Die geplante Übernahme der Ceconomy, Muttergesellschaft von MediaMarktSaturn, durch den chinesischen Konzern JD.com gerät zunehmend unter politischen Druck. Das bedeutet eine neue Unsicherheit auch für Dorsten.
Wie unter anderem die „Bild“-Zeitung berichtet, hat die EU-Kommission nun eine vertiefte Prüfung eingeleitet. Dabei geht es um die Frage, ob JD.com bei der geplanten Milliarden-Übernahme von staatlichen Vorteilen aus China profitiert haben könnte.
Für den MediaMarkt in Dorsten bedeutet das vor allem eines: Die Zukunftspläne des Konzerns könnten sich weiter verzögern.
EU befürchtet Wettbewerbsverzerrung
Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen mögliche staatliche Hilfen aus China, darunter günstige Finanzierungen, Steuervergünstigungen oder Zuschüsse. Die EU-Kommission will prüfen, ob JD.com dadurch Vorteile im europäischen Wettbewerb erhalten haben könnte.
Sollte Brüssel zu dem Ergebnis kommen, dass der Wettbewerb verzerrt wird, könnte die EU Auflagen verhängen oder die Übernahme im Extremfall sogar untersagen. Eine endgültige Entscheidung soll bis spätestens 2. Oktober fallen.
MediaMarkt hatte zuletzt Entwarnung gegeben
Im März hatte sich MediaMarktSaturn gegenüber Dorsten-Online zur Zukunft des Standorts an der Bovenhorst geäußert. Das Unternehmen bezeichnete den Markt als „festen Bestandteil des lokalen Einzelhandels“ und betonte, dass stationäre Märkte weiterhin eine zentrale Rolle spielen sollen. Auch die geplante Partnerschaft mit JD.com solle vor allem besseren Service, stärkere Logistik und ein besser verzahntes Einkaufserlebnis ermöglichen.
Die neue EU-Prüfung verändert diese Aussagen zunächst nicht direkt. Sie zeigt jedoch, dass die Übernahme längst nicht so geräuschlos verläuft wie zunächst erwartet.
Übernahme wird zum Politikum
Die Untersuchung gilt als besonders brisant, weil sie eine der ersten großen Prüfungen unter den neuen EU-Regeln gegen ausländische Subventionen ist. Brüssel will damit verhindern, dass staatlich unterstützte Unternehmen aus Nicht-EU-Staaten europäische Wettbewerber verdrängen.
JD.com gehört zu den größten Handelskonzernen Chinas und hatte die Übernahme von Ceconomy bereits im vergangenen Sommer angekündigt. Das Unternehmen verfügt inzwischen über direkten und indirekten Einfluss auf mehr als 85 Prozent der Anteile.
Was bedeutet das jetzt für Dorsten?
Kurzfristig dürfte sich für Kundinnen und Kunden in Dorsten nichts ändern. Der Markt an der Bovenhorst bleibt geöffnet und arbeitet normal weiter.
Die neue Untersuchung zeigt jedoch, dass die strategische Neuausrichtung von MediaMarktSaturn weiter unter Beobachtung steht. Ob und wann JD.com seine Pläne vollständig umsetzen kann, hängt nun maßgeblich von den Entscheidungen der europäischen Behörden ab.
Für den Standort Dorsten bedeutet das vorerst vor allem eines: abwarten.




























