Dorstener Fitnesstrainer ruft zur Bewegung auf

Dorsten. „Bewegung, gesunde Ernährung und die Stabilisation des Immunsystems sind entscheidend. Drei wertvolle Säulen für Körper, Geist und Seele.“, lautet das Credo von Andreas Schilasky (58). Er ist Personal Coach und Fitnesstrainer.

Doch gerade jetzt laufen die drei Säulen Gefahr, verloren zu gehen. Erst recht dann, wenn alles dicht machen muss; Fitnessstudios und Gruppensport auf der Verbotsliste stehen. Wir sprachen mit dem Mann, der den IronmanTriathlon in Hawaii erfolgreich gemeistert hat, in Afghanistan stationiert war und seit vier Jahren aus eigenem Engagement heraus Fitnesstrainer ist.

Ein Vorzeigeobjekt für Andreas Schilasky ist der Outdoor-Sportpark Fürst-Leopold-Allee.
Foto: André Elschenbroich

Was hält Andreas Schilasky von den politischen Maßnahmen?

Andreas Schilasky: „Nur Verbote halte ich für falsch. Für alle staatlichen Empfehlungen und Regeln bin ich generell offen. Dennoch sollten bei allen Beschränkungen Möglichkeiten geschaffen werden für das, was der menschliche Körper braucht. Und dazu gehören Ernährung und Fitness zur Gesunderhaltung. Wir sollten nicht auf das schauen, was wir nicht dürfen, sondern auf das, was möglich ist. Wir brauchen Ideen und eine Diskussion. Darüber, was wir tun können. Ein Beispiel: Die Stadt Dorsten könnte die Innenstadt von 17 bis 22 Uhr beleuchten und eine Laufstrecke aufbauen.“

Würde es dann nicht chaotisch werden?

Andreas Schilasky: „Nicht, wenn die Laufstrecke eine feste Struktur bekommt – und das Ordnungsamt oder Ehrenamtliche gezielt darauf achten. Es braucht feste Uhrzeiten. Für Familien, Kinder und Erwachsene. Dann kann unterwegs noch ein Salat abgeholt werden. Aber ohne Sport werden die Menschen übergewichtig und zählen wiederum zur Risikogruppe. Ich bin kein Virologe, aber ich weiß, dass sich Menschen bewegen müssen.“

Wie schnell baut der Körper ohne Sport ab?

Andreas Schilasky: „Zwei Wochen geht es gerade noch. Aber vor allem bei den älteren Menschen, die ja zur Risikogruppe zählen, muss man nach drei bis vier Wochen ohne Training ganz von vorne starten. Was machen all jene, die normalerweise viermal die Woche zum Training gehen und jetzt gar keinen Sport mehr machen? Es müssen Angebote geschaffen werden. Was ist mit den Sportanlagen? In der Dunkelheit spenden die Fluter Licht. Jetzt geht keiner mehr ab 16/17 Uhr raus, um Sport zu treiben, wenn es auf den Straßen dunkel ist. Das war im Sommer anders. Ich halte Outdoor-Sportparks für eine gute Lösung, aber auch hier braucht es mehr Beleuchtung in der Dunkelheit.“

Was hältst du von den Schließungen und dem Lockdown-Light?

Andreas Schilasky: „Es sind ja nicht nur die Fitnessstudios, die geschlossen sind. Dort achten die Menschen ja wirklich auf ihre Gesundheit. Sie kommen nicht zum Sport, wenn sie krank sind. Die Restaurants sind geschlossen. Dann kommt die Pizza nach Hause, wo die Familien vielleicht auf 80 Quadratmetern mit einigen Freunden zusammenhocken. Es haben nicht alle das große Haus mit viel Platz. Da entsteht eine Subkultur. Wir sehen doch, dass davon keiner was hat, weil die Fallzahlen weiter steigen.“

Was empfiehlt Andreas Schilasky?

Andreas Schilasky: „Wir müssen dahin kommen, die Menschen wieder zu motivieren und aufzubauen. Viele sind nur noch verängstigt! Sie hocken allein zuhause, hören Verbote und trauen sich nicht nach draußen. Vor allem Gemeinschaft ist doch für die Motivation entscheidend. Mit Abstand sollte alles möglich sein. Wenn wir unseren Kindern nur noch beibringen, die Hände zu desinfizieren und zu lüften und ihnen erzählen: Du darfst nicht zum Sport, werden sie doch konditioniert. Das bleibt im Kopf. Dabei muss doch das Immunsystem des Körpers gestärkt werden. Und wenn alle allein sind: Einsamkeit macht am Ende auch krank. Wir müssen lernen, mit der Situation anders umzugehen.“

Auch die Heimatmedien werden fitter. Online-Redakteur André Elschenbroich lässt sich von Personal Coach Andreas Schilasky inspirieren.
Foto: Marie-Therese Gewert

Was rät Andreas Schilasky den Dorstenern, die verunsichert sind?

Andreas Schilasky: „Jeder sollte Selbstfürsorge betreiben. Auf eine gesunde Ernährung achten und auch mal eine Mahlzeit ausfallen lassen. Es wäre falsch, sich mit Chips und Cola auf die Couch zu hocken und Fernsehen zu schauen. Auch im Winter können wir vieles an der frischen Luft machen und so oft wie möglich nach draußen in die Natur gehen. Mit der Familie. Mit den Kindern. Auf Abstand ist doch alles möglich. Mit Maske ist es das in meinen Augen auch. Ich würde mich freuen, wenn die Vereine ihre Sportanlagen öffnen. Jeder Stadtteil, jeder Verein sollte für sich überlegen, wie ihre Mitglieder aktiv bleiben können. Vielleicht finden sich so ja auch neue Mitglieder. Mittags können beispielsweise die Kinder auf der Sportanlage trainieren und abends die Erwachsenen. Mein Appell lautet: Gestaltet den Tag aktiv draußen. Alles mit Abstand nach den Regeln!“

Warum liegt dir das Thema so auf dem Herzen?

Andreas Schilasky: „Ich denke, Corona wird uns noch einige Zeit begleiten – und es ist nicht jeder für sich allein stark genug, sich aufzuraffen und Sport zu machen. Dann fällt vieles weg. Auf Dauer wäre das nicht gut. Wir müssen jetzt alle selbst aktiv werden und uns Lösungen suchen, um unsere eigene Gesundheit zu erhalten.“

Outdoor-Sportpark

Beim Interview am Outdoor-Sportpark Fürst-Leopold-Allee trafen wir auch auf Felix Bork. Er macht eine Chemikanten-Ausbildung und trainiert normalerweise im Injoy Fitnessstudio Dorsten. Momentan trainieren er und seine Fitness-Kompagnons draußen. „Mit Maske ist es für mich persönlich sehr unangenehm. Es ist schwieriger, am Ball zu bleiben und sich fit zu halten. Doch ich versuche es und hoffe, man nimmt uns nicht auch noch den Outdoor-Sportpark zum Trainieren.“

Felix Bork achtet durch regelmäßigen Sport auf seine Gesundheit. Hier hat heute Fitness-Trainer Andreas Schilasky ein Auge auf ihn.
Foto: André Elschenbroich

Info: Dreimal die Woche bietet Andreas Schilasky, Fitnesstrainer vom Atlantis Dorsten, TuS Gahlen und Dorstener TC ein Online-Training über eine Zoomkonferenz an: montags, mittwochs und freitags von 19 bis 20 Uhr.

Kreative Wege müssen gefunden werden.

Runter von der Couch und los geht‘s! Andreas Schilasky lädt Sie zu einem geplanten Zoom-Meeting ein. Thema: Persönlicher Meetingraum von Andreas Schilasky Zoom-Meeting beitreten

https://us02web.zoom.us/j/4019960584?pwd=MFRCYmRoUDJ3czc3RTZ0Y2ZwbXozdz09

Meeting-ID: 401 996 0584

Kenncode: 087535

Immer Montags, Mittwochs und Freitag von 19:00-20:00 Uhr Du brauchst:

  • Zoom (App runterladen)
  • 2 Wasserflaschen 1,5 Liter
  • Matte
  • 2 Stühle!
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Marie-Therese Gewert
Hallo, ich bin Marie. Schon während meines Studiums in Journalismus und Public Relations an der Westfälischen Hochschule schlug mein Herz für die Geschichten der Menschen. Als freie Mitarbeiterin war ich während meines Studiums stets für die WAZ Dorsten unterwegs. Danach zog es mich nach Kassel zum Volontariat bei der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen, kurz HNA. Nachdem ich in einer Kommunikationsagentur in Düsseldorf tätig wurde, entschied ich mich im Mai 2018 für die Selbstständigkeit. Seither arbeite ich für verschiedene Auftraggeber, journalistisch und beratend. Ich schreibe für dorsten-online.de, weil die Plattform von Menschen aus der Heimat für Menschen aus der Heimat gemacht wird. Ich freue mich, Sie mit Beiträgen und Informationen aus der Region versorgen zu dürfen. Anregungen, Fragen und Hinweise nehme ich gerne entgegen. Marie-Therese Gewert

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