Im Oktober beginnen in Wulfen auf der Levis Baustelle bereits die nächsten Bauschritte.
Wer öfters über die B58 von Wulfen nach Haltern fährt, kann den Fortschritt auf der Levi Strauss Baustelle von der Straße aus erahnen. Kurzum: Auf dem alten Gelände der Zeche Wulfen geht es weiter voran. Im April 2024 soll schließlich bereits der Betrieb aufgenommen werden. Der Baubeginn war im März 2022 und schon jetzt, nur ein halbes Jahr später, startet im nächsten Monat der erste Innenausbau.

Projektentwickler des Levis Gebäudes in Wulfen ist die DELTA Development Group. „Es ist deutschlandweit das erste Distributionszentrum, das vom Nachhaltigkeitsanspruch Cradle-to-Cradle inspiriert ist“, sagt Julian von Hodenberg. Er ist Senior Projektmanager bei Delta und der zuständige Projektentwickler des neuen Logistikgebäudes in Wulfen. Cradle-to-Cradle ist eine zirkuläre Bauweise, die den ökologische Fußabdruck so klein wie möglich halten will.
Viele Partner für ein ambitioniertes Bauprojekt
Ein innovatives Team steht neben Delta für den Bau in Wulfen bereit. Drees & Sommer, Bremer oder die Architektenteams von Quadrant4 und Phase5 sind nur einige, die hierdurch den anspruchsvollen Bauvorgang für Levi Strauss möglich machen.
„Damit nachhaltig gebaut wird, war eine ausgiebige Planung wichtig“, so von Hodenberg. Während der gesamten Planung standen Levis und die Delta Gruppe im Kontakt, um die Ideen des Bauvorhabens abzusprechen, erzählt der Projektmanager während des Rundgangs über die Baustelle.
Hundert Meter tiefe Bohrungen
Dabei zeigt er die Besonderheiten des zukünftigen Distributionszentrum auf, die es bis 2050 CO2 neutral machen. 100 Meter tiefen Bohrungen für die Geothermie ermöglichen das effektive Heizen und Kühlen der Hallen. Die Nutzung der Erdwärme aus dem zugänglichen Teil der Erdkruste zählt zu den erneuerbaren Energien.
Doch auch den Strom stellt Levis später eigenständig her. Der nicht begrünte Teil der Dachflächen trägt Solarpanels, die eine Leistung von 3,5 Megawatt erzeugen. Die Überproduktion an Strom zu Spitzenzeiten wie etwa im Sommer wird zudem ins allgemeine Stromnetz eingespeist.
Aber auch alte Betonfundamente der Zeche kommen wieder zum Einsatz. Die Betonteile wurden zerschreddert und sind zur Verdichtung des Bodens benutzt worden. Es wurden auch neue Wege und Versuche zur Wiederverwertung des Betons beschritten. So mischen die Ingenieure neuer Beton mit wiederverwerteten Schotter. Von Hodenberg: „Leider gibt es für solche neuen Wege keine Zertifizierung“. Damit setzt Levis und Delta die neuen Ideen bislang nur in nicht tragenden Bauteilen ein, wie etwa bei den Lkw-Stellflächen.
Selbst das Regenwasser wird wiederverwendet und in einer Zisterne gesammelt. Später wird das Wasser für die Dachbegrünung und auch zur Toilettenspülung gebraucht. Auch dieses Detail zeigt, wie komplex die Planung der Anlage ist.
Levis Gebäude wegweisend für die Zukunft
Das neue Logistikzentrum erhält infolgedessen die bekannte LEED-Zertifizierung in Platin für die Planung. LEED betrachtet verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit wie etwa Energieeffizienz oder Standortwahl.
Die hohe Zertifizierung zeugt hierzu vom Ideenreichtum bei der Planung des Zentrums. Levis als künftiger Arbeitgeber legt besonderen Wert auf die Qualität des Arbeitsumfelds. Somit erfüllt die Firma den WELL Building Standard. Und auch dort erreichte der Bau das Platin-Zertifikat. Raumluftqualität, Arbeitsplatzlautstärke, gute Beleuchtung aber auch ein gesundes Speisenangebot in der Kantine sind wichtig für diese Bewertung.

Im Oktober beginnt bei Levi Strauss der erste Innenausbau in den 27 Meter hohen Regalhallen. Dann beginnt auch der Guss der Bodenplatten und damit der Start des letzten großen Bauabschnitt mit dem markanten Bürogebäude. Bis zum April 2024 gibt es noch viel zu erledigen auf der Baustelle.




























