Von Schleich-Pferden hin zu echten Kunstwerken. Dorstenerin sammelt Modellpferde
Dorsten. Modellpferde sammeln ist ein Hobby für Frauen wie Modelleisenbahnen für Männer“, sagte Kitty Sals aus Dorsten am Samstag. Sie war bei der siebten Modellpferde-Liveshow im Reken-Forum dabei. 49 Aussteller nahmen teil.

In den unterschiedlichsten Bemalungen, Größen und Geschlechtern präsentierten die Sammler ihre Modellpferde unter dem Motto „Spanische Pferde“.
Schon fast wie echte Pferde sehen die Modelle auf den Tischen aus. Es ist ein Trend, der ursprünglich aus den Vereinigten Staaten kommt, erklärte Kitty Salz.

Die Dorstenerin sammelt seit Mitte der 80er Jahre. „Erst waren es Plastikmodelle, später kamen dann die Kunstharz- oder Resin-Modelle dazu“, erinnert sich Kitty Salz.
29 D-Mark
Angefangen habe sie im Alter von 15 Jahren mit Pferden von Schleich. „Mein erstes Plastikpferd kostete 29 D-Mark. Das Geld habe ich mir vom Munde abgespart, und ich war stolz wie Oskar“, berichtete die Sammlerin.

Um an die Pferde zu kommen, musste derzeit die Sammlerin nach Gladbeck fahren. Sie seien, wie sagt, sehr rar gewesen und die Auswahl war eher bescheiden.
Heute habe sie rund 60 bis 70 Pferde in diversen Vitrinen in der Wohnung stehen. Sie bemalt ihre Rohlinge nicht selber. Dafür gebe es Künstlerinnen, die sich auf das Bemalen der Rohlinge spezialisiert haben.
Sammlerwert eines Kleinwagens
Die meisten Malerinnen kommen aus den Staaten. „Da kann ein fertig bemaltes Pferd schon einen Sammlerwert eines Kleinwagens haben“, erläuterte Salz. Und: Gute Künstlerinnen sprechen sich in der Szene herum. Diese haben dann auch ihren Preis. „Nicht zu vergessen sind die Zollgebühren von 19 Prozent des Wertes bei der Einfuhr. Und die können je nach Wert des bemalten Pferdes schnell bei 100 bis 200 Euro liegen“, ergänzte Kitty Salz.

Begehrt seien vor allem Pferde, die in geringer Stückzahl aufgelegt sind. „Die Preisspanne ist riesig – je nach Auflage und Künstlerin“, sagte Michelle Becker aus Rheine. Sie gewann in der Sonderklasse „drei Pferde“ an diesem Tag eine Schleife. Ihr bestes Pferd im Stall, so die 20-Jährige, habe einen Sammlerwert von rund 4000 Euro.

Bis zu 200 Sammler sind in Deutschland aktiv. Anfänglich noch belächelt, werde mittlerweile das Hobby ernst genommen, sagte Kitty Salz. Einstiegsmodelle für Mädchen im Alter von zehn bis 14 Jahren seien in der Regel Schleich-Pferde, die noch selber bemalt werden.
Petra Bosse




























