„Berufsorientierung neu gedacht mit unserem kostenlosen Tool Talentrail“, verspricht Moritz Weißmann, ehemaliger Schüler des Gymnasiums St. Ursula. Gemeinsam mit Felix Neufeld, Patryk Widuliski sowie Meteusz Goralewski hat er die App entwickelt, um „Berufsorientierung von einer lästigen Pflicht in ein spannendes Klassenerlebnis zu verwandeln.“
Nach seinem Abitur stand Moritz wie so viele Jugendliche in seinem Alter auch vor der Frage: „Und nun? Was kommt als Nächstes? In welche Richtung soll ich mich beruflich orientieren?“ Er begann zunächst eine Ausbildung als Bankkaufmann bei der VB Schermbeck und blieb auch noch kurze Zeit nach seinem Abschluss dort. „Das Team dort war wirklich cool und ich bekam tiefgehende Einblicke in die Finanzwelt. Aber die Arbeit dort war dennoch nicht das, was ich auf Dauer wollte“, erzählt der junge Dorstener, der inzwischen an der Wirtschaftsuniversität Wien studiert. „Dennoch bleibt die Frage, wohin mich mein beruflicher Weg führen wird.“
Gründergeist in Koblenz erweckt
Den Gründergeist erlebte Moritz auf dem Event „Idealab!“ an der WHU in Koblenz. „Dort merkte zum ersten Mal in meinem Leben, dass die Selbstständigkeit gar nicht so weit entfernt ist, wie man immer denkt. Danach folgte der Climate Hack der WWU Münster, bei dem ich das erste Konzept entwickelte. Jona Trages, ein guter Freund kam hinzu und begann mit den ersten Programmierungen. Er hat jedoch leider aufgrund seines Werkstudiums momentan keine Zeit mehr.“ So führen die vier jungen Gründer ihr Start-Up alleine weiter. „Da wir vier noch Studenten sind, sind wir von der Realität der Berufsfindung nicht allzu weit entfernt. So können wir uns selbst die Fragen beantworten, was wir von der App erwarten und ob wir auf dem richtigen Weg sind.“
Die Jungunternehmer befragten Dorstener Schüler zu ihren Erfahrungen mit Angeboten zur Berufsorientierung. Bei 326 Ausbildungsberufen sowie 13.000 Bachelorprogrammen war dennoch oder vielleicht auch gerade deswegen die Hälfte aller Befragten unsicher oder überfordert mit der Wahl ihrer beruflichen Zukunft. Laut einer DGB-Studie bricht zudem jeder vierte Auszubildende seine Ausbildung vorzeitig ab.
„Try and Error‘ bei der Berufswahl ermöglichen unserer Meinung nach Erfahrungen zu sammeln, um wirklich zu verstehen, was man machen möchte“, erklärt Moritz. „Unsere App zeigt den zukünftigen Schulabgängern in nur 15 Minuten in ihrem individuell erstellten Profil, wo ihre Möglichkeiten, Stärken und Talente liegen. Natürlich lässt sich dieser Prozess optimieren, indem die SuS nicht ‚irgendwas‘ machen, sondern das, bei dem sie grundlegendes Interesse zeigen.“
Zudem schlägt die App passende Berufsfelder vor und weist auf Praktikums- oder FSJ-Möglichkeiten hin. Die App basiert auf modernen psychologischen Erkenntnissen und aktuellen Bildungsstudien für eine optimale Berufsorientierung. Die Auswertung erhalten die Jugendlichen per Mail in Form einer „Talentkarte“, die sie in digitalen Bewerbungen einbinden können.
Talentrail-App wertet Daten anonym aus
Bei der Auswertung bleiben alle Namen anonym, auch für uns“, betont Felix und fährt fort. „Wir sind keine klassischen Berufsberater, bieten aber Lösungen als digitale Berufsbegleiter an. Dabei ruhen wir uns nicht auf Erreichtem aus, sondern stellen neue Hypothesen auf und überprüfen gemeinsam mit Schülern, ob sie ihnen weiterhelfen. Ansonsten setzen wir andere Prioritäten. Unsere App wird sich daher kontinuierlich weiterentwickelt, indem wir neue Erkenntnisse, Lösungen und Trends einbringen.“ Zum Ende unseres Gesprächs bedankt sich Moritz noch besonders bei Martina Lissner von der Jugendberufshilfe der Stadt Dorsten, die das Projekt von Beginn an unterstützt und dem Gründerteam wertvolle Türen geöffnet hat.
Mehr zu Talentrail
„Die App finden Schülerinnen und Schüler auf talentrail.de und sie wird für die Jugendlichen immer kostenlos bleiben“, versprechen die Gründer. Möchten Sie als Lehrkraft ab Klasse acht die jungen Gründer zu einer Vorstellung der App einladen, so wenden Sie sich bitte an [email protected].




























