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Ein historischer Atlas für Dorsten

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Seit 2014 gibt das Institut für vergleichende Stadtgeschichte zusammen mit der Historischen Kommission für Westfalen die Reihe „Historischer Atlas Westfälischer Städte“ heraus. Auch Dorsten ist ein Atlas gewidmet, der aber rasch vergriffen war. Nun erschien die Neuauflage.

Wenn ein neuer Band aus der Reihe „Historischer Atlas westfälischer Städte“ erschienen ist, kommen normalerweise alle Beteiligten mit dem Bürgermeister der jeweiligen Stadt im Rathaus zu einer feierlichen Buchvorstellung zusammen. In Corona-Zeiten musste auch ein neues Format gefunden werden, um den Band 14 der Reihe über Dorsten angemessen zu präsentieren. So kamen am Freitag Bürgermeister Tobias Stockhoff, Stadtarchivar Martin Köcher, der Vorsitzende des Vereins für Orts- und Heimatkunde Dr. Josef Ulfkotte, Herausgeber Prof. Dr. Mechthild Black-Veltrup und Dr. Thomas Tippach auf digitalem Weg mit dem Autor Hartmut Klein zusammen. Die Online-Präsentation wurde live ins Internet übertragen.

Beim Laden des Videos werden Daten an YouTube/Google übermittelt.

Erste Auflage war schnell vergriffen

„Dorsten mit der Herrlichkeit Lembeck“ ist Band 14 der aufwändig und sorgfältig editierten Reihe „Historischer Atlas westfälischer Städte“ gewidmet. Die Mappe erhält neben 14 Tafeln und Karten ein umfassendes erläuterndes Textheft, verfasst von Autor Hartmut Klein.

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Der Dorsten-Band der Reihe war – trotz ohnehin höherer Startauflage – rasch vergriffen bei weiterhin hoher Nachfrage. Die Historische Kommission hat darum entschieden eine zweite Auflage drucken zu lassen. Diese ist in den ersten Tagen des neuen Jahres fertig geworden und im Großhandel angekommen. Buchhändler vor Ort können das sehenswerte Werk also wieder für Kunden bestellen.

Bürgermeister Stockhoff würdigte den neuen Atlas als einen deutlichen Fortschritt für die Stadtgeschichte. „Mit dem Atlas“ so Stockhoff, „wird die Entwicklung von der mittelalterlichen Kleinstadt zum heutigen Zentrum auch optisch nachvollziehbar.“

Prof. Dr. Mechthild Black-Veldtrup, Leiterin des Landesarchivs NRW Abteilung Westfalen, erläuterte das Konzept des Atlasprojektes, das möglichst ähnlich für immer weitere Städte in Westfalen umgesetzt wird. „Damit wird Dorsten vergleichbar, beispielsweise mit anderen Städten, die durch ihre Lage am Fluss geprägt sind.“

Autor Hartmut Klein: “ „Eine Stadt mit einer so vielschichtigen Entwicklung kann man nicht auf einer Karte zusammenfassen“.

Eine Stadt mit vielschichtiger Entwicklung

Wesentliche Erkenntnisse seiner Atlasarbeit stellte Autor Hartmut Klein vor. Im Mittelpunkt steht dabei – wie in allen Städteatlanten – das Urkataster von 1822. Diese Karte, von preußischen Vermessern angelegt, zeigt im wesentlichen noch den mittelalterlichen Stadtgrundriss, aufgezeichnet mit der Genauigkeit eines heutigen Stadtplans. Von diesem Plan, als Tafel 1 im Atlas enthalten, geht der Blick sowohl zurück auf die älteren, ungenauen Pläne, als auch voran auf die Entwicklung der Industriestadt Dorsten. „Eine Stadt mit einer so vielschichtigen Entwicklung kann man nicht auf einer Karte zusammenfassen“, so Klein. Der Atlas wird deshalb an jede Stadt angepasst, bekommt so viele zusätzliche Karten, wie es die Besonderheiten des Ortes erfordern. Eine Karte zu den Territorien rund um Dorsten um 1500 gehört ebenso dazu wie eine Übersicht zu den Eingemeindungen oder eine Industrie- und Gewerbekarte. Auch Wulfen/Barkenberg und die anderen ehemals selbständigen Gemeinden werden in Kartenausschnitten vorgestellt.

Im Textteil liefert Klein entlang des Kartenwerks einen profunden Überblick über die Geschichte der Stadt Dorsten, die neue Erkenntnisse und Interpretationen ermöglicht und mit einem ganz neuen Zugriff zur Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte einlädt.

Eingezeichnete Misthaufen

Erzählenswert ist eine Anekdote mit ernstem Hintergrund. Bei Begutachtung des Dorstener Urkatasters hat Klein eine auf den ersten Blick erstaunliche Besonderheit entdeckt, die er so bislang von keiner anderen Karte kennt: Einige Grundstücke sind als „Mistfall“ (= Misthaufen) gekennzeichnet – vermutlich ein Hinweis, dass es hier schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Versuch gab, die innerstädtische Hygiene zu fördern.

Der Band ist ab sofort in allen Buchhandlungen erhältlich.

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