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Auf einen Kaffee mit Sabine Poppe

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Sabine Poppe, Leiterin der Biologischen Station in Lembeck

Gibt es etwas Schöneres, als mitten in der Natur zu sein, den Vögeln zuzuhören und die Stille zu genießen? Und wenn dieser Ort auch gleichzeitig der Arbeitsplatz ist, umso besser. Sabine Poppe, Leiterin der Biologischen Station Kreis Recklinghausen e.V., nimmt hier mitten im Wald Aufgaben im Umwelt- und Naturschutz wahr.

Ein Leben im Einklang mit der Natur

Die gebürtige Hessin hat schon früh eine besondere Beziehung zur Natur entwickelt. Ihre Diplomarbeit schrieb sie an der Biologischen Station im Kreis Wesel über die seltene Gerandete Jagdspinne. Später erforschte die Biologin die Welt der Spinnen bundesweit in verschiedenen Naturschutzgebieten.

Sabine Poppe blieb zwar dem Thema Natur bzw. Biologie treu, wechselte jedoch das Tätigkeitsfeld. So arbeitete sie jahrelang als wissenschaftliche Redakteurin in verschiedenen Fachverlagen. Garten, Natur und Tiermedizin waren hier nur einige ihrer Themenbereiche.

Mutiger Neustart mit 58 Jahren

Nun, im Alter von 58 Jahren, wagte sie einen mutigen Neustart: Sie kündigte im Verlag und zog von Hannover nach Heiden. „Ich kannte das Konstrukt der Biostationen, daher war mir mein zukünftiges Aufgabengebiet nicht fremd und ich wusste, was auf mich zukommen würde“, erzählt sie mir.

Bereits seit dem 1. April dieses Jahres arbeitete sie sich in Verordnungen sowie Arbeits- und Maßnahmenpläne für die Schutzgebiete im Kreis Recklinghausen ein und konnte sich dabei stets auf die Unterstützung des bisherigen Stationsleiters Georg Tenger verlassen. Seit dem 1. Juli trägt Sabine Poppe offiziell die Verantwortung und weiß, dass sie viel Büroarbeit erwarten wird.

Artenvielfalt im Fokus

„Austausch mit Behörden sowie Arbeits- und Rechenschaftsberichte sind notwendig, um unsere Arbeit zu planen und zu dokumentieren sowie Tendenzen zur Entwicklung von Flora und Fauna zu erkennen. Welche Arten haben sich vermehrt, welche stark abgenommen?“

Wir haben alle bemerkt, dass beispielsweise die Anzahl der Insekten drastisch zurückgegangen ist. Somit sind natürlich auch insektenfressende Singvögel seltener anzutreffen. Auch der Kiebitz, der feuchte Lebensräume liebt, wird immer seltener beobachtet.

„Gegen das Insektensterben helfen oft ganz einfache Maßnahmen. Ein artenreicher Blühstreifen, der im Rasen stehengelassen wird, oder auch die Blühflächen der Stadt Dorsten, die wir beratend begleiten, sorgen dafür, dass das Summen zurückkehrt“, betont die empathische Biologin.

Erfolge und Herausforderungen im Naturschutz

„Der Rückgang vieler Pflanzen, Vögel, Reptilien oder Insekten wird ebenso von uns festgehalten, wie die Tatsache, dass im Kreis Recklinghausen schon mal ausgestorbene Arten wie Biber oder Fischotter vermehrt gesichtet werden. Wir ergreifen Maßnahmen zum Artenschutz, siedeln diese Tiere aber nicht aktiv an. Sie erobern ihre alten Lebensräume selbständig zurück, wenn die Bedingungen wieder stimmen.“

Wann immer es ihre Zeit erlaubt, begleitet sie ihre Kollegen ins Gelände. „So habe ich mit der Westruper Heide, der Lippeaue, dem Teichgut Haus Dülmen, dem Truppenübungsplatz Borkenberge sowie den Rhader Wiesen schon einige Naturschutzgebiete kennengelernt“, freut sich Sabine Poppe.

Ein Besuch der Biostation lohnt sich immer

Zum Schluss unseres Gesprächs weist sie darauf hin, dass das Außengelände der Station ganzjährig geöffnet ist. „Ob Sie nun am Teich sitzen, sich auf einen Rundgang durchs naturbelassene Gelände begeben, den seltenen Gotland-Pelzschafen beim Grasen zusehen oder sich über den Bauerngarten freuen, ein Abstecher zur Biostation lohnt sich immer, zumal der Hof am Hohe Mark-Steig liegt. Aber auch bei schlechtem Wetter ist die Biostation während der Öffnungszeiten einen Ausflug wert. Aktuell zeigen wir eine Ausstellung heimischer Pilze. Ab Ende August finden spezielle Veranstaltungen zum Thema Pilze statt.“

Angebote für Kinder und Jugendliche

Etwas vorher, am 4. August, lädt die Biostation in Kooperation mit der FBS Dorsten-Marl zum kostenlosen „Ferienabenteuer Natur“ ein. Kinder zwischen 12 und 14 Jahren können sich auf die Spuren der Wildtiere begeben. Die Anmeldung erfolgt über die FBS.

„Da wir mitten im Wald ohne Busanbindung liegen, ist es nicht immer einfach, junge Menschen für den Bundesfreiwilligendienst zu gewinnen. Ihr habt dennoch Interesse? Dann meldet euch gerne bei uns“, lädt Sabine Poppe naturverbundene Menschen ein, sich zu bewerben.

Mehr zur biologischen Station erfahren Sie hier: www.biostation-re.de

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Lokallust Dorsten, Ausgabe 07/2025.

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