Frühförderzentrum Lebenshilfe kauft neuen Testkoffer

Nachhaltigkeit und Wohlergehen steht für die Stiftung an erster Stelle

Das Frühförderzentrum Lebenshilfe hat eine Spende von der Ignaz-Rive Stiftung erhalten.

von Martina Chmiel

Das Frühförderzentrum Lebenshilfe hat eine Spende von der Ignaz-Rive Stiftung in Höhe von 3.500 Euro erhalten. Damit konnte allen Mitarbeitern des Zentrums ein neuer Testkoffer zur Früherkennung zur Verfügung gestellt werden. Dies ist eine testfreie und sprachfreie Möglichkeit für Kinder mit Migrationshintergrund. Es sei sonst schwierig für sie, die normalen Tests durchzuführen, betonte Nadine Beckmann, Leiterin des Frühförderzentrums. Alle Beteiligten sind erfreut über die Errungenschaft.

Die Ignaz-Rive Stiftung achtet bei der Auswahl für Spendengeldern besonders auf Nachhaltigkeit. Markus Funk, Geschäftsführer der Stiftung, ist das Wohlergehen und Engagement im sozialen Bereich für Kinder wichtig. Sie unterstützten solche Projekte schon einige Jahre, sagte er.

v.l. Geschäftsführer der Lebenshilfe Antonius von Hebel; Aufsichtsratsvorsitzender der Lebenshilfe Josef Hadick; Leiterin des Frühförderzentrums Nadine Beckmann und Markus Funk Geschäftsführer der Ignaz-Rive Stiftung. © Martina Chmiel

Eine Errungenschaft für Groß und Klein

Nicht nur die Stiftung ist froh über die Errungenschaft, sondern auch Nadine Beckmann. „Es ist wichtig, dass wir bei den Kindern Defizite früh genug erkennen können“, sagte sie. „Für Kinder, die einen Migrationshintergrund haben, ist es schwieriger, die vorhandenen Tests zu durchlaufen.“ Beispielsweise durch Sprachbarrieren schnitten die Kinder dann schon von Anfang an schlechter ab. Deshalb sei es dem Zentrum wichtig, dass der neue Testkoffer diese Aufgabe erleichtert.

Damit die Mitarbeiter des Frühförderzentrums die Tests durchführen können, müssen sie diese selbst durchgeführt und sich gewisse Zeit mit den Materialien beschäftigt haben. So erlernen sie das entsprechende Knowhow. Zurzeit sind bereits drei Personen eingearbeitet, eine vierte Mitarbeiterin auf dem Wege dazu.

Testkoffer ist „eine nachhaltige Anschaffung“

„Das Auswertungsverfahren ist eine valide Basis für einen Antrag auf Lernhilfe und daher eine gute Voraussetzung für die Genehmigung“, so der Geschäftsführer der Lebenshilfe, Antonius von Hebel. „Der Testkoffer ist ungefähr zehn Jahre nutzbar. Damit ist es eine nachhaltige Anschaffung, die lange hält und eine gute Arbeit ermöglicht.“

Neuer Testkoffer für ein sprachfreies Testverfahren.
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Dies konnte mit der Spende eingekauft werden.
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Da das deutschsprachliche Verständnis bei Kindern mit Migrationshintergrund oft Lücken aufweist, muss das Zeigen und das Vorsprechen eine wichtigere Rolle einnehmen. So beinhaltet das Set Formen, Kreise und Bilder. Durch die vielen Abwandlungen und Bonus-Materialien ist es gegenüber herkömmlichen Tests ein besseres und gerechteres Vorgehen für die Einschätzung der Fähigkeiten von den Kindern mit Migrationshintergrund.

Kapazität in Dorsten komplett ausgelastet

Bei dem ganzen Prozess ist die Absprache mit den Eltern oder Angehörigen enorm wichtig. Sie sollen die Aufgaben in ihren Alltag integrieren können. Der Antrag des LWL auf Lernhilfe wird jeweils für ein Jahr genehmigt. Ansonsten muss ein Wiederholungsantrag gestellt werden. In dem Jahr haben die Kinder meistens einmal pro Woche eine einstündige Sitzung.

Zwei neue Räume in Wulfen

Zur Zeit kommen rund 165 Kinder in das Frühförderzentrum der Lebenshilfe, um dort den entsprechenden Test zur Erkennung der Frühförderung durchzuarbeiten. Der Andrang der Kinder und Familien ist groß. In Dorsten ist die Kapazität bereits ausgelastet. Daher erweitert sich das Frühförderzentrum mit zwei neu angemieteten Räumen im Wulfener Gemeinschaftshaus. Diese sind vermutlich innerhalb der nächsten beiden Monate startklar. Das Team hofft auf Ende Februar.

Corona „hat die Kinder mit Narben zurückgelassen“

„Corona hat die Kinder nicht ohne Schäden zurückgelassen“, so Nadine Beckmann. „Die Kinder kommen vermehrt seit der Pandemie zu uns. Auf emotionaler und sozialer Ebene sind starke Defizite spürbar“, betont sie. „Das Aufarbeiten der Defizite ist enorm wichtig. Es zieht sich ansonsten weit in die Entwicklung des Kindes hinein.“ Je früher das Problem erkannt werde, desto besser sei es für Kind und Eltern.