Nachdruck historischer Chroniken an Regierungspräsidentin Feller übergeben
Die Chroniken sind eine interessante Veröffentlichung des Vereins für Orts- und Heimatkunde
Bei einem Besuch in Dorsten übergab der Verein für Orts- und Heimatkunde (VOH) Regierungspräsidentin Dorothee Feller nun ein Exemplar des Buches „Chronik der Stadt und Bürgermeisterei Dorsten“.
Zu diesem Treffen mit historischem Hintergrund hatten der VOH und Bürgermeister Tobias Stockhoff – selbst Mitglied im Verein – gemeinsam eingeladen.

Chroniken aus dem Bestand des Stadtarchivs Dorsten
Diese Chroniken aus dem Bestand des Stadtarchivs Dorsten beleuchten die Jahre ab etwa 1815 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Der VOH hat die spannenden Aufzeichnungen im letzten Jahr im Verlag für Regionalgeschichte als Buch veröffentlicht und so für jeden Interessierten zugänglich gemacht.
Die Chroniken sind verbunden mit der Geschichte der Bezirksregierung Münster, denn die Jahresberichte über das Geschehen in den Städten mussten von den Bürgermeistereien auf Geheiß der damals preußischen Verwaltung verfasst werden. Dies ist allerdings vor 200 Jahren nur in wenigen Orten so konsequent geschehen wie durch die Dorstener Bürgermeister Bernhard Gahlen und Franz Luck, die sehr authentische Schilderungen der Lebensbedingungen zu ihrer Zeit hinterlassen haben.
Kladden mit den Originalen
Dorothee Feller hatte etwas Zeit mitgebracht, um sich das Buch von Mitgliedern des VOH vorstellen zu lassen – und konnte auch die Kladden mit den Originalen einsehen, die Stadtarchivarin Christa Setzer mitgebracht hatte.
Die Regierungspräsidentin lobte das Engagement des Vereins für die lokale Geschichte. Die Ereignisse der Vergangenheit prägten Strukturen und Selbstverständnis einer Stadt. Sie zu erforschen, zu dokumentieren und in der Gegenwart lebendig zu halten, gehöre für viele Menschen zum Gefühl von Heimat. Genau dieses Thema nehme die neue Landesregierung nun stärker in den Blick.
Verwaltung vor 200 Jahren
Das Geschichte nicht einfach nur Vergangenheit beschreibt, sondern in die Gegenwart reicht, zeigten ihr die Chroniken in besonderer Weise: Aus den Texten ist auch ablesbar, wie Verwaltung vor 200 Jahren organisiert wurde; viele heutige Strukturen stammen aus dieser Zeit: Das Amt des Landrates etwa oder die Bildung von Regionalverwaltungen, aus denen die heutigen Bezirksregierungen hervorgingen.
Die Jahresberichte sind keine leichte Prosa, aber spannend allemal. Sie zeichnen das Bild einer lebendigen Stadt, die damals rund 3000 Einwohner zählt.
Und das Wetter ist es auch
Die Bürgermeister schreiben auf, was wichtig ist für die Menschen in dieser Zeit. Die Saat auf den Feldern ist wichtig. Und das Wetter ist es auch. Davon hängt ab, ob die Menschen eine reiche Ernte einfahren und gut über den Winter kommen können oder ob sie Hunger leiden müssen.
Bürger über 60 – es sind nicht viele – werden als „Alte“ geführt, 1824 wird erstmals in Dorsten die Hundesteuer erhoben. Oft ist die Rede von den Dorstener Schulen, damals wie heute eine wesentliche Aufgabe der Gemeinde.
Info: Das Buch „Chronik der Stadt und Bürgermeisterei Dorsten“ als historische Quelle zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist zum Preis von 24 Euro u.a. erhältlich in der Stadtinfo Dorsten, Recklinghäuser Straße 20.




























