Ehrenamtlicher Dienst ist der falsche Ort für Neiddebatten und unfaire Kritik
(pd). „Die Tafeln leisten hervorragende Arbeit. Und man kann es nicht oft genug betonen: Alle Helfer tun dies ehrenamtlich. Es muss ihnen darum überlassen bleiben, wie sie diesen Dienst ausgestalten“, betont Bürgermeister Tobias Stockhoff in der Diskussion um die Essener Tafel, die entschieden hat, neue Berechtigungskarten für eine begrenzte Zeit nur noch an deutsche Kunden auszugeben.
In Dorsten ist dies zwar kein Thema. Gleichwohl gab es in der bundesweiten Diskussion auch hier kritische Stimmen, die Bürgermeister Stockhoff unfair findet. „Mit dem Zuzug vieler Flüchtlinge in der zweiten Jahreshälfte 2015 hat sich der Kreis der zum Einkauf bei der Tafel Berechtigten erheblich vergrößert. Das führt in vielen Städten auch zu Konkurrenzsituationen unter den Kunden“, weiß Bürgermeister Stockhoff.
Alle Menschen sind gleich
Allerdings gibt es in Dorsten überhaupt keinen Anlass, solche Neiddebatten zu führen oder daraus Kritik an den ehrenamtlichen Helfern abzuleiten: „Der Dorsten-Pass ist die Voraussetzung, um bei der Tafel einkaufen zu dürfen. Mit dem Dorsten-Pass wird allein die Bedürftigkeit bescheinigt. Denn auch für die Tafel gilt: Alle Menschen sind gleich. Und niemand bekommt hier weniger Waren aufgrund des Zuzugs von Flüchtlingen.“
Seit über 15 Jahren mit großem Engagement und ehrenamtlich
Zum Verzehr gut geeignet
Bürgermeister Stockhoff ist es wichtig, noch einmal die Grundlagen der Tafelarbeit zu betonen: Die Tafeln sammeln bei Einzelhändlern Lebensmittel, die im Geschäft nicht mehr verkauft werden können, die aber zum Verzehr noch gut geeignet sind, sortieren diese und organisieren die Ausgabe an Berechtigte. Die Dorstener Tafel leistet diesen Dienst schon seit über 15 Jahren mit großem Engagement und ehrenamtlich.
Das Angebot an Lebensmitteln, das auf diesem Wege verteilt werden kann, reicht natürlich nicht aus, um die Versorgung der Kunden vollständig sicher zu stellen. Der günstige Verkauf der Tafeln ist ausdrücklich als Ergänzung gedacht, die das Budget von sozial benachteiligten Menschen und Familien entlasten soll.
Für den Umgang der Kunden untereinander und mit den Ehrenamtlichen wirbt Bürgermeister Stockhoff dafür, einen Satz zu befolgen, mit dem der Bundesverband der Tafeln seit 2015 in einer Kampagne wirbt: „Bei uns sind alle willkommen. Alle, die auch alle anderen respektieren.“
Fotos: Johannes Wulf