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Arbeitsmarkt vor Umbruch: Millionen Babyboomer gehen in Rente

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Das Statistische Bundesamt (Destatis) warnt vor tiefgreifenden Veränderungen am deutschen Arbeitsmarkt. Bis 2039 werden nach aktuellen Berechnungen rund 13,4 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren überschreiten.

Das entspricht knapp einem Drittel der derzeitigen Arbeitskräfte. Besonders betroffen sind die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge, deren Ausscheiden erhebliche Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft haben dürfte.

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Weniger Nachwuchs: Jüngere können Lücke nicht schließen

Die jüngeren Generationen können den Wegfall der Babyboomer zahlenmäßig nicht kompensieren. Zwar weisen die 35- bis 44-Jährigen sowie die 45- bis 54-Jährigen mit 89 % bzw. 90 % die höchsten Erwerbsquoten auf, ihre Gesamtzahl bleibt jedoch deutlich unter der der Babyboomer.

2024 stellten die 55- bis 59-Jährigen mit 5,6 Millionen Erwerbspersonen die größte Altersgruppe am Arbeitsmarkt. Zusammen mit den 60- bis 64-Jährigen (4,4 Millionen) kommen sie auf rund 10 Millionen Erwerbspersonen – mehr als alle jüngeren Altersgruppen bis 54 Jahre zusammen. Die 25- bis 34-Jährigen erreichen dagegen 9 Millionen, die unter 25-Jährigen liegen wegen laufender Ausbildungsphasen noch darunter.

Erwerbstätigkeit Älterer steigt deutlich

Die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen ist in den vergangenen zehn Jahren spürbar gestiegen: von 65 % im Jahr 2014 auf 75 % im Jahr 2024 – ein Plus von 10 Prozentpunkten. In keiner anderen Altersgruppe fiel der Anstieg so deutlich aus:

  • 15- bis 24-Jährige: von 46 % auf 51 %
  • 25- bis 54-Jährige: von 83 % auf 85 %

Dieser Trend könnte helfen, den drohenden Fachkräftemangel zumindest teilweise abzufedern.

Früher Ruhestand bleibt weit verbreitet

Trotz der steigenden Erwerbstätigkeit verlassen viele ältere Beschäftigte den Arbeitsmarkt vorzeitig. Gründe sind u. a. gesundheitliche Einschränkungen, spezielle Rentenregelungen, Frühverrentungsangebote oder der Wunsch nach mehr Freizeit.

  • Mit 58 Jahren sind noch 82 % der Menschen erwerbstätig (2014: 74 %).
  • Mit 60 Jahren liegt die Quote bei 79 % (2014: 69 %).
  • Mit 62 Jahren arbeiten noch 70 %, mit 64 Jahren nur noch 46 %.
  • Mit 66 Jahren sinkt die Quote auf 22 %, mit 68 Jahren auf 16 %.

Herausforderung für Politik und Wirtschaft

Mit dem Renteneintritt der Babyboomer verliert der deutsche Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren fast ein Drittel seiner Fachkräfte. Jüngere Generationen können diese Lücke nicht füllen. Umso wichtiger werden Konzepte, die ältere Beschäftigte länger im Berufsleben halten, Fachkräftezuwanderung fördern und junge Menschen gezielt qualifizieren. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

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