Keine Angst vor dem Pieks: Die Kinderimpfungen im Dorstener Impfzentrum werden gut aufgenommen. In den Gesprächen merkt man, dass die meisten Eltern sich diesen Schritt gründlich überlegt haben. Am Ende überwiegt dann die Erleichterung – und es gibt viel Lob für das Impfteam.
Mit lustigen Schnurrhaaren strahlt der kleine Hamster den Betrachter an. Stolz zeigt er auf das Pflaster auf seinem Ärmchen, während sich fiese Coronaviren schaudernd abwenden. Kein Zweifel: Der lustige Impfhamster, gezeichnet von Claudia Esser, spricht auch nervöse Kinder beim Eingang in das Impfzentrum am Treffpunkt Altstadt sofort an.
Und das Maskottchen zeigt auch den Weg: „Schau mal, dort beginnt der Hamsterpfad“, erklärt eine freundliche Mitarbeiterin lächelnd einem Kind, das gerade mit seinen Eltern angekommen ist. „Versuche einmal, ob du ihm folgen kannst.“ Das Kind strahlt und läuft der Spur aus Hamsteraufklebern auf dem Boden hinterher. Auf dem Weg kommt die Familie an allen wichtigen Stationen vorbei. Zunächst werden die Daten aufgenommen und die nötigen Unterlagen überprüft. Impfpass, Krankenkassenkarte, alles dabei? Dann geht es weiter auf dem Hamsterpfad.

Ein Button für den Pieks
„Hier bin ich“, winkt ein gutgelaunter Arzt aus einem der mit bunten Postern kindgerecht verzierten Besprechungszimmer. Dem Kind fallen sofort die glänzenden Buttons auf, die der Mediziner auf seinem Pullover trägt. Der Arzt stellt sich mit seinem Vornamen vor und freut sich, dass die Hamster-Buttons bemerkt worden sind. „Du hast ja drei Stück“, staunt das Kind. „Ich wurde ja auch schon drei Mal geimpft“, schmunzelt der Doktor und nimmt sich dann in aller Ruhe Zeit für die Fragen der Eltern. Erst dann geht es los: Ein kleiner Pieks, ein Pflaster, und dann kann der junge Impfling in die Süßigkeitendose greifen. Zur Belohnung gibt es noch einen der begehrten Hamster-Buttons, der sofort an den Pullover geheftet wird.
Nun folgt die letzte Station auf dem Hamsterpfad: In einem geräumigen Raum können sich die Geimpften einen Moment ausruhen und sich von den Eltern vor einem großen Hamsterposter fotografieren lassen. Den Folgetermin für die Zweitimpfung haben sie da schon in der Tasche. „Ich war überrascht, wie problemlos alles geklappt hat. Man ist hier wirklich gut organisiert“, lobt eine Mutter, während der frisch geimpfte Sohn seine Belohnungs-Gummibärchen futtert.

Unterschiedliche Beweggründe
Die Motivationen für die Impfung sind bei den Familien unterschiedlich. Fast alle erzählen, dass sie sich die Entscheidung nicht leicht gemacht haben. „Wir haben uns erst einmal richtig schlau gemacht“, berichtet ein Vater. „Man hört ja leider auch viel Quatsch über die Impfung, auch von anderen Eltern, die ihre Kinder nicht geimpft haben.“ Letztendlich haben sie sich aber alle für den Pieks entschieden. „Wir möchten wieder ein wenig mehr Freiheit genießen und zum Beispiel unkompliziert einkaufen können“, erzählt ein Paar, das mit seinen drei Kindern zum Termin gekommen war.
Andere Eltern drücken ihre Sorge aus, dass sich das Kind im Kindergarten oder in der Schule anstecken könnte. „Es wäre sehr schwierig für mich, ihn daheim zu betreuen“, berichtet eine alleinerziehende Mutter. Viele Familien möchten ihren Kindern auch das Risiko einer Folgeerkrankung nicht zumuten oder ohne schlechtes Gewissen die Großeltern besuchen: „Die sind zwar geimpft, aber sicher ist sicher.“ Und manchmal sind es auch die Kinder selbst, die den Schritt wagen. „Meine beste Freundin ist auch schon geimpft“, verrät eine Elfjährige.
Erleichterung am Schluss
Nach dem Besuch des Impfzentrums fühlen sich viele Familien wie von einer Last befreit. „Ich bin schon erleichtert“, verrät eine Mutter. „Das hat wirklich sehr gut geklappt“, lobt ein Vater. „Wir haben uns hier sehr gut aufgehoben gefühlt und konnten auch über unsere Bedenken sprechen.“ Und so manches Kind ist stolz, als hätte es eine kleine Mutprobe bestanden. „Hat gar nicht wehgetan“, sagt ein Junge tapfer. Und dreht zufrieden an seinem neuen Hamster-Button.




























