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Das Feuerwehr-Ehrenamt weiter stärken – Antrag der CDU Fraktion

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Antrag des CDU-Ortsverbandes an den Rat der Stadt Dorsten „Für die Sicherheit unserer Bürger – Das Feuerwehr-Ehrenamt weiter stärken“

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, gemäß § 3 Abs. 3 der Geschäftsordnung des Rates und der Ausschüsse der Stadt Dorsten stellt die CDU Ratsfraktion den nachstehenden Antrag für die nächste Sitzung des Rates der Stadt Dorsten:

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Der Rat der Stadt Dorsten würdigt ausdrücklich das hohe Engagement der haupt- und ehrenamtlichen Kräfte unserer Freiwilligen Feuerwehr für die Sicherheit der Menschen in der Stadt Dorsten. Ferner unterstützt der Rat den bislang eingeschlagenen nachhaltigen und positiven Weg der Leitung unserer Feuerwehr, dass Ehrenamt weiter durch eine gute Ausbildung, Ausstattung, Unterkünfte und hauptamtliche Betreuung zu fördern und das Hauptamt in der Feuerwehr durch die in den letzten Jahren deutlich verbesserten Rahmenbedingungen attraktiv zu halten.

Weiter beauftragt der Rat der Stadt Dorsten die Verwaltung im Rahmen der Aufstellung des neuen Brandschutzbedarfsplanes folgende weitere Ansätze zur Stärkung des Ehrenamtes in der Freiwilligen Feuerwehr insbesondere im Hinblick auf notwendige Ressourcen zu prüfen:

1. Möglichkeit der Gründung von jeweils einer Löschgruppe im Stadtteil Deuten sowie im Stadtbereich Hardt/Östrich

2. Mögliche Erweiterung der Jugendfeuerwehr sowie Ausweitung der Kinder- und Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehr z. B. in der OGS (Grundschulen) bzw. in AGs (weiterführenden Schulen)

3. Verstärkte Gewinnung von Mitgliedern in den Bevölkerungsgruppen, die in der Feuerwehr bisher unterrepräsentiert sind

4. Stärkung des Ehrenamtes „Freiwillige Feuerwehr“ innerhalb der Stadtverwaltung Dorsten und der städtischen Gesellschaften

5. Stufenweise Einführung einer wertschätzenden Feuerwehrrente für ehrenamtliche Kräfte

Begründung: Seit mehr als 100 Jahren stehen unzählige Menschen unter dem Motto „Gott zur Ehr‘ – dem Nächsten zur Wehr“ in den acht ehrenamtlichen Löschzügen unserer Stadt und seit rund vier Jahrzehnten auch hauptamtliche Kräfte für die Sicherheit der Menschen in unserer Stadt mit ihren elf Stadtteilen ein. Die Freiwillige Feuerwehr ist damit die wohl älteste und konstruktivste Bürgerinitiative unserer Stadt.

Sicherheit für rund 76.000 Dorstener

Während sich die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten rasant verändert hat, der Zusammenhalt und das Engagement für den Mitmenschen abgenommen haben, gibt es in unserer Stadt fast 400 Frauen und Männer (Tendenz steigend!), die ehrenamtlich viel Zeit und in Einsätzen auch Leib und Leben für die Sicherheit der rund 76.000 Dorstenerinnen und Dorstener opfern bzw. einsetzen. Dieser Dienst hat nach Meinung der CDU-Ratsfraktion Dorsten die allerhöchste Anerkennung und Wertschätzung der Stadtgesellschaft verdient.

Erfreuliche Entwicklung

Unter der Leitung von Andreas Fischer und den jeweiligen stellvertretenden Leitern sowie den acht Löschzugführungen hat unsere Freiwillige Feuerwehr in den letzten Jahren eine außergewöhnlich erfreuliche Entwicklung genommen. Die Mitgliederzahlen steigen und die beiden Jugendgruppen können aktuell nicht einmal alle interessierten Jugendlichen aufnehmen.

Dennoch steht auch unsere Feuerwehr immer wieder vor neuen Fragestellungen. Die Tagesverfügbarkeit der Löschzüge stellt aufgrund der immer weiter vom Wohnort entfernten Arbeitsplätze eine Herausforderung dar. Beispielsweise durch einen höheren Personalausfallfaktor (Erhöhung der Mitgliederzahl) konnte diese Problematik in den vergangenen Jahren abgemildert werden. Auch ist die Mitgliederentwicklung in den Löschzügen sehr unterschiedlich.

Die CDU-Ratsfraktion begrüßt daher ausdrücklich die bisherigen Maßnahmen der Leitung der Feuerwehr, beispielsweise:

• die Sanierung der sieben Feuerwehrgerätehäuser und den Bau der neuen Hauptfeuer- und Rettungswache • die modernen Fahrzeug-, Ausstattungs- und Ausbildungskonzepte
• die Teilnahme am Projekt „FeuerwEHRENSACHE“ u. a. mit den Projekten „Feuerwehr und Schule“ sowie „Feuerwehr und Migration“
• die Erhöhung der Aufwandsentschädigung für Funktionsträger auf Vorschlag unseres Bürgermeisters

Durch die im Antrag aufgezeigten Möglichkeiten möchte die CDU-Ratsfraktion Dorsten anregen, weitere Möglichkeiten zur Stärkung des Ehrenamtes im Rahmen der Aufstellung des neuen Brandschutzbedarfsplanes zu prüfen bzw. die notwendigen Ressourcen dafür zu ermitteln:

zu 1) Während die Stadteile Altendorf-Ulfkotte (LZ Altendorf-Ulfkotte), Altstadt (LZ Altstadt), Hervest (LZ Hervest I und LZ Hervest-Dorf), Holsterhausen (LZ Holsterhausen), Lembeck (LZ Lembeck), Rhade (LZ Rhade) sowie Wulfen inkl. Barkenberg (LZ Wulfen) über eigene Löschzüge verfügen, haben die vier Stadtteile Deuten, Feldmark inkl. Stadtsfeld, Hardt und Östrich keine eigenen Feuerwehrgruppen.

Im Löschzug Altstadt gibt es zahlreiche Mitglieder aus dem Stadtteil Feldmark sowie aus dem Gebiet der östlichen Hardt (z. B. Südwest). Das Gerätehaus im Lippetal ist aus all diesen Bereichen gut zu erreichen.

Hardt und Östrich

Im Bereich der westlichen Hardt sowie im Stadtteil Östrich gibt es für die rund 4000 Einwohner keine direkte Möglichkeit in einer akzeptablen Zeit am Feuerwehrgerätehaus zu einem Einsatz zu erscheinen. Eine vergleichbare Problematik gibt für die Menschen im Stadtteil Deuten.

Retten, Löschen, Bergen und Schützen

Neben den eigentlichen Feuerwehraufgaben „Retten, Löschen, Bergen und Schützen“ übernehmen die acht Löschzüge wichtige weitere und notwendige Funktionen in der dörflichen Gemeinschaft, der Stadtgesellschaft bzw. im Stadtteil. Diese sind beispielsweise die technische Unterstützung bei besonderen Veranstaltungen oder die verkehrliche Absicherung von Umzügen (z. B. Schützenfeste, Martins- und Nikolauszüge, Kinderkarneval, usw.).

Ermitteln

Die CDU-Ratsfraktion hält es daher für sinnvoll zu ermitteln, ob es in den o. g. Stadtteilen Frauen und Männer gibt, die sich für den Dienst am Mitmenschen aktiv einbringen möchten. Erfahrungen zu Neugründungen, z. B. in Maria-Veen (Gemeinde Reken), stimmen dabei durchaus positiv. Mögliche neue Löschgruppen könnten dabei durchaus auch (zunächst) Nebenstandorte der Löschzüge Altstadt bzw. Hervest I sein.

zu 2) Das starke Interesse an einer Mitgliedschaft in den beiden Jugendfeuergruppen (Nord und Süd) zeigt auf, dass viele junge Menschen sich für den Dienst in der Feuerwehr interessieren. Inzwischen kommen rund 50 % der Nachwuchskräfte unserer Feuerwehr aus der Jugendfeuerwehr.

Neue Feuerwehr-AG 

An der Neuen Schule Dorsten wird erstmalig eine Feuerwehr-AG ins Leben gerufen. In anderen Städten wird über die Gründung von Kinderfeuerwehren nachgedacht. Aus Sicht der CDU-Ratsfraktion wäre es überlegenswert, ob die Stadt Dorsten nicht weitere (pädagogische) Ressourcen zur Verfügung stellt, und somit die bisher bereits ausgezeichnete Kinder- und Jugendarbeit nicht noch weiter ausbaut wird, um für den demografischen Wandel gewappnet zu sein. Weiter hält es die CDU-Ratsfraktion Dorsten für notwendig, die Aufgaben der Jugendbetreuer bzw. Jugendfeuerwehrwarte attraktiver zu machen bzw. diese von Verwaltungsaufgaben zu entlasten.

Jugendarbeit

Aus Sicht der CDU-Ratsfraktion Dorsten ist die Ausweitung Jugendarbeit in der Feuerwehr dabei durchaus auch mit einem sozialen Aspekt zu verstehen. Mädchen und Jungen, die in der Jugendfeuerwehr aktiv sind, lernen frühzeitig Teamfähigkeit, Verantwortung- und Pflichtbewusstsein, Hilfe zur Selbsthilfe sowie praktische und handwerkliche Fähigkeiten. Neben dem Vereinssport sicherlich eine der effektivsten Möglichkeiten der Kinder- und Jugendarbeit in einer Stadt.

zu 3) Im ganzen Land NRW ist feststellbar, dass beispielsweise der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in der Feuerwehr stark unterrepräsentiert ist. Dies hat unterschiedlichste Gründe: Das ehrenamtliche Feuerwehrwesen ist nicht in allen Kulturen üblich. Die Freiwillige Feuerwehr Dorsten hat mit der Teilnahme am Projekt FeuewEHRENSACHE bereits gezeigt, dass sie sich dieser Herausforderung stellen möchte. Die CDU-Ratsfraktion Dorsten begrüßt dies und kann sich grundsätzlich vorstellen, dafür die notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Löschzugeinsätze

Auch weitere Bevölkerungsgruppen, die aktuell noch stark unterrepräsentiert sind, dürfen dabei nicht aus dem Blick geraten. Die Lösungsansätze werden dabei in den elf Stadtteilen und acht Löschzügen sicherlich unterschiedlich sein.

zu 4) In immer mehr Kommunen wird bei der Einstellung von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Mitwirken in der Freiwilligen Feuerwehr besonders gewürdigt. Hierbei zeichnen sich die Mitglieder der Feuerwehr sehr häufig durch besondere Teamfähigkeit, Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit, Organisationstalent sowie Improvisationsgeschick aus. Weiter verstärken die Kolleginnen und Kollegen insbesondere bei Tageseinsätzen die umliegenden Löschzüge. Die CDU-Ratsfraktion regt daher an, verschiedene Modelle aus anderen Städten und Gemeinden zu analysieren und ggf. einzuführen.

zu 5) Die CDU-Ratsfraktion Dorsten begrüßt ausdrücklich die Überlegungen des Bürgermeisters, für die ehrenamtlichen Kräfte unserer Feuerwehr eine kleine anerkennende und wertschätzende Feuerwehrrente, vgl. Stadt Waltrop, einzuführen. Neben der in Dorsten vorhandenen optimalen Zusatzversicherung für unsere Wehrleute ist das ein Zeichen der Wertschätzung für den besonderen Dienst, den die Männer und Frauen für uns als Stadtgesellschaft leisten. Neben dem hohen zeitlichen Einsatz, der pro Jahr im Regelfall deutlich über 100 Stunden pro Feuerwehrmitglied liegt, setzten diese Menschen tagtäglich in Einsätzen für die Mitmenschen Leib und Leben ein und sind dabei Gefahren ausgesetzt, die man trotz ausgezeichneter Ausbildung und Technik nicht komplett ausschließen kann. Die beiden traurigen Todesfälle von zwei Feuerwehrkameraden beim Sturmeinsatz Friederike im Sauerland und in Thüringen haben uns das einmal mehr vor Augen geführt.

Ressourcen ermitteln

Zunächst einmal wird die Verwaltung mit diesem Antrag beauftragt, die notwendigen (zusätzlichen) finanziellen sowie personellen . Im Rahmen der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit kann die Förderung dabei aber durchaus die stadtgesellschaftlich sinnvollere und belegbar finanziell maßvollere Lösung sein, um die Brandschutzziele zu erreichen.

Abschließend sei betont, dass eine Freiwillige Feuerwehr in einer Stadt mit 76.000 Einwohnern auch zukünftig nicht ohne hauptamtliche Kräfte auskommen kann und soll. Durch geeignete Maßnahmen muss der Feuerwehrberuf bei uns auch im Vergleich zu den großen Berufsfeuerwehren attraktiv bleiben. In Dorsten sind zahlreiche Ansätze bereits zur Stärkung des Feuerwehrhauptamtes bereits umgesetzt worden. Auch in Zukunft muss gelten: Wirkliche Leistungsträger haben eine besondere Wertschätzung verdient!

Mit freundlichen Grüßen
Bernd-Josef Schwane
Vorsitzender CDU-Fraktion im Rat der Stadt Dorsten

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