reicht

An der Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/Burgsdorffstraße kommt ihnen Niklas Kleine-Hitpass in einem Streufahrzeug entgegen. Der junge Dorstener ist eigentlich Straßenwärter, in diesen Tagen ist das orangefarbene „Multicar“ sein Arbeitsplatz. Der Aufkleber mit der Aufschrift Winterdienst ist nicht zu übersehen. Vorne wird geschoben, hinten wird gestreut – soweit das Salz reicht.

Zu Wochenbeginn, erklärt Einsatzleiter Roland Kastl, hat es in Nachtstunden gar keinen Sinn gemacht, Salz zu streuen. Es war einfach zu kalt dafür. An der Vestischen Allee hat am Montag die Polizei die Straße sperren müssen, damit das Team Entsorgungsbetrieb, Bauhof und Grünflächenabteilung mit vereinten Kräften die Fahrbahn von Schnee und Eis befreien konnte. „Da konnte kein LkW mehr langfahren. Aber in einer halben Stunde hatten wir alles erledigt“, sagt Roland Kastl stolz.

Müllreste festgefroren – Bürger sagt nur: Müll

Er berichtet aber auch von Bürgern, die die Leistungen seiner Mitarbeiter in diesen Tagen offenbar anders bewerten. Zum Beispiel der Anrufer, der am Mittwoch wutentbrannt feststellte, dass seine Tonne doch nur zur Hälfte geleert worden ist. Die Erklärung, dass Müllreste wohl festgefroren waren, hielt der Bürger schlicht für: Müll.

Auch die Anruferin, die nicht minder wütend anmerkte, dass der Winterdienst etwas Schnee zurück auf den soeben freigeräumten Gehweg vor ihrem Haus geschoben hat, hat Roland Kastl nur höflich um Nachsicht in dieser besonderen Zeit bitten können. „Man wundert sich, was hier bei uns für Beschwerden landen und was sich unsere Mitarbeiter auch auf der Straße manchmal noch anhören müssen“, sagt Klaus Büscher, bei dem in der Einsatzstelle auf dem Hof des Entsorgungsbetriebs die Fäden zusammenlaufen.

Soeben hat er telefonisch koordiniert, dass an der Halterner Straße trotz dicker Schneeschicht sogar Sperrmüll abgeholt werden kann. „Ich versichere allen Bürgerinnen und Bürgern, dass wir mit allen Kolleginnen und Kollegen alles in unserer Macht Stehende tun, um für beste Verhältnisse zu sorgen“, sagt er.

Und damit auch die Dorstener bald wieder festes Schuhwerk gegen Sandalen tauschen können.

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