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Bräuche zu Sankt Martin: Gänsebraten, Laternen, Stutenkerl

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Am 11. November ist Martinstag, und viele Kinder nehmen an den Laternenumzüge teil. Aber wer war Sankt Martin eigentlich, und warum kommt in vielen Familien Gänsebraten auf den Tisch? Warum gibt es die Laternenumzüge, und was hat es eigentlich mit dem Stutenkerl auf sich?

Am 11. November wird Martin von Tours (316-397) gedacht. Der spätere Bischof von Tours soll in seinen jungen Jahren als römischer Soldat in Nordfrankreich stationiert gewesen sein. Dort begegnete er laut der Legende einem nackten Bettler, dem er die Hälfte seines Mantels abgab. Nach dieser christlichen Tat soll Jesus dem Martin im Traum erschienen sein. Noch heute wird der Heilige als Beispiel für Nächstenliebe und Barmherzigkeit gesehen.

Laternen als Lichter in der Dunkelheit

Warum zum Sankt Martin Laternenumzüge stattfinden, ist nicht ganz klar. Zum einen gab es im Christentum schon lange Lichterprozessionen, so dass dieser Brauch vielleicht auch mit dem Heiligen Martin verbunden wurde. Mit seiner guten Tat, so argumentieren viele Gläubige, habe er „Licht in die Dunkelheit“ gebracht. Andererseits war es in vielen ländlichen Gebieten Brauch, sich zum Abschluss der Erntezeit zu einem Feuer auf dem Feld zu versammeln, um symbolisch Abschied von der Erntezeit zu nehmen. Da liegt es nahe, dass man diese Tradition mit einem christlichen Heiligen verknüpft haben könnte.

Laternen
Bunte Laternen. Foto: pixabay

Gänse als „Verräter“

Die Geschichte von Mensch und Gans ist uralt. Es waren schon die alten Ägypter, die glaubten, dass die Seele des verstorbenen Pharao in Form einer Gans zum Himmel aufsteige. Entsprechend würdigten sie die heiligen Tiere, hielten sie in Tempeln und brachten sie als hochgeschätzten Braten auf den Tisch. Eine andere Legende verknüpft sich mit dem 11. November, dem Martinstag, als traditionellem Termin zum Verzehr des leckeren Geflügels.

Der heilige Martin, der den Mantel mit dem armen Mann teilte, war der Legende nach von besonderer Bescheidenheit. Als er daher zum Bischof von Tours gewählt wurde, flüchtete er vor den Boten in einen Gänsestall. Aber die Tiere schnatterten so laut, dass er entdeckt wurde. So musste er den Bischofsposten annehmen und wurde einer der am höchsten verehrten Würdenträger in der Geschichte der Kirche. Legende hin oder her, seitdem steht zum Gedenken an den Heiligen ein köstlicher Gänsebraten mit leckeren Beilagen auf vielen Tischen.

Gänsebraten Martinsgans
Gänsebraten. Foto: pixabay

Beginn der Fastenzeit vor Weihnachten

Ein anderer Grund, warum es zu Sankt Martin Gänsebraten gibt, ist der christlichen Fastenzeit vor Weihnachten, dem Advent, geschuldet. Gänse werden Anfang November in der Regel schlachtreif, und viele Familien gönnten sich vor dem Beginn der 40 Tage andauernden Fastenzeit noch eine besondere Mahlzeit. So lag es nahe, sich eine Gans küchenfertig zu machen.

Süßes Gebäck zu Sankt Martin: Der Stutenkerl

Dieser Fastenzeit dürfte auch der Brauch entsprungen sein, den Kindern vor dem Martinsfest einen Stutenkerl zu schenken. Das süße Gebäck ist einfach herzustellen und ein gern gesehenes Präsent vor der langen Zeit des Verzichtes vor Weihnachten. Die Form als Männlein sollte wohl ursprünglich einen Heiligen, etwa Sankt Martin oder den heiligen Nikolaus, darstellen. Die Tonpfeife kam im Laufe der Jahrhunderte hinzu. Wie bei vielen Volkstraditionen ist auch hier der Ursprung nicht hundertprozentig geklärt. Oft gilt er als Symbol für den Bischofsstab. Eine andere Erklärung ist die Deutung der Pfeife als klassisch männliches Utensil, was die Backfigur als „Kerl“ kennzeichnete.

Der Stutenkerl ist dabei nicht überall mit Sankt Martin verknüpft. In manchen Regionen gibt es ihn erst zum Nikolaus, ohne Pfeife oder mit Hut. Wiederum anderswo ist eher salziger Teig statt Rosinenstuten üblich, und anderenorts gibt es statt dessen Martinsbrezeln zum 11. November. In unserer Region hat es sich allerdings vielerorts eingebürgert, sowohl zu Sankt Martin als auch zum Nikolaus Stutenkerle an die Kinder zu verschenken.

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