31 Fragen stellen wir an die Bürgermeisterkandidaten in Dorsten. Weiter geht es mit der Frage 24 an die Kandidaten: Was bedeutet es für Sie, politische Verantwortung zu übernehmen, auch bei Rückschlägen oder öffentlicher Kritik?
Im Herbst 2025 wird in Dorsten ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Sechs Kandidaten stellen sich zur Wahl, mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, politischen Ausrichtungen und persönlichen Vorstellungen.
Es antworten:
- CDU – Tobias Stockhoff, amtierender Bürgermeister
- SPD – Julian Henning Fragemann
- Bündnis 90/Die Grünen – Claas Römer
- AfD – Jürgen Chmielecki
- Die PARTEI – Boris Benkhoff
- Die LINKE – Maurice Fröhlich

Tabus und unbequeme Wahrheiten
Was bedeutet es für Sie, politische Verantwortung zu übernehmen, auch bei Rückschlägen oder öffentlicher Kritik?
Tobias Stockhoff

„Das Bessere ist der Feind des Guten, sagt man. Rückschläge sind vor allem Chancen, dazu zu lernen. Kritik ist legitim und sollte nie persönlich genommen werden, sondern immer als sachlicher Beitrag verstanden werden.
Die politische Verantwortung besteht dann darin, subjektive und von Interessen gesteuerte Kritik von der objektiven und sachlichen Kritik zu unterscheiden, um ein Problem anders, vielleicht besser zu lösen. Ansonsten gilt: Bei Kritik sollte man immer gleich auch den besseren Weg mitliefern!“.
Julian Henning Fragemann

„Entscheidend ist, keine Verantwortung zu scheuen. Hilfreich ist dabei sicherlich ein Durchhaltevermögen“.
Claas Römer

„Wie bei der letzten Frage dargestellt, kann es Entscheidungen geben, die in der Öffentlichkeit nur schwer vermittelbar sind. Hier möchte ich zum einen Entscheidungen transparent begründen und zum anderen die langfristigen Chancen solcher Entscheidungen thematisieren. Wenn sich Entscheidungen aus der Vergangenheit im Nachhinein als falsch herausstellen, will ich diese dann auch klar als falsch benennen. Das ist gelebte Verantwortung.“
Jürgen Chmielecki

„Oft gibt es Themen, die über die Entscheidungsbefugnis des Bürgermeisters, oder die Stadt, oder das Land NRW hinausgeht.
Bei Themen, wo dem Bürgermeister oder die Stadt die Hände gebunden sind, werde ich werde ich dem Bürger die Entscheidung der übergeordneten Stelle mitteilen. Ich werde aber weiterhin versuchen, die übergeordneten Stellen davon zu überzeugen, dass die politische Thematik der Stadt Dorsten für die Bürger immens wichtig ist“.
Boris Benkhoff

„Das müsste ich im Einzelfall entscheiden. Für eine Kiste Bier im Bürgermeisterbüro würde ich selbstverständlich nicht zurücktreten. Bei schwereren Verstößen sieht das vielleicht schon anders aus. Grundsätzlich lohnt vermutlich ein Blick in den Jens-Spahn-Ehrenkodex der cdU. Da finde ich sicher praktische Hinweise, wie ich als Politiker mit sowas umgehen könnte“.
Maurice Fröhlich

„Aufgrund meines sehr ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein bin ich in meinem beruflichen Werdegang erst in Positionen mit Verantwortung gerutscht. Sei es die Position als Geschäftsführer eines Mittelständischen Automatisierungsunternehmen, die Tätigkeit als selbstständiger Projektleiter oder die aktuelle Position als angestellter Projektleiter.
Ich stehe für meine Überzeugungen bzw. Werte ein und bin in denen so stark gefestigt, so dass ich auf Kritik mit einer sachlichen Diskussion antworte“.
Morgen stellen wir die Frage 25: Wie würden Sie reagieren, wenn zentrale Projekte keine politische Mehrheit finden? Überzeugen, anpassen oder weitermachen?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.




























