Wie geht es eigentlich den Igeln in unserer Stadt? Im Kreis Wesel wurde im Rahmen der sogenannten Igel-Challenge eine Umfrage durchgeführt, um mehr über die Verbreitung von Igeln und ihren Schutz zu erfahren.
von Ayrton Nunes Caneiras
Organisiert wurde diese Challenge von der Ortsgruppe des BUND. Sprecherin Angelika Eckel erklärt das Ziel: „Mit der Hilfe der Bevölkerung wollen wir wichtige Daten sammeln und so den Naturschutz unterstützen.“
Was ist die Igel-Challenge?
Die Igel-Challenge ist ein Projekt aus dem Bereich der Bürgerforschung, auch Citizen Science genannt. „Menschen können dabei selbst aktiv werden, indem sie Igel beobachten und melden“, erklärt Eckel. Mithilfe der kostenlosen App „ObsIdentify“ oder über entsprechende Plattformen können Fotos hochgeladen werden.
So werden Daten gesammelt, die zeigen, wo Igel leben und wie häufig sie vorkommen. „Die Igel-Challenge ist eine gute Möglichkeit, mehr über die Tiere in unserer Region zu erfahren“, sagt Angelika Eckel.
Außerdem betont sie, dass die Daten dabei helfen, besser einzuschätzen, wie es den Tieren geht und wo sie gefährdet sind. Auf dieser Grundlage können gezielte Schutzmaßnahmen entwickelt werden. Die gesammelten Daten und Fotos werden geprüft, ausgewertet und fließen anschließend in den Naturschutz ein.
Igelschutz auch in Dorsten
Bisher gibt es die Challenge nur im Kreis Wesel. Wäre eine solche Aktion auch in Dorsten sinnvoll? Wir haben Yvonne Brock-Künstler gefragt, die sich in Dorsten seit Jahren für Igel einsetzt. Sie findet die Challenge grundsätzlich gut. „Allein reicht das nicht, aber es ist ein wichtiger Schritt“, sagt sie.
Denn die putzigen Tiere sind durchaus gefährdet. Im Alltag sind Igel vielen Risiken ausgesetzt, sogar in unseren Gärten. Yvonne Brock-Künstler erklärt: „Menschen können selbst einiges tun, um Igel zu schützen. Dazu gehört, auf Gift im Garten zu verzichten, den Garten natürlicher zu gestalten und Unterschlupfmöglichkeiten wie Laubhaufen anzubieten. Außerdem helfen Wasserstellen und kleine Durchgänge in Zäunen.“

Vorsicht beim Mähen und Aufräumen
Besonders im Frühling und Sommer sei Vorsicht geboten. Vor dem Mähen oder Aufräumen sollte man genau hinschauen. „Gerade Jungtiere oder Nester sind gut versteckt“, betont Yvonne Brock-Künstler.
Zudem weist sie darauf hin, dass Mähroboter möglichst nicht mehr benutzt werden sollten, da sie für Igel eine große Gefahr darstellen. Die Stacheltiere können von den scharfen Klingen des Mähwerkzeugs schwer verletzt werden.
Igelhilfen stoßen an ihre Grenzen
Ein großes Problem ist die Überlastung der Igelhilfen. Yvonne Brock-Künstler spricht da in Dorsten aus Erfahrung. „Es gibt immer mehr verletzte Tiere, aber zu wenig Helfer und Wissen.“ Sie macht deutlich, dass es deshalb wichtig ist, dass sich mehr Menschen informieren und engagieren.

Digitale Hilfe für verletzte Tiere
Dank moderner Kommunikation gibt es für die Igelhelfer bereits praktische digitale Unterstützung. Yvonne Brock-Künstler sagt: „Viele Angebote laufen inzwischen online, zum Beispiel über Facebook-Gruppen oder auf anderen Plattformen. Es gibt sogar Chat-Funktionen, etwa über Messenger, die innerhalb weniger Minuten passende Anlaufstellen in der Nähe vermitteln.“
Dadurch können Menschen schnell Hilfe bekommen, wenn sie ein verletztes Tier finden.
Mitgefühl und Aufmerksamkeit als Antrieb
Die Motivation hinter der Igelhilfe beschreibt Yvonne Brock-Künstler so: „Mitgefühl, Aufmerksamkeit und der Wunsch, aktiv zu schützen, statt nur zuzusehen.“
Igel spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Sie tragen zum natürlichen Gleichgewicht bei, indem sie Schädlinge fressen. „Deshalb ist es besonders wichtig, sie zu schützen und ihre Lebensbedingungen zu verbessern“, ist die Igelschützerin überzeugt.




























