Storchenpaare, die laut mit den Schnäbeln klappern oder Fischotter, die auf dem Rücken liegend im Wasser treiben – wir sehen sie meistens in zoologischen Gärten, denken aber kaum darüber nach, dass diese Arten stark gefährdet waren und in freier Wildbahn bei uns in Nordrhein-Westfalen teilweise lange nicht mehr vorkamen. Dass sie sich bei uns in Dorsten wieder angesiedelt haben oder es in Kürze tun werden, ist auch das Ziel der Mitarbeiter der Station des Kreises Recklinghausen.

Die Umweltstation in Lembeck ist eine von 40 Biologischen Stationen in NRW. Acht Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit kümmern sich hier mitten im Wald um den Artenschutz in Dorsten und sorgen dafür, dass die Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten nicht noch länger wird.

Erforschen – Erhalten – Erleben

„Unsere Arbeit hinsichtlich des Tier- und Pflanzenschutzes beruht auf drei Säulen: Natur erforschen, Natur erhalten und Natur erleben“, beschreibt Georg Tenger die Aufgaben seines Teams. „Wir erheben Daten bedrohter Tiere und Pflanzen im Kreis Recklinghausen und geben sie weiter an das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. Aufgrund der landesweiten Kartierungen wurde zum Beispiel festgestellt, dass die Anzahl der Kiebitze in NRW unter anderem aufgrund fehlender Brutmöglichkeiten stark zurückgegangen ist“, fährt der Geschäftsführer der Biostation fort. Daher fördert die Station den Erhalt verschiedener Naturschutzgebiete im Kreis Recklinghausen, deren Zahl sich in letzten Jahren auf 76, davon zehn in Dorsten, erhöht hat.

Zum Glück erklären sich Landwirte bereit, auf öffentlichen Flächen oder Ausgleichsflächen, zum Beispiel im Hervester Bruch, Wasserbüffel und Auerochsen in Naturschutzgebieten grasen zu lassen. Mit der Beweidung durch Heckrinder wird zwar auch eine alte Nutztierrasse erhalten, allerdings ist das eigentliche beabsichtigte Ziel der Naturschützer, salopp gesagt, eher Mittel zum Zweck: Sie halten die Flächen für die bedrohten und sehr selten gewordenen Bodenbrüter wie Kiebitz und Uferschnepfe kurz.

Fischotter, Biber und Co

Aber nicht nur Vögel stehen bei den Naturschützern aus Lembeck im Fokus. Auch auf den Hirschkäfer, den Uhu, verschiedene Pflanzen sowie Fischotter und Biber haben sie ein Auge. 2009 wurde der erste, leider überfahrene Fischotter in Haltern entdeckt. Daraufhin wurde das Projekt „Fischotterschutz“ zusammen mit weiteren Biologischen Stationen im Umkreis ins Leben gerufen.

„Unser Ziel ist es, die Ausbreitung und Vermehrung des in NRW lange ausgestorbenen Fischotters zu fördern. In absehbarer Zeit wird nicht nur der Fischotter wieder in der Dorstener Lippe heimisch werden, auch der Biber wird sich mit der Renaturierung der Lippe durch den Lippeverband wieder ansiedeln“, ist sich Georg Tenger sicher.

Naturschutz

Der Leiter der Biologischen Station möchte die Bevölkerung gerne stärker für den Naturschutz sensibilisieren. „Dazu führen wir jährlich bis zu 80 Veranstaltungen mit Kitas, Schulen oder anderen Gruppen durch, damit unsere Besucher mit allen Sinnen die Natur am Teich, im Wald oder im Bauerngarten erleben können.“ Aufgrund von Covid 19 finden zurzeit jedoch keine Veranstaltungen statt. Die Ausstellung ist zwar geschlossen, aber der wunderschöne Naturgarten ist für Besucher auch am Wochenende geöffnet.

Du hast Spaß daran, etwas für die Natur zu tun? Etwas Nachhaltiges zu schaffen? Im Team zu arbeiten? Dann bewirb dich für den Bundesfreiwilligendienst auf der Biostation. 2020 können hier wieder drei Stellen besetzt werden. www.biostation-re.de

Fotos: Biologische Station Lembeck

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