Bürgerbegehren gegen Abriss und Neubau des Kreishauses in Recklinghausen

 „Die Leute diskutieren. Sie wollen ihrer Empörung Luft machen“, sagt Ludger Samson von der CDU.

Dorsten. „Die Menschen regen sich auf – und das ist richtig so“, findet Samson. Er stand am vergangenen Samstag als besorgter Bürger auf dem Marktplatz – und ist gegen den Beschluss des Kreistags, der einen Abriss und Neubau des Kreishauses in Recklinghausen vorsieht.

130 Millionen Euro inklusive Ausstattung koste dieser. Die CDU schreibt: „Stoppt den Wahnsinn“.

Schön gerechnet

Das heutige Kreishaus habe einen Buchwert von etwa 32 Millionen Euro. Dieses Eigenkapital soll laut CDU „einfach so vernichtet werden und steht zur Entlastung der Städte nicht mehr zur Verfügung“. Ein Neubau wäre die teuerste Variante. Werde schön gerechnet. Mit einer Abschreibungsdauer von 80 Jahren.

Viele Dorstener, die sich auf dem Marktplatz tummeln, halten die Ausgabe für eine Steuerverschwendung. „Das ist eine Ausgabe, unter denen die Städte leiden“, sagt der eine. „Dann zahlen unsere Kinder und Enkelkinder noch dafür ab“, sagt der andere. Im Falle eines Neubaus würde den Städten bis zu 30 Millionen Euro entzogen werden.

Bürgerbegehren Dorsten Kreishaus

Sanierung deutlich günstiger

Auch im Schreiben des Bürgerbegehrens „Sanierung statt Neubau“ steht: „Das alte Kreishaus soll nach nicht einmal 40 Jahren abgerissen werden“. Eine Sanierung wäre dagegen deutlich günstiger. Laut CDU würde eine Investition von rund 20,52 Millionen Euro für eine Sanierung realisierbar sein.

Auch Samson betont: „Man bekommt für 35 Millionen Euro eine sehr gute Sanierung“. Er bekommt Rückenwind: Zahlreiche Einwohner Dorstens unterstützen den Protest und tragen sich ein. „15.000 Unterschriften bekommen wir locker zusammen“. Diese reichen aus, um das Bauvorhaben erstmal auf Eis zu legen.

Luftbild_Kreishaus Recklinghausen
Foto: Kreis Recklinghausen

Gerade in der heutigen Zeit, wo es überall an Geldern fehle, wäre der Neubau eine Fehlinvestition. Es sei viel wichtiger, vor Ort gute Schulen und Kitas zu unterstützen. Soziale Projekt und Menschen, die hinter wertvollen Projekten stehen. Ein Kreishaus neuzubauen stehe dabei ganz hinten an.

QUELLEMarie-Therese Gewert
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Marie-Therese Gewert
Hallo, ich bin Marie. Schon während meines Studiums in Journalismus und Public Relations an der Westfälischen Hochschule schlug mein Herz für die Geschichten der Menschen. Als freie Mitarbeiterin war ich während meines Studiums stets für die WAZ Dorsten unterwegs. Danach zog es mich nach Kassel zum Volontariat bei der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen, kurz HNA. Im Dezember 2017 wurde ich in einer Kommunikationsagentur in Düsseldorf tätig. Im Mai 2018 entschied ich mich für die Selbstständigkeit. Seither arbeite ich für verschiedene Auftraggeber, journalistisch und beratend. Ich schreibe für dorsten-online.de, weil die Plattform von Menschen aus der Heimat für Menschen aus der Heimat gemacht wird. Ich freue mich, Sie mit Beiträgen und Informationen aus der Region versorgen zu dürfen. Anregungen, Fragen und Hinweise nehme ich gerne entgegen. Marie-Therese Gewert

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