Drei junge Männer, drei unterschiedliche Lebenswege und eine gemeinsame Vision. Moritz Weißmann, Patryk Widulinski und Mateusz Goralewski stehen hinter dem Startup „Fog Ninja“. Zwei von ihnen haben ihre Wurzeln in Polen und sind als Kinder nach Dorsten gekommen. Heute entwickeln sie digitale Lösungen für Unternehmen und wollen gleichzeitig ihrer Region etwas zurückgeben.
Mateusz Goralewski erinnert sich noch gut an die Anfangszeit. Als Kind kam er nach Deutschland und musste sich in einer neuen Sprache und Umgebung zurechtfinden. „Am Anfang war das schwierig, aber ich habe schnell gemerkt, dass ich über den Computer meinen Weg finde.“ Programmieren, gestalten und ausprobieren wurden für ihn zum Zugang in eine Welt, in der Herkunft keine Rolle mehr spielte.
Ähnlich verlief der Weg von Patryk Widulinski. Auch er kam aus Polen, besuchte später die Gesamtschule Wulfen und entdeckte früh seine Leidenschaft für digitale Projekte. „Ich wollte immer etwas erschaffen, das andere nutzen können.“ Erste eigene Server und kleine Software-Projekte folgten. Der Antrieb war klar: etwas Eigenes aufbauen.
Moritz Weißmann ist in der Region verwurzelt. Nach dem Abitur absolvierte er eine Ausbildung bei der Volksbank Schermbeck und ging anschließend zum Studium nach Wien. Dort kam er erstmals intensiver mit der Startup-Szene in Kontakt. „Da habe ich gemerkt, was alles möglich ist. Dieses Feuer wollte ich nach Dorsten bringen.“

Vom Schulprojekt zur Gründung
Zusammengefunden hat das Trio über Studium und gemeinsame Projekte. Ein wichtiger Meilenstein war „Talentrail“, ein Bildungsprojekt zur Berufsorientierung. In Workshops entwickelten Schülerinnen und Schüler eigene Geschäftsideen, mehr als 1.000 nahmen teil.
Wirtschaftlich tragfähig war das Projekt jedoch nicht. „Irgendwann mussten wir ehrlich sein, so konnten wir das nicht dauerhaft weiterführen“, schaut Moritz Weißmann zurück. Aus dieser Erfahrung entstand „Fog Ninja“.
Digitale Lösungen für den Mittelstand
Heute unterstützt das Team kleine und mittlere Unternehmen bei ihrer digitalen Präsenz. Der Ansatz geht über klassische Webseiten hinaus. „Wir bauen keine einzelnen Produkte, sondern ganze Systeme“, erklärt der in Barkenberg lebende Patryk Widulinski. Ziel ist ein digitales Ökosystem, in dem Website, Inhalte und Prozesse ineinandergreifen.

Statt auf Baukästen setzt das Startup auf eigene Lösungen, inklusive eigener Serverstruktur in Deutschland. Auch künstliche Intelligenz spielt eine wichtige Rolle, etwa bei der Automatisierung und Content-Erstellung. „Die Unternehmer sollen wieder Zeit für ihr eigentliches Geschäft haben“, erklärt Moritz Weißmann die Idee dahinter.
Neue Ideen für junge Gründer
Parallel arbeiten die drei an einem neuen Projekt, das an ihre Wurzeln anknüpft. Unter dem Titel „Mach dein Ding“ sollen Schülerinnen und Schüler lernen, eigene Geschäftsideen zu entwickeln. Das Angebot ist ehrenamtlich und wird von Mentoren begleitet.
Geplant ist ein mehrwöchiges Programm mit einem abschließenden Pitch vor einer Jury aus Wirtschaft und Institutionen. Noch befindet sich das Projekt in der Aufbauphase, Gespräche mit Partnern laufen. „Das Thema Berufsorientierung ist für uns eine Herzensangelegenheit“, sagt Moritz Weißmann.
Dorsten als Chance
Auch wenn das Team flexibel und digital arbeitet, bleibt Dorsten der Mittelpunkt. Langfristig planen die Gründer einen eigenen Standort als Treffpunkt für kreative Köpfe und neue Ideen.
„Hier gibt es viel Potenzial“, weiß Patryk Widulinski. Die junge Generation sei digitaler denn je, viele Unternehmen hätten noch Nachholbedarf. Fog Ninja versteht sich daher nicht nur als Dienstleister, sondern auch als Impulsgeber.
Oder, wie es die Gründer selbst formulieren: „Wir wollen zeigen, was möglich ist.“




























