Corona und der Drang in die Natur: Die Wälder sind am Limit
Immer mehr Menschen suchen in der Pandemie-Zeit einen Ausgleich in der Natur. Bei schönem Wetter sind die Wälder und die Naherholungsgebiete rund um Dorsten beliebte Ziele. Doch das hat auch negative Folgen, denn viele Waldbesucher belasten die Natur zunehmend. Nun appelliert der Bund auf Rücksichtnahme.
Tiere, Wälder und Waldwege leiden unter dem massiv gestiegenen Ansturm von Spaziergänger, Jogger, Rad- oder Mountainbikefahrer.
Laut Bund quillen durch Einwegmasken und To-go-Verpackungen wegen geschlossener Restaurants die Mülleimer in Parks und Naherholungsgebieten über, viel Müll liege auch einfach so in der Natur.
Ruhezonen von Tieren gestört
Auch der Mountainbike-Sport habe in zeiten von Corona sehr viel Zulauf erfahren. Dadurch sind neue illegale Trails in den Wäldern entstanden. Die sind ein besonderes Problem, weil bei der Anlage in der Regel keine Rücksicht auf Schutzgebiete und Lebensräume genommen wird. Als Folge werden die Natur weiter zerschnitten und Ruhezonen von Tieren gestört.
Zusammenstöße mit Rehen vermeiden
Einen bundesweiten Zulauf in deutschen Wäldern stellt auch der Leiter Naturschutzpolitik des BUND, Magnus Wessel, fest. Besonders betroffen sind Grünanlagen und Wälder in der Nähe von Ballungsräumen. Hinzu kommt die Zeitumstellung, die den Zeitrhythmus der Menschen verändert. „Die Leute sind häufiger in der Dämmerung unterwegs, wodurch sich die Unfallgefahr, etwa mit Rehen erhöht“, sagt Wessel. Es gilt auch in Pandemiezeiten, Rücksicht zu nehmen und auf den markierten Wegen zu bleiben.
Doch trotz der zusätzlichen Belastung für die Wälder hat die Corona-Pandemie den positiven Effekt gehabt, dass die Menschen Grünanlagen und Wäldern als Erholungsräume mehr Wertschätzung entgegenbrachten. „Manchen Familien würde es viel schlechter gehen, wenn sie nicht die Gelegenheit hätten, das Grüne aufzusuchen.“
Belastung durch Müll nimmt zu
In Sachen Müllentsorgung gebe es laut Bund auch einen bundesweiten Trend, insbesondere beim Thema Masken. Die werden viel zu häufig sorglos weggeworfen. Das ist problematisch, weil die Masken aus Kunststoffgewebe sind und sich nicht selbst abbauen.
Für die Tiere im Wald sind die Masken vor allem deshalb gefährlich, weil die Gefahr besteht, dass sie sich in den Ohrschlingen verfangen und selbst strangulieren.
Bitte halten Sie sich daher an die alte Weisheit, im Wald nichts zurückzulassen als einen guten Eindruck. Alles andere sollten Sie wieder mit nach Hause nehmen und dort entsorgen.




























