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Fachhochschule des Mittelstandes zieht in Dorstener Campus

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Investor Luca Schlotmann, FHM-Vizepräsident Tim Brüggemann und Bürgermeister Tobias Stockhoff stellten die Zusammenarbeit zwischen Universität und der Firma Schlotmann vor. Foto: Christian Sklenak

Dorsten wird Universitätsstadt – jedenfalls im Kleinen, denn mit der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) wird auch eine angesehene Bildungsanstalt im Dorstener Campus Einzug halten. Das Konzept ist dabei noch völlig neu in Deutschland.

Beste Laune herrschte am Mittwoch im noch leerstehenden Campus, dem ehemaligen Toom-Gebäude. Investor Luca Schlotmann konnte Tim Brüggemann von der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) aus Bielefeld begrüßen. Zusammen möchten sie am Fernstudienzentrum Dorsten ein neues Bildungskonzept umsetzen, das es so in Deutschland noch nicht gibt.

Fernstudium manchmal „zu anonym“

Hintergrund ist das veränderte Studienverhalten seit der Coronakrise. „Wir haben gemerkt, dass viele Menschen eine flexiblere Berufsausbildung wünschen“, erklärt Brüggemann. Als Professor für Berufs- und Weiterbildungsmanagement und FHM-Vizepräsident hatte er den rasch wachsenden Anteil der Fernstudierenden natürlich bemerkt. „Inzwischen sind wir genau bei 50 Prozent angekommen“, erklärt Brüggemann. Allerdings sei die bislang übliche klare Trennung zwischen Präsenz- und Fernstudium nicht für Jeden geeignet. Der eher anonyme Charakter des Fernstudiums und die notwendige Selbstorganisation sei für manche Interessenten eine hohe Hürde, so Brüggemann.

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Fachhochschule des Mittelstandes
Professor Dr. Tim Brüggemann und Luca Schlotmann wollen den Dorstener Campus zu einem Fernstudienzentrum ausbauen. Foto: Oliver Borgwardt

Flexstudium als „bestes aus beiden Welten“

Deswegen habe der Bildungswissenschaftler ein Konzept entwickelt, das „das Beste aus beiden Welten“ vereinen soll. „Wir nennen es Flexstudium, denn heutzutage muss ja alles modern klingen“, erklärt Brüggemann mit einem fröhlichen Augenzwinkern. „Damit möchten wir die die Flexibilität des Fernstudiums mit der Unterstützung und einer Präsenz vor Ort kombinieren“.

Die Idee dahinter: Studenten können bei Fragen zum Studium und zur Organisation einen Ansprechpartner vor Ort finden, den sie auch persönlich aufsuchen können. Zudem soll es passende Räumlichkeiten geben, um sich mit Kommilitonen zu Lerngruppen oder für Hausarbeiten-Workshops zu treffen.

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Um dieses Konzept zu erproben, wurden bislang zwei Lernstandorte eingerichtet. Dass nun Bocholt und Gronau durch Dorsten ergänzt werden, ist der Zusammenarbeit von Tim Brüggemann und Luca Schlotmann zu verdanken. „Er hat mir von dem Campus-Projekt erzählt und es passte sofort wie die Faust aufs Auge“, erklärt Brüggemann begeistert. Auch Luca Schlotmann war von der Idee sofort angetan. „Als Unternehmer liegt mir der Wirtschaftsstandort Dorsten besonders am Herzen. Daher glaube ich, dass auch örtliche Betriebe von diesem Bildungsangebot profitieren werden“, so Schlotmann.

Schlotmann sieht Vorteile für den Wirtschaftsstandort Dorsten

Einen großen Vorteil für den Standort Dorsten sehen Brüggemann und Schlotmann in der zentralen Lage. „Für einen mittelständischen Betrieb mit vielleicht 15 oder 20 Mitarbeitern wäre es schwierig, wenn etwa eine Mitarbeiterin für die Weiterbildung weit fahren müsste und das auf Kosten der Arbeitszeit ginge“, gibt Tim Brüggemann zu bedenken. „Durch die räumliche Nähe und die kurzen Wege wäre dieses Problem gelöst.“ So wäre ein berufsbegleitendes Studium viel einfacher zu organisieren.

Luca Schlotmann pflichtet dem Professor bei: „Wir kennen das Problem mit den weiten Entfernungen aus eigener Erfahrung. Daher freuen wir uns darauf, auch für unsere Mitarbeiter vor Ort Weiterbildungsmöglichkeiten zu schaffen.“

Durch die Zusammenarbeit zwischen Investor und Fachhochschule soll der Dorstener Campus noch weitere wirtschaftliche Bedeutung gewinnen. Tim Brüggemann und Luca Schlotmann freuen sich auf die Zusammenarbeit. Foto: Christian Sklenak

Bürgermeister begrüßt das Projekt im Dorstener Campus

Bürgermeister Tobias Stockhoff begrüßt die Zusammenarbeit des Campus mit der Fachhochschule des Mittelstandes. Er sehe ebenfalls die Chance für kleine und mittelständische Betriebe in Dorsten, ihren Mitarbeitern nun eine Weiterbildung leichter zu ermöglichen. „Man spürt ja, dass viele Menschen sich weiterbilden möchten“, betont der Bürgermeister.

Auch wenn sich das Konzept vielleicht in der Praxis noch anders entwickeln würde als gedacht, hofft Stockhoff auch auf „positive Synergien für die Stadtverwaltung“. Er versprach, dass die Wirtschaftsförderung der Stadt Dorsten eng mit den Verantwortlichen zusammenarbeiten werde.

Derzeit steht das ehemalige toom-Gebäude noch komplett leer. Foto: Oliver Borgwardt

Bildungsangebote auch für Außenstehende

Nicht nur die Studenten sollen von den Angeboten der Fachhochschule profitieren, sondern auch die ganz normalen Dorstener Bürger. So soll es öffentliche Weiterbildungsseminare oder Bildungsveranstaltungen im Dorstener Campus geben. Dafür sollen die geplanten Konferenzräume in der ersten Etage des Campus genutzt werden.

Auf der ersten Etage sollen in den kommenden Monaten auch die ständigen Büroräume der FHM eingerichtet werden. Zudem kann die Fachhochschule die Konferenzräume für interne Seminare und Veranstaltungen nutzen.

Bauarbeiten haben sich verzögert

Derzeit steht das ehemalige toom-Gebäude noch komplett leer. Der Beginn der Umbauarbeiten hatte sich auch durch bürokratische Hürden immer wieder verzögert. Das soll sich in den kommenden Wochen ändern: Mit dem Umbau der unteren Etage soll noch dieses Jahr begonnen werden. Hier werden die Ladenlokale für die Discounter Netto und Action eingerichtet, zudem wird die alte Rolltreppe abgerissen. Luca Schlotmann ist aber zuversichtlich, dass der Campus wie geplant im kommenden Jahr eröffnet werden kann.

Mehr zum Dorstener Campus lesen Sie hier:

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