Was würde sich in Dorsten ändern, wenn Cannabis legalisiert würde? Und wie steht der Bürgermeister eigentlich dazu – als Politiker, aber auch als Privatperson? Das wollten die Macher des Podcasts Eindeutig Zwei herausfinden, und begaben sich zum Aufnahmetermin ins Rathaus.
Für die einen ist es ein Wirkstoff mit großem medizinischen Potential oder eine harmlose Freizeitbeschäftigung. Für andere ist Cannabis zu Recht verboten und mit großen gesundheitlichen Risiken verbunden. Die beiden Wulfener Frank Hartl und Fabian Penders waren selbst jahrelang Konsumenten, bis sie dem Kiffen entsagten und ihren Podcast „Eindeutig Zwei“ ins Leben riefen. Angesichts der aktuellen Diskussion um eine mögliche Cannabis-Legalisierung wagten sich die beiden Medienmacher nun erstmals an einen prominenten Gast heran.
„Wir sind schon etwas aufgeregt“, gestanden Hartl und Penders auf der Wartebank im Dorstener Rathaus. „Bisher haben wir den Podcast meist in unserer Küche aufgenommen. Tobias Stockhoff ist der erste Promi in unserer Sendung.“ Doch das Lampenfieber stellte sich als unbegründet heraus. Der Dorstener Bürgermeister, der selbst aus Wulfen stammt, ließ sich ganz unkompliziert auf das Interview ein.
„Studien sind sehr eindeutig“
Im Gespräch ging es freundlich im Ton, aber bestimmt in der Sache um das Thema Cannabis. Tobias Stockhoff, der selbst nur selten Alkohol trinkt und nicht kifft, brachte seine deutliche Skepsis zu einer Freigabe zum Ausdruck. Schließlich schaue er als Naturwissenschaftler – Stockhoff ist Physiker – auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die durchaus viele Risiken aufzeigten. „Die Studien sind da sehr eindeutig“, so Stockhoff. Gerade die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit sei viele Male nachgewiesen worden.

Dem Vergleich mit der legalen Droge Alkohol kann Tobias Stockhoff wenig abgewinnen, was für eine Cannabis-Freigabe sprechen würde. „Natürlich ist Alkohol auch schädlich“, betont er. „Aber welchen Sinn macht es dann, eine weitere potentiell schädliche Substanz ebenfalls zu legalisieren?“ Wie beim Alkohol würde der unerwünschte Zugang so auch für Jugendliche erleichtert, für die Cannabis besonders schädlich sein könne.
Im Laufe des Interviews merkt man schnell, dass Tobias Stockhoff eine Legalisierung eher ablehnt. Sollte es aber trotzdem dazu kommen, wünscht er sich eine angemessene finanzielle Begleitung durch den Bund und das Land. „Bei den dann entstehenden Zusatzkosten, etwa für das Ordnungsamt oder psychosoziale Hilfsangebote, dürfen die Kommunen dann nicht alleine gelassen werden“, betont der Bürgermeister.
Das ganze Gespräch gibt es im Podcast Eindeutig Zwei
Warum der Dorstener Bürgermeister die niederländische Cannabis-Politik für verfehlt hält, wie viele Geschäftsideen schon in seinem Briefkasten gelandet sind und warum Dorsten eher nicht als Cannabis-Modellkommune in Frage kommt, erfährt man ab Donnerstag, 13. Juli, beim Podcast Eindeutig Zwei hier:
Eindeutig Zwei – Begegnung mit Suchtpotenzial




























