Und täglich grüßt das Murmeltier an der Drewer Brücke. Erneut hat die Baufirma die Öffnung der Kanalbrücke zwischen Wulfen und Marl verschoben. Der Kreis Recklinghausen macht seinem Ärger nun Luft und spricht von einem „riesigen Ärgernis“.
Die Drewer Brücke in Marl (Wulfener Straße) bleibt weiterhin gesperrt und darf nicht ab Samstag wieder genutzt werden. Das hat die Firma, die das Gerüst um die Brücke derzeit instand setzt, heute mitgeteilt. Das Gerüst stehe nach wie vor so extrem unter Spannung, dass ein gefahrenfreies Überqueren des Kanals in diesem Bereich nicht gewährleistet werden könne, hieß es Freitagmittag vor Ort. Frühestens Montagmittag könne die Kanalbrücke wieder genutzt werden, so die Firmen-Verantwortlichen.
„Salami-Taktik ist absolutes Unding“
„Diese ‚Salami-Taktik‘ ist ein absolutes Unding. Gestern hieß es noch, Samstagmorgen kann die Sperrung spätestens aufgehoben werden, heute ist davon keine Rede mehr. Das ist eine Zumutung für alle, die auf diese Brücke angewiesen sind – sei es, um den Kanal zu überqueren oder mit dem Schiff auf der Wasserstraße zu fahren. Wir haben wirklich großes Verständnis dafür, dass diese Arbeiten viel fachliches Know-How und Geschick erfordern, da das Gerüst komplett verzogen ist. Dass wir aber immer wieder neue Termine für die Freigabe genannt bekommen, ist ein riesiges Ärgernis“, sagt Regina Thümmler, Ressortleiterin Straßenbau beim Kreis Recklinghausen.
Weitreichende Folgen für den Verkehr
Sie verweist auf die weitreichenden Konsequenzen, die diese Sperrung mit sich bringt. „Feuerwehr und Rettungsdienst können in einigen Bereichen nicht die vorgesehenen Routen fahren. Das hat zur Folge, dass zum Teil andere Löschzüge alarmiert werden müssen, wenn es zu einem Einsatz kommt. Auch die Vestische ist von der Sperrung betroffen: Sie muss Buslinien umleiten und Bushaltestellen verlegen. Das sind alles Dinge, die nicht ‚mal eben‘ umzusetzen sind. Und dann sind da auch noch der Chemiepark und diverse Unternehmen im direkten Umfeld, auf die sich die Sperrung spürbar auswirkt“, gibt die Tiefbau-Ingenieurin zu bedenken.
„Darum ist es für uns absolut unverständlich, dass die Firma uns scheibchenweise neue Informationen gibt und den Termin für die Freigabe immer wieder ein kleines Stück nach hinten schiebt. Nach den Erfahrungen der letzten Tage wagen wir daher zum aktuellen Zeitpunkt nicht, tatsächlich den Montag als Tag für die Freigabe bekannt zu geben. Wir erwarten von der Firma allerdings, dass sie wirklich alles daran setzt, die Sicherungsmaßnahmen bis dahin umzusetzen und abzuschließen.“
Renovierungsarbeiten an der Kanalbrücke
Der Kreis Recklinghausen lässt an der Drewer Brücke über den Wesel-Datteln-Kanal, westlich des Chemiepark Marl, Instandsetzungsarbeiten durchführen. 50 Jahre nach der Freigabe des Bauwerks für den Verkehr stehen umfangreiche Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten an. Für diese Arbeiten wurde ein Baugerüst installiert.
Im Vordergrund steht die Erneuerung des Korrosionsschutzes: Die Beschichtung der Stahlteile wird von Rost und anderen Belägen gereinigt und großflächig neu versiegelt. Dafür ist erforderlich, dass alle Stahloberflächen bearbeitet werden. Neben den Korrosionsschutzarbeiten werden auch Schadstellen in den Betonoberflächen behoben. Die Brücke soll dadurch für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht werden.




























