Gut drei Jahre ist der Abbau des Originals her. Nun konnte der Tisa-Brunnen als Kopie am neuen Standort wieder aufgebaut werden. In einer kleinen Feierstunde wurde er am Samstag eingeweiht.
Der Tisa-Brunnen ist zugleich Mahnmal, Kunstwerk und Erinnerung an die Dorstener Ehrenbürgerin Tisa von der Schulenburg. Am Samstagvormittag stand er wieder im Mittelpunkt. Dechant Dr. Stephan Rüdiger von der Pfarrei St. Agatha segnete feierlich in einem kleinen Wortgottesdienst das Replikat des Tisa-Brunnens.

Über den Brunnen, so wie er nun im Schatten der Agatha-Kirche und den Bäumen steht, sei mehr über Tisa von der Schulenburg gesprochen worden als in all den Jahren zuvor, sagte Bürgermeister Tobias Stockhoff in seiner Rede. „Angefangen von destruktiven Leserbriefen bis hin zu empathischen und pragmatischen Macherinnen und Machern, haben wir im Vorfeld alles erlebt“.

Mahnmal und Kunstwerk
„Der Brunnen ist ein Mahnmal, aber auch ein Kunstwerk und Erinnerung an unsere Ehrenbürgerin“, fügt Stockhoff hinzu. Sein Dank gehe besonders der Initiative des Allgemeinen Bürgerschützenvereins Altstadt, der RAG Stiftung, allen voran Bernd Tönjes, der Firma Schulte Repel und der Kirche. Er hoffe, dass es zukünftig bei weiteren Planungen mehr Vertrauen der Bürgerschaft in den guten Willen der Stadtgesellschaft gebe. „Unmögliches kann möglich gemacht werden und deshalb sollten man manche Menschen einfach reden oder schreiben lassen“.

Die Altstadt-Schützen mit Oberst Hendrik Schulze-Oechtering waren von Anfang an federführend. Mit finanzieller Unterstützung durch Wir machen MITte Dorsten sowie die RAG-Stiftung konnte dieses Kunstwerk der Dorstener Ehrenbürgerin symbolträchtig wieder zwischen der Stadtpfarrkirche St. Agatha und dem Alten Rathaus errichtet werden. Sie waren auch die Antragsteller der Fördermittel im Beirat des Altstadtfonds „Wir machen MiTte“. Zugesagt wurden 101.150 Euro. Effektiv verbaut wurden jedoch laut Hendrik Schulze-Oechtering, 98.000 Euro.

Oberst Schulze-Oechtering betonte in seiner Rede, dass der Brunnen darüber hinaus auch für den bürgerschaftlichen Wohlstand der Stadt Dorsten stehe, die sich solcher engagierten Menschen glücklich schätzen dürfe.
Der Brunnen gehörte seit 1962 zum Stadtbild
Der Tisa-Brunnen war von künstlerisch gestalteten Betonplatten umkleidet, die Szenen aus der Geschichte Dorstens zeigten. Hier fanden sich die Römer ebenso wieder wie die Hanse. Auf den Platten wird über die Stadtrechtsverleihung wie auch die zahlreichen Kriegswirren berichtet. Sogar die Rückkehr der letzten Kriegsgefangenen nach dem zweiten Weltkrieg findet hier Erwähnung.
Fast sechs Jahrzehnte lang gehörte der Tisa-Brunnen zum gewohnten Stadtbild in Dorsten. Auch „Schwester Paula“, wie sie die Bergleute und viele ihrer ehemaligen Schüler noch nannten, kam hier bis zu ihrem Tod 2001 oft vorbei. So war es nicht verwunderlich, dass im Frühjahr 2020 um den Abbau des mittlerweile stark verwitterten Brunnens im Zuge des Altstadtumbaus erbittert gestritten wurde. Schließlich fand man eine Lösung: Die Tafeln fanden gemeinsam mit dem künstlerische Nachlass Tisa von der Schulenburgs im Tisa-Archiv an der ehemaligen Zeche Fürst Leopold eine neue Heimat.




























