Alternative zur AfD demonstriert vor Aula

Dorsten. Die AFD ist bunt und nicht braun – Drei Bundestagsabgeordnete der Alternative für Deutschland kamen zum offenen Bürgerdialog in die Aula des Petrinum

Der Mensch habe keinen signifikanten Einfluss auf das Klima, sagte Gastredner und AfD-Bundestagsabgeordnete Michael Espendiller aus Reken.

Er war einer von drei geladenen Rednern bei der ersten öffentlichen AfD-Veranstaltung in Dorsten.

Petrinum Dorsten gegen AfD Dorsten

Der Platz vor der Aula war noch gut besucht von Gegendemonstranten, als gegen 19 Uhr am Dienstagabend die erste öffentliche Versammlung der AfD in der Aula des Petrinum stattfand. Unter den Demonstrierenden waren zahlreiche Jugendliche, die als Privatpersonen und Schüler des Petrinum diese Anti-Demo organisiert hatten.

Gegen Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus

Klare Kante und Stellung gegen Rechtsradikalismus, Rechtsextremismus und Populismus bezog auch die Gruppe „Wir in Dorsten gegen Rechts“ sowie die neu gegründete Partei „Die Partei-Dorsten“. Es blieb soweit friedlich und die Polizeibeamten vor Ort hatten, bis auf wenige Ordnungshinweise, keine größeren Einsätze.

Eine Schülerin des Petrinum wollte alleine nur durch ihre Anwesenheit ihren Unmut darüber kundtun, dass die Versammlung der AfD in der Aula des Petrinum stattfand. Sagen wollte sie öffentlich nichts, außer: „Ich schäme mich, zukünftig in die Aula zu gehen“.

Petrinum Dorsten gegen AfD Dorsten

Andere wiederum wollten zum Ausdruck bringen, dass sie gegenüber der AfD nicht schweigen dürfen. „Schweigen bedeutet Zustimmung“, sagte eine Frau aus der Gruppe „Wir in Dorsten gegen Rechts“.

Eine Stellungnahme von Marco Bühne, Ortsverbandsvorsitzender der AfD-Dorsten, zu der Frage, ob er denn überrascht sei, dass sich so viele Jugendliche gegen einen Bürgerdialog in der Aula aussprechen gab es nicht.

Petrinum Dorsten gegen AfD Dorsten

Boris Benkhoff von „Die Partei-Dorsten“ begrüßte es, dass, wie er es ausdrückte, so viele junge Menschen in Dorsten „den Hintern hochkriegen“.

Während draußen die Jugendlichen lautstark „Ihr könnt nach Hause gehen“ riefen, füllten sich die Reihen, nach einer gründlichen „Gesichtskontrolle“, in der Aula.

Rund 60 Personen füllten anfänglich die Sitzplätze. Einige Leute kamen später, darunter wenige Jugendliche, sodass zwischenzeitlich rund 70 bis 75 Besucher anwesend waren. Einige verließen zur Halbzeit die Aula wieder.

Petrinum Dorsten gegen AfD Dorsten

Letztendlich waren es doch weniger als erwartet. Der harte Kern der Zuhörer bestand aus Mitgliedern des Bundestages und deren Mitarbeitern.

Es hätten mehr seinen können. Kritik von Elke Langenbrink von AgR Schermbeck wurde darüber geäußert, dass keine Interessierten und Demonstranten zu der angeblich öffentlichen Veranstaltung eingelassen wurden. Nicht einmal Schülerinnen und Schüler.

AfD-ler sind die Bunten

„Wir werden den Beweis antreten, dass wir das Land bunt, statt Braun machen. Mit einem bunten Programm“, waren die Einleitungsworte des ersten Gastredners Jochen Haug, MdB und Rechtsanwalt. Es werde, so Haug weiter, teilweise alles von den Massenmedien falsch dargestellt, denn die AfD seien „die Bunten“.

Außerdem sei es ein Irrtum, führt Haug aus, dass die deutsche Demokratie für alle Menschen da sei. „Wir aber repräsentieren Demokratie und wollen diese nicht abschaffen, sondern ergänzen“, sagte er und forderte eine Grundsatzänderung.

Petrinum Dorsten gegen AfD Dorsten

Er verwies auf einen Antrag der AfD-Fraktion zu einem Gesetzentwurf zur Änderung des Grundgesetzes, mit dem Volksabstimmungen, Volksentscheide und Volksbegehren auf Bundesebene eingeführt werden sollen. „Das Volk soll im Rahmen einer Volksentscheidung über allgemeine Fragen entscheiden können. Das muss auch in Deutschland möglich sein und wir wollen dafür kämpfen“.

Applaus gab es am Ende aus den eigenen Reihen und zu seinem Schlusssatz: „Wie schön wäre es doch, wenn wir auch zwischen Euro und D-Mark abstimmen könnten“.

Petrinum Dorsten gegen AfD Dorsten

Fake-News Klimawandel

Klimawandel gebe es, aber dieser sei nicht von Menschen gemacht. Als Wissenschaftler und Mathematiker bezeichnete Michael Espendiller aus Reken, die Sorge um den Klimawandel als Fake News.

„Wir sagen, ja, es gibt einen Klimawandel. Darauf hat aber der Mensch keinen signifikanten Einfluss. Das Klima hat sich immer geändert, wie gerade. Es gab schon immer Kalt- und Warmphasen“.

Kein Klimawandel sagt die AfD

Seiner Meinung nach werden die derzeit geführten Debatten rund um Klima- und Umweltschutz zu sehr hysterisch geführt. Anhand von mehreren Grafiken erstellt, wie Espendiller betonte, von anerkannten Klimaforschern, versuchte er, diesen seiner Meinung nach sehr komplexen Bereich zu erklären.

Er hegte Zweifel daran, ob wirklich der Mensch für den Klimawandel verantwortlich sei. „Es sind ganz natürlichen Klimaschwankungen“, so der Bundestagsabgeordnete.

Petrinum Dorsten gegen AfD Dorsten

Wohlstand erhalten

Mit Blick auf den deutschen Kohlendioxid-Ausstoß rechnete er außerdem vor, dass der deutsche Kohlendioxid-Ausstoß global betrachtet nur einen verschwindend geringen Anteil am weltweiten Aufkommen ausmache.

So sprach er sich gegen eine CO2-Steuer aus. Diese koste laut seiner Berechnung, falls sie eingeführt werde, dem Staat insgesamt 4,6 Bill. Euro.

Das seien seiner Rechnung nach 300 und 600 Euro mehr, die jeder Bürger dafür bezahlen müsse. „Und dann soll auch noch das Fleisch besteuert werden. Man regiert in jedem Bereich schon wie in der damaligen DDR“. Auch hierfür gab es Applaus.

Sein Fazit lautete deshalb: Keine CO2 Steuer, Wohlstand erhalten und: „Wir, als offene und reisefreudige Bürger sollen auch weiterhin in der Welt herumreisen“. Und klar, Ziel der AFD es sei es, weiterhin zu recyceln und das Wissen mit der Welt teilen und dadurch die Umwelt schützen“.

Redner mit Migrationshintergrund

AFD-Bundestagsabgeordneter Martin F. Renner war der letzte Redner an diesem Abend. Er begrüßte die Zuhörer freudestrahlend mit einem „Grüß Gott“.

Eine Grußform, die in Süddeutschland verbreitet ist. Damit wolle er, wie er sagt, seinen Migrationshintergrund beschreiben, obwohl er schon seit 30 Jahren in der Diaspora in Haan bei Düsseldorf lebe.

Renner verwies auf die Wichtigkeit des „wertschaffenden Milieus“ der bürgerlichen Gesellschaft, um Deutschland und den demokratischen Rechtsstaat zu retten.

Er kritisierte Merkels Vorstellung von Politik. Diese sei laut Renner „alternativlos“ und er bezeichnete Merkel nicht mehr als Bundeskanzlerin von Deutschland, sondern als Kanzlerin der Planeten.

Er fragte, wie man aus einem Linksstaat wieder einen Rechtsstaat machen könne? Er bemängelte, dass Flüchtlinge von den Medien mittlerweile als Migranten benannt werden, und: „Wir können niemals offene Grenzen und gleichzeitig ein soziales System haben“.

Und Applaus gab es für den Satz: „Meine Damen und Herren. In einer Demokratie ist niemals eine Entscheidung alternativlos“.

Petra Bosse

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