Bürgerschützenverein Holsterhausen 53 gedenkt der Toten

Kein Schützenfest 2021 – Bürgerschützenverein Holsterhausen 53 gedenkt der Toten auf dem Waldfriedhof.

Alle zwei Jahre feiert der Schützenverein Holsterhausen 53 sein traditionelles Fest. An diesem Pfingstwochenende wäre es wieder soweit gewesen, aber Corona machte auch hier einen dicken Strich durch die Rechnung.

„Das schmerzt, aber es weckt auch neue Hoffnung auf schönere Tage, wo wir wieder gemeinsam feiern können“, so der Vorsitzende Ingolf Indenbirken.

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Tobias Prosts Oberst-Schützenverein 53

Grundgesetz

Stattdessen legten die 53er am Samstag traditionell einen Kranz in Gedenken der Toten auf dem Waldfriedhof nieder. Dabei waren neben dem aktuellen Königspaar Magnus Kimmeskamp und Manuela Husch, der Vorstand sowie Bürgermeister Tobias Stockhoff. „Gerne hätten wir an diesem Wochenende Schützenfest gefeiert. Nun mag uns das schlechte Wetter so manche Träne wegdrücken. Im Zelt hätten wir dennoch gemeinsam fröhlich beisammengesessen“, so Tobias Stockhoff in seiner Rede. Er verwies auf die Verantwortung, die sich aus der Geschichte stellte nicht nur auf das Pfingstfest, sondern auch auf den 23. Mai, wo 1949 das Grundgesetz erlassen wurde.

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Das amtierende Königspaar von Holsterhausen 53 Magnus Kimmeskamp und Manuela Husch sowie Bürgermeister Tobias Stockhoff (l.) und der Vorsitzender Ingolf Indenbirken. Foto: Petra Bosse

„In unserer Präambel heißt es, in Verantwortung vor Gott und den Menschen, Kraft seiner verfassungsgemäßen Gewalt, haben wir uns dieses Grundgesetz gegeben“.

Er dankte den Schützen, dass, obwohl nicht gefeiert werden konnte, sie an diesem Tag in Freiheit der Verantwortung nachkommen, allen Opfern, auch an die Toten, welche auf dem Russenfriedhof liegen, in der gleichen Ehren gedenken: „Täter und Opfer in der gleichen Ehre“.

Die Ampel steht auf Rot, das Fest ist im Eimer

Als Geschenk und Ersatz für das ausgefallene Schützenfest überreichte der Vorstand dem Bürgermeister symbolisch einen Putzeimer: „Die Ampel steht auf Rot, das Fest ist im Eimer“. Dieser war mit kleinen Leckereien, sowohl in flüssiger als auch fester Form, ausgepolstert mit „echtem Heu“ von der Schützenfestwiese, gefüllt.  

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Das Fest ist im Eimer – Kleines Geschenk für Bürgermeister Tobias Stockhoff. Foto: Petra Bosse

Das nächste Schützenfest der 53er findet erst wieder 2023 statt. Bis dahin heißt es weiterhin „gut Schuss“.

Ansprache von Pfarrer Andreas Deppermann zum diesjährigen Totengedenken (Ev. Kirchengemeinde Holsterhausen / Lippe)

Liebe Schützenfreunde,

wir gedenken heute hier der Toten, die Mitglieder waren des Bürgerschützenvereins und im letzten Jahr verstorben sind. Wir denken an sie und an alle anderen Menschen, denen wir verbunden waren, und die nun begraben sind. In diesem Jahr haben wir besonders auch all die vor Augen, die an den Folgen der Corona-Pandemie verstorben sind.

Und an diesem besonderen Ort auf dem Waldfriedhof denken wir auch die Opfer von terroristischer und militärischer Gewalt. Die Soldaten, die in den Weltkriegen starben. Die Menschen, die durch die Folgen der Kriege ums Leben kamen. All die Menschen, die bis heute aus nichtigen Gründen verfolgt und umgebracht wurden und werden.

Es ist gut, so zu denken an die Menschen, mit denen wir zusammen gelebt und gearbeitet haben, gefeiert und getrauert, gelacht und geweint. Sie gehören ja nach wie vor zu uns, weil sie in unserer Erinnerung bleiben, weil zwischen uns und ihnen ein Band der Freundschaft, der Kameradschaft, der Liebe geknüpft war und noch ist. Sie gehören nach wie vor zu uns, weil sie – wie wir – im Leben und im Tod in Gottes Hand sind.

Totengedächtnis ist ein Ehrengedächtnis. Niemand soll einfach vergessen sein. Alle sollen einen respektvollen Platz in unseren Herzen behalten, mit dem, was sie waren und was sie uns bedeutet haben.

Totengedächtnis ist auch dankbare Erinnerung an gemeinsame Zeit, die wir als ein kostbares Geschenk unseres Schöpfers annehmen.

[Totengedächtnis ist Aufruf zur Gestaltung einer lebenswerten Gegenwart, damit wir nicht Nachlassen im Einsatz gegen alles, was das Leben bedroht. Damit wir widerstehen, wo immer Menschen bedenkenlos irgendwelchen Interessen anderer geopfert werden. Damit wir uns für den Frieden und für Gerechtigkeit einsetzen, gegen Hass und Gewalt, Egoismus und Menschenverachtung.]

Totengedächtnis der Christen ist aber auch Zukunftshoffnung. Es ist wichtig, dass wir uns immer wieder daran erinnern lassen: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Denn durch die Auferstehung Jesu Christi ist für die Menschen, die ihm vertrauen, der Weg eröffnet zu einem himmlischen Erbe, zu einem Leben auch nach den Sterben. Christus ist der Lebendige, ER hat die Macht über den Tod errungen.

Deshalb erinnern wir uns der Toten nicht nur als Menschen, mit denen wir zusammen waren in der Vergangenheit, sondern auch als Menschen, mit denen wir eine gemeinsame Zukunft erhoffen.

Alle, die zu Jesus Christus gehören, werden durch IHN erlöst und verbunden zu einer von Gott geheiligten Gemeinschaft [àPfingsten]. ER wird keinen von denen verlieren, die in seiner Hut sind, ER wird sie alle erwecken zu einem Leben in Ewigkeit, unter den Himmeln.

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Auch einen Eimer für den Geistlichen Pfarrer Deppermann