Das pralle Leben in unseren Gärten spielt sich eher versteckt ab. Bis auf streunende Katzen sieht man hier größere Tiere wie Igel, Marder oder Eichhörnchen seltener. Damit Sie verbitterte Kämpfe um Nahrung oder das beste Weibchen wahrnehmen können, müssen Sie schon etwas genauer unter Steinen oder Blättern hinsehen.

Beliebte Glücksbringer

Die Insekten, die sofort auffallen und zu Dutzenden erscheinen, sind die Feuerwanzen. Sie sind harmlos und richten keinen Schaden an. Anders dagegen die Blattläuse. Ob schwarz oder grün, sie machen sich über unsere Rosen und Stauden her und saugen den Pflanzensaft aus. In kurzer Zeit vernichten sie, was wir so lange gehegt haben. Aber die Marienkäfer, genauer gesagt ihre Larven, die Blattlauslöwen, stehen schon parat, um in den Kampf gegen ihre Lieblingsspeise zu ziehen. Mehrere Hundert Blattläuse vertilgen sie, bevor sie sich verpuppen und zum beliebten Glücksbringer werden.

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Im Herbst versammeln sie sich in großen Schwärmen und überwintern gemeinsam in Hohlräumen wie Mauerritzen oder Dachsparren, aber auch unter Laubhaufen verbringen sie gerne die kalte Jahreszeit. Schneiden Sie die Stängel verblühter Stauden daher möglichst im Herbst nicht ab. Die hohlen Stiele nutzen Florfliegen, Marienkäfer, Spinnen, Schlupfwespen sowie Wild- oder Einsiedlerbienen gerne als Versteckmöglichkeiten und Winterquartier.

Hummel und Co.

Nervtötend ist es schon, wenn die fliegenden Insekten sich gerade Ihr Ohr als Ziel ausgesucht haben. Ein wenig entfernt ist ihr Schwirren und Summen jedoch Genuss, beruhigt und zeigt uns, dass die Natur hier an dieser Stelle noch intakt ist. Ob die chillige Hummel, die sich durch lauten Flügelschlag bemerkbar macht, oder die für uns harmlose Schwebfliege, die sich als Wespe tarnt und ebenfalls Jagd auf Blattläuse macht, ob die Biene, die eifrig Pollen sammelt oder die aggressive Wespe, die uns beim Essen stört – sie alle vermitteln uns das Gefühl des Sommers.

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Eine Nummer größer und farbenfroher sind weitere Sommergäste: die Schmetterlinge. So ungeliebt die teilweise wunderschönen, farbigen Raupen sind, umso mehr erfreuen wir uns am Spiel der Admirale, des Schwalbenschwanzes oder Tagpfauenauges, die unermüdlich Nektar tanken. Die Falter schillern in allen erdenklichen Farben und sind echte Eyecatcher. Auch sie haben ebenso wie die Marienkäfer den Winter in einer frostfreien Umgebung verbracht, um im Frühsommer in ihr kurzes Leben zu starten.

Stachelige Gesellen

Nicht kniend und mit Lupe suchen müssen Sie, im Gegensatz zu den kleinen Krabblern, den Igel. Auch wenn man ihn nicht sieht, weiß man dennoch, dass er da ist. Tischmanieren kennt er nicht, sein lautes Schmatzen verrät ihn. Bieten Sie diesem Wildtier ein Winterquartier aus Laub- und Reisig. Mit etwas Glück wird er es annehmen und sich bei Ihnen dafür bedanken, indem er Abend für Abend auf die Suche nach Schnecken geht.

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In seltenen Fällen haben Sie Siebenschläfer als Winterbewohner in Ihren aufgehängten Vogelkästen. Sie fallen kaum auf, meist nur dann, wenn sie im Herbst mit viel nächtlichem Radau Nahrung und Nistmaterial auf Dachböden schleppen. Das niedliche Nagetier richtet dort aber im Gegensatz zum Marder keinen Schaden an.

Wohltuende Klänge

Nicht nur Nacktschnecken, auch Ameisen und Wühlmäuse sind die unbeliebten Gartengäste, gegen die jeder Gärtner seine eigene Vorgehensweise hat. Wir sollten jedoch alleine der Igel wegen bei Schnecken nicht mit der Giftspritze kommen und mit Kanonen auf Spatzen schießen. Apropos Spatzen: Der gesellige und fast ausgestorbene Haussperling ist nun wieder häufiger anzutreffen. Nicht nur der Vogel des Jahres 2002, generell sind die gefiederten Freunde gern gesehene Gäste in unseren Gärten. Sie sind nicht nur hübsch anzusehen oder zu hören, sie vertilgen auch eine Menge an „Schädlingen“. Ich füttere sie in meinem Garten das ganze Jahr hindurch, sodass die Vogeleltern ihre Brut mit den Insekten, die in den Jahren weniger geworden sind, füttern können.

Wenn Sie eine Nachteule oder früh auf den Beinen sind, dann können Sie hier vor allem von Ende April bis Anfang Juni nachts bis weit vor Sonnenaufgang die Männchen hören, wie sie ihr Brutrevier abstecken. Nachtigall und Kuckuck, Lerche, Rotschwanz und Amsel beginnen mit dem Konzert, Meise, Zaunkönig und Buchfink folgen etwas später. Den Abschluss bei Sonnenaufgang krönen Star und Bachstelze.

Teichbewohner

Im Mai können Sie ein eindrucksvolles Schauspiel erleben. Begleitet vom Gequake der Frösche, klettern Libellenlarven an Stängeln der Wasserpflanzen empor und schlüpfen. Wenn ihre Flügel entfaltet und getrocknet sind, erheben sie sich in großer Zahl in die Lüfte. Die fliegenden Edelsteine sind für den Menschen völlig harmlos, sie beißen nicht und können auch nicht stechen. Genießen Sie daher ihren Anblick, denn sie kommen Menschen gerne nahe.

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Ob winzig klein, putzig und gerne gesehen oder ob sie im Teich, unter Laub oder bei uns im Haus überwintern, allen gemeinsam ist, dass sie im Frühjahr und Sommer wieder in unserem selbst geschaffenen Paradies gesichtet werden und auf Beutefang gehen.

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