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Die Geschichte von St. Martin von Lambert Lütkenhorst zum Vorlesen

Veröffentlicht am

St. Martins-Geschichte zum Vorlesen von Lambert Lütkenhorst

Altbürgermeister Lambert Lütkenhorst liest auch diesmal wieder beim Lichterfest die Geschichte vom Heiligen St. Martin vor.

Die Legende des Heiligen Mannes, leicht von Lambert Lütkenhorst abgeändert, eignet sich hervorragend zum Vorlesen.

Am 11. November finden überall Martinsumzüge statt. Die Kinder laufen dann mit ihren selbstgebastelte Laternen durch die Straßen und singen Martinslieder. Mit dabei ist immer ein Reiter mit prachtvollem Mantel auf einem Pferd. Er stellt den Sankt Martin dar. Denn ihm zu Ehren feiern wir das Martinsfest.

Heilige St. Martin
Foto: Petra Bosse

Wer aber war eigentlich St. Martin?

Laut der katholischen Kirche hieß er eigentlich Martin von Tours. Geboren wurde er 316 oder 317 in Savaria, das damals zum römischen Reich gehörte und heute zu Ungarn. Sein Vater war ein römischer Offizier und deswegen musste auch Martin gegen seinen Willen zum Militär. Schon mit 15 Jahren wurde er als Leibwache bei Kaiser Konstantin eingestellt.

Und hier die Geschichte von Lambert Lütkenhorst

Als der kleine Martin geboren wurde, freute sich sein Vater, dass es ein Junge war. Er wollte, dass Martin später auch einmal Soldat sein würde, so wie er.

Martin aber spielte viel lieber und war immer nett zu anderen Kindern. Er teilte sein Spielzeug mit anderen. Martins Eltern hatten viel Geld und kauften ihm viele Sachen. Und er verschenkte vieles an andere, die nichts hatten. Es tat ihm immer leid, wenn andere hungerten und er gab auch immer heimlich den anderen Kindern von seinem Essen ab. Wenn seine Eltern das manchmal merkten, schimpften sie mit ihm, dass er nicht alles anderen geben sollte, sonst würde nicht genug für ihn bleiben.

Martin ging in die Armee

Aber Martin machte immer weiter so. Das gefiel seinem Vater nicht. Er wartete, bis Martin 15 Jahre alt war, und schickte ihn dann zur Armee. Der Vater lachte und sagte, dass es ihm dort gefallen werde und er ein richtig harter Kämpfer sein würde. Martin aber meldete sich bei der Armee gleich als Krankenpfleger und half kranken oder verletzten Soldaten. Das gefiel ihm viel besser als dass er in den Krieg ziehen sollte. Dort half er vielen Menschen. Und alle mochten ihn und waren dankbar für seine Hilfe. In einem Jahr zog die römische Armee in eine kalte Gegend.

Martin trifft einen Bettler

Dort froren die Menschen sehr und viele hatten nicht genug zu essen oder hatten keine Häuser mehr, weil durch den Krieg vieles kaputt war und es nur wenig zu essen gab. Eines Nachts kam Martin spät zurück in die Stadt, wo die Armee schlief. Da traf er am Tor auf einen Bettler, der fast keine Kleider hatte. Martin hielt sein Pferd an und der Bettler rief ihm zu: „Hilf mir doch in meiner Not!“ Lied „Helft mir doch in meiner Not“.

Da stieg Martin von seinem Pferd und zog sein Schwert. Der Bettler bekam einen Schreck und dachte, Martin wollte ihm mit dem Schwert weh tun. Aber Martin nahm seinen Mantel und schnitt ihn mit dem Schwert in zwei Hälften. Dann reichte er dem Bettler die eine Hälfte des Mantels. Mehr hatte Martin nicht dabei für ihn, aber er wusste, dass der Mann jetzt nicht mehr erfrieren konnte. Der Bettler war sehr glücklich und dankte Martin für seine Güte. Martin tat der Mann aber immer noch sehr leid und er ritt traurig in die Stadt, weil er ihm nicht noch mehr helfen konnte. Martin ging schlafen.

Ein Engel erschien im Traum

In der Nacht wachte er auf, weil es plötzlich ganz hell in seinem Zimmer wurde. Er bekam einen großen Schreck. Dann sah er, wie ein Engel mit dem halben roten Mantel zu ihm ans Bett trat. Martin hatte wirklich Angst und wusste nicht, was das bedeuten sollte. Der Engel sprach zu ihm: „Hab keine Angst. Gott schickt mich. Du hast ihm geholfen, als du dem Bettler den halben Mantel gabst.“ – „Aber das war doch nicht Gott, sondern nur ein Bettler.“ – „Ja, aber wenn du einen Menschen vor dem Tod rettest oder einem Armen hilfst, dann ist das für Gott so eine Freude als hättest du ihm geholfen. Wer Gutes tut, der macht Dinge so, wie Gott es möchte. Und das sehen auch andere Menschen und du wirst erleben, dass du bald von vielen Menschen für Deine große Menschenliebe gefeiert wirst.“ – Und der Engel begann zu singen: Lied „Durch dich hat der Himmel den Armen umarmt“.

Nachdem der Engel gesungen hatte, verschwand er und ging in jedes Haus in der Stadt. Er flüsterte im Schlaf allen Menschen ins Ohr, was Martin Gutes getan hatte und dass er doch zum Bischof der Stadt ernannt werden solle. Am nächsten Tag, als Martin aufwachte, hörte er in der Stadt eine große Aufregung. Er wunderte sich, was da los war, und schaute aus dem Fenster. Da sahen ihn die Menschen, die alle vor seinem Haus versammelt waren. Und sie riefen laut: „Martin, Du bist ein guter Mensch. Wir wollen, dass du Bischof wirst in unserer Stadt.“ Martin bekam einen Schreck und ging schnell in sein Haus. Aber die Leute riefen lauter und klopften an seine Tür. Schnell rannte er weg aus dem Haus und aus der Stadt. Er wollte nicht so ein wichtiger Mann in der Stadt sein, und für ihn war die Verantwortung zu groß.

Wenn St. Martin unser Herz erreicht…

Die Menschen sangen vor dem Haus ein wunderschönes Lied, weil sie so glücklich waren, dass Martin bei ihnen war, und so sangen sie alle: Lied „Wenn der Himmel unser Herz erreicht“. Wenn der Himmel unser Herz erreicht, wird das Dunkele hell, das Schwere leicht, wird das Schwache stark und die Seele reich, wenn der Himmel unser Herz erreicht. Wenn St. Martin unser Herz erreicht, geht’s dem Bettler gut, und wir kriegen Mut, weil Gott Engel schickt in unsre Welt, und die Liebe uns zusammenhält. Und wir zünden unsre Kerzen an, und vertrauen ganz dem Martinsmann der uns fröhlich macht und das Herze lacht, der nun endlich Bischof werden kann. Wenn der Himmel unser Herz erreicht, wird das Dunkele hell, das Schwere leicht, wird das Schwache stark und die Seele reich, wenn der Himmel unser Herz erreicht.

Martin soll Bischof werden

So lief er aus der Stadt hinaus, um sich zu verstecken. Er lief und lief, bis er zu einem Gänsestall kam. Hier lief er hinein und dachte, dass ihn hier niemand finden würde. Die Leute aus der Stadt hatten inzwischen sein ganzes Haus abgesucht und fanden ihn nicht. Da liefen auch sie aus der Stadt und suchten ihn. Sie kamen in die Nähe des Gänsestalls. Aber sie wollten erst gar nicht hineingehen. Da fingen aber die Gänse plötzlich an ganz laut zu schnattern. Die Leute liefen schnell hin, um zu schauen, was da ist. Und da entdeckten sie Martin. Und sie freuten sich und umarmten ihn und sagten ihm, dass er jetzt unbedingt ihr Bischof sein solle.

Da erinnerte er sich an die Worte des Engels und er stimmte zu. So wurde Martin Bischof in der Stadt und es wurde ein großes Fest gefeiert. Er tat sehr viel Gutes und half allen Menschen in der Stadt, denen es schlecht ging. Niemand musste mehr frieren oder hungern. Martin wurde sehr alt. Und allmählich ließen seine Kräfte nach und er war nur noch sehr müde, aber glücklich. In den letzten Jahren hatte er sich besonders um die Kinder gekümmert und ihnen viel Gutes getan.

Laternen St. Martin

Die Engel nahmen Martin in ihre Mitte

An einem Abend nun lag Martin auf seinem Bett und Gott sprach zu ihm durch den Engel: „Lieber Martin, dein Weg ist nun zu Ende auf dieser Erde. Wir Engel werden dich jetzt zu Gottvater in den Himmel holen.“ Da kam ein großes Licht vom Himmel, das überall in der Stadt erstrahlte. Alle Leute wunderten sich und schauten auf das Haus von Martin.

Dort war das Licht am stärksten. Dann nahmen die Engel den Martin in ihre Mitte und stiegen auf zum Himmel mit ihm. Als das Licht schwächer wurde, zündeten die Menschen in der Stadt überall Lichter und Lampions an, um an Martin zu denken und an all das Gute, was er getan hatte. So machten die Menschen das dann jedes Jahr am Martinstag und dachten an Martin.

Und so machen wir es bis heute. Und wir erinnern uns auch in einem Lied an Martin. Lied „Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“

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