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Ein weiteres Stückchen Tisa von der Schulenburg in Dorsten

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Die Enthüllung des Kunstwerks über Dorstens Ehrenbürgerin Tisa von der Schulenburg. Foto: Anna Waterkotte

Tisa ist zurück in ihrer Stadt. Zwischen dem Alten Rathaus und der St. Agatha Kirche ist seit Freitag ein neues Kunstwerk über Dorstens Ehrenbürgerin Tisa von der Schulenburg zu bewundern.

„Heute ist ein besonderer Tag, denn exakt vor 50 Jahren hat Schwester Paula – Tisa von der Schulenburg – die Ehrenbürgerwürde der Stadt Dorsten erhalten“, so eröffnete Bürgermeister Tobias Stockhoff am Freitagabend seine Rede zum neuen Tisa Kunstwerk in der Dorstener Innenstadt.

Die Plastik von Kastulus A. Wolf soll Tisa und ihr Werk ehren. Schließlich hat sie an vielen Stellen in die Stadt Dorsten hinein gewirkt. Insbesondere hat sie sich gegen Not und Gleichgültigkeit, und für kritische Erinnerung etwa der Nazizeit eingesetzt. Gegen das Vergessen ist der Tisa Brunnen, in unmittelbarer Nähe zu dem neuen Kunstwerk, zwischen Kirchplatz St. Agatha und altes Rathaus, ein schönes Beispiel.

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Ein Gemeinschaftsprojekt

Dieses Kunstwerk angestoßen und begleitet haben Godehard Schmitz und der Dorstener Verkehrsverein. Ganz unter dem Motto: Es gibt so viele Kunstwerke von Tisa in der Stadt, aber keins über Tisa.

Damit das Kunstwerk überhaupt realisiert werden konnte, musste die Suche nach dem passenden Standort beginnen. „Wie das oft bei Standorten so ist, wird lange abgewogen und wir haben aus meiner Sicht einen passenden und würdigen Standort gefunden. Einen Standort, der die Kunst von Tisa und die Erinnerung an Tisa in wundervoller Art miteinander verbindet“, so der Bürgermeister.

Das Projekt benötigte viel Mitwirkung an unterschiedlichen Stellen. Es brauchte Menschen, die zusammen anpacken und die Leitung übernehmen. Es gab Gespräche mit all den Beteiligten: Mit der Kirchengemeinde St. Agatha. Den Altstadtschützen, die sich maßgeblich auch um den Tisa Brunnen gekümmert haben. Mit der Vertretung für Orts und Heimatkunde und dem Trägerverein altes Rathaus, die das Rathaus mit Kultur bespielen. Es mussten viele unter einen Hut gebracht werden, damit dieses Projekt zustande kommen konnte. „Umso mehr freue ich mich, dass wir heute hier sind,“ strahlte der Bürgermeister.

Finanziert wurde das Kunstwerk zu 50 Prozent aus dem Altstadtfond und von der Sparkasse Vest Recklinghausen sowie Wir machen MITte Dorsten.

Tisa ist ein Teil der Stadt

Auch die Sparkasse Vest setzt sich dafür ein, dass das Werk von Tisa lebendig bleibt. So gibt es zum Beispiel eine Tisa-Ausstellung in der Recklinghäuser Hauptfiliale der Sparkasse Vest. Dorstenes Ehrenbürgerin ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der Stadt Dorsten. Erst vor Kurzem wurde hier der „Tisa Preis“ verliehen und es gibt das Tisa Archiv an der Zeche Fürst Leopold. Sie ist ein wichtiger Baustein in der Erinnerungskultur der Stadt Dorsten. Tisa soll für die Zukunft erinnern, sowohl an „die dunklen Momente als auch an die hellen Sterne unserer Stadtgeschichte. Schwester Paula war so ein heller Stern“, sagte der Bürgermiester in seiner Rede.

Auch Altbürgermeister Lambert Luetkenhorst ,der Vorsitzende der Tisa-Stiftung ist, hielt eine kurze Rede zu Tisa und dem Kunstwerk. „Tisa ist zurück, in ihrer Stadt, auf unterschiedliche Art und Weise“, so der Altbürgermeister.

„Tisa steht“ und somit ist ein weiteres Dorstener Kunstwerk enthüllt.

Der Künstler Kastulus A. Wolf richtete seine Rede zur Eröffnung des Kunstwerkes an die vielen Unterstützenden des Projekts, aber erinnerte auch maßgeblich an Tisa von der Schulenburg. „Tisa und ihr Werk sind in Dorsten gegenwärtig. Ihre Botschaft und ihr Wirken so aktuell wie nie“, so der Künstler über Tisa.

Kastulus A. Wolf hat sich besonders in der Coronazeit mit zwei Künstlern beschäftigt: Mit Picasso und Tisa von der Schulenburg. „Picasso war menschlich gesehen ein Stinkstiefel, Tisa hingegen war in Ihrem Leben immer eine Persönlichkeit. Sie nahm das Leid der Menschen an und dokumentierte dann ihren werken. Schon in jungen Jahren zeige sie Mut und Verantwortung für die Themen, die wirklich zählen: Freiheit und Linderung des Leids“, beschreibt Wolf.

Die Bronze-Plastik des Künstlers Kastulus A. Wolf. Foto: Anna Waterkotte

Im Februar 2022 wurde das Thema einer wetterfesten, haltbaren Abbildung von Tisa aus Bronze erstmals an Kastulus A. Wolf herangetragen. Dieser beschäftigte sich dann intensiv mit Tisa und ihrem Ausdruck. Zusammen mit ihren Ordensschwestern ging Wolf Tausende Bilder durch, um ihr Gesicht studieren zu können, um genau Tisa zu treffen. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, so Wolf in seiner Rede.

Sieben Fotos wurden ausgewählt, die Gesichtselemente wurden analysiert und vermessen. Stirn, Wangen, Mund, Augen, Kinn, Mütze und die Nase hatten auf jedem der sieben Bilder eine eigene Botschaft. Das Gipsmodell stellte Wolf dann im April fertig. Um aber Tisa ganz genau abzubilden, lud er Zeitzeugen ein, die sie erkennen sollten und eventuelle Änderungen vorschlagen konnten. Es gab einige Anregungen, die dann so weit umgesetzt werden konnten, dass Anfang Juli das fertige Bronzekunstwerk bestaunt werden konnte. 

Pünktlich zum 50-Jahrestag der Ehrenbürgerschaft von Tisa von der Schulenburg steht das Kunstwerk über Tisa endlich für alle zu bestaunen.

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