Der Rosenmontagszug Dorsten rollt am 4. März ohne Stadtprinzenpaar durch die Stadt

Karneval in Dorsten ist in diesem Jahr eine nicht so einfache Sache. Nachdem sich die KG Wulfenia aufgelöst hat, fehlt ein neues Stadtprinzenpaar 2019.

Dennoch sorgt der Vorsitzende des Festausschusses Dorstener Karneval (FDK) Rudolf Haller auch in diesem Jahr, trotz fehlendem Prinzenpaar, für einen traditionellen Rosenmontagsumzug am 4. März.

Das Ding wird durchgezogen

Obwohl Heidrun I. und Robert I. Keiner vom Holsterhausener Carnevals Club (HTC) kein Stadtprinzenpaar mehr sind, werden sie bei dem Umzug dabei sein. „Wir ziehen das Ding wie gewohnt durch“, verspricht Heidrun Keiner.

Altweiber im Dorstener Rathaus mit Bürgermeister Stockhoff 2018
Heidrun I. und Robert I. Keiner 2018 im Rathaus. Foto: Archiv MTG

In Dorsten erfreute sich der Karneval in den letzten Jahren großer Beliebtheit. Was aber von außen nicht erkennbar war, sind die anstehenden Nachwuchsprobleme, die der Karnevalsverein seit einiger Zeit hat. Generell sei es über alle schwierig, so Heidrun Keiner, junge Leute für den traditionellen Karneval zu begeistern. Nicht nur in Dorsten. „In Recklinghausen, Marl oder Selm, um einige Städte zu nennen, gibt es auch kein Stadtprinzenpaar. Und auch wir konnten keine Nachfolger für uns finden“, erzählt die Stadtprinzessin aus den Jahren 2015/16 und 2017/18.

Karneval Dorsten

Große Nachwuchssorgen

Ein Problem sieht Heidrun Keiner in der Vereinsstruktur des HCK. „In unserem Verein haben wir rund 60 Mitglieder. Der größte Teil davon ist schon älter. Es fehlt uns nach 30 Jahren einfach an jungen Nachwuchs“, so Keiner. Nicht unerheblich seien auch die Unkosten, welche aus privater Tasche, wie die Ornate, bezahlt werden müssen. Um zukünftig junges Publikum mehr anzusprechen, soll vereinsintern, wie Heidrun Keiner erzählt, etwas geändert.

Dazu könne zum Beispiel ein Angebot zum Tanzen mit einer 70er oder 80er Party im nächsten Jahr eine Alternative sein. Darüber hinaus hofft Keiner, dass Wulfenia das „Ruder noch herumreißen“ kann und neue aktive Mitglieder findet. „Dabei werden wir unseren Freundschaftsverein natürlich gerne unterstützen“, ergänzt Keiner.

Viel Zeit und Geld

Thomas Hein von Intervent kennt das allgemeine Problem rund um die Karnevalsvereine und den Nachwuchs. „Um Prinzenpaar zu sein, muss man zum einen viel Zeit investieren und auch Geld haben. Was nützen 60 Vereinsmitglieder, wenn die Arbeit am Ende bei einer Handvoll Menschen hängen bleibt“.

Thomas Hein Intervent Dorsten
Thomas Hein von Intervent: Der Karneval muss neue Wege gehen.

War Hein anfänglich als Rheinländer gegen den Karneval in Dorsten, so habe sich im Laufe der Zeit und durch das große Engagement von Bodo Kammann, der 2015 das Festkomitee des Dorstener Karneval wieder hat aufleben lassen, seine Meinung geändert. „Die Stimmung damals mit Bodo und Heike als Prinzenpaar war richtig schön, aber er hat auch jede Menge Arbeit und Zeit investiert“.

Dorstener Prinzenpaar 2014 Heike und Bodo Kammann
Dorstener Prinzenpaar 2014 Heike und Bodo Kammann im Rathaus mit Bürgermeister Tobias Stockhoff

Traditioneller Sitzungskarneval ist out

Damit der Karneval weiter Bestand habe, müsse auch, so Hein, die Jugend motiviert werden. „Alle Vereine haben Nachwuchsprobleme. Dorsten steht nicht alleine da“. Deshalb sei es wichtig, das Programm für die Besucher zu ändern. Sprich: Weg von den traditionellen Büttenreden und dem Sitzungskarneval.

Dass es funktionieren kann, bewies Hein 2015. „Wir hatten unterschiedliche Angebote im Festzelt. Gut lief die Altweibersitzung mit dem Männerstrip. Da war das Zelt rappelvoll. Und auch die Nachfeier, nach dem Rosenmontagszug im Zelt, war gut besucht“, erinnert sich Thomas Hein.

Karneval Dorsten Bodo Kammann Prinzenpaar 2014
Geboren für den Karneval: Der Dorstener Karnvevalsprinz 2014/15 Bodo I. und seine Lieblichkeit Heike I. Foto: Archiv Bosse

Ein Zuschussgeschäft und nicht einmal kostendeckend allerdings sei die traditionelle Sitzung gewesen. „Karneval in Dorsten hätte dann wieder eine Zukunft, wenn sich jemand findet, der A Geld in die Hand nimmt und B, der die Menschen für den Karneval wieder motivieren kann. Dazu gehört aber eine gute Mannschaft mit einem dicken Fell. Es gibt halt immer Leute, die meckern“. Zum Beispiel jemand, so Hein, wie Bodo Kammann. „Hut ab, was er geleistet hat“.

Neue Route

Gemeldet haben sich bis jetzt 24 Gruppen, die Kamellen werfen werden. Allerdings gibt es eine neue Route. Der Zug startet an der Wall- und Grabenanlage. Von dort geht es weiter über den Südwall, Georgsplatz und die Klosterstraße, vorbei an den Mercaden. Dort biegt er dann in die Borkener Straße ein und endet an der Eissporthalle.

Einzelne Personen oder Gruppen, die noch beim Umzug mitmachen möchten, können sich bei Heidrun Keiner melden unter der Telefon-Nr.: 02362-9957118.

Kosten pro Person für die Kamellen betragen 15 Euro.

von Petra Bosse

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