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Fußball oder Gesang? Vom Fußballplatz auf die Musicalbühne

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Fabio Mallus hätte sich nicht entscheiden können

Die Titelgeschichte von Martina Jansen in der aktuellen Ausgabe der Lokallust Dorsten erzählt den außergewöhnlichen Weg von Fabio Mallus. Vom jungen Torwart zum Musicaldarsteller, Auftritten bei The Voice Kids und Erfahrungen auf Tournee.

„Fabios Welt war anfangs stets der Fußball. Dass es sich so schnell ändern würde und Fabio eine musikalische Ader für sich entdeckte, damit hatten wir nicht gerechnet“, erinnert sich Fabios Mutter Babett Montemurri.

Die erste Berührung Fabios mit der Bühne entstand eher zufällig. Als 2016 Stage Entertainment für das Disney-Musical „Tarzan“ talentierte Kinder suchte, meldete Babette ihren damals siebenjährigen Sohn dort an. Er hatte Lust, hinter den Kulissen des Stage Metronom Theaters einen spannenden Tag mit anderen Kindern zu erleben.

An diese Zeit kann sich der heute 16-Jährige jedoch fast nicht mehr erinnern. Nur der markante Tarzanschrei ist ihm in Erinnerung geblieben.

Als Fabio aufgrund seines jungen Alters aufs nächste Jahr vertröstet wurde, war der junge Dorstener jedoch nicht enttäuscht, denn Fußball war sein Leben.

Bereits als kleiner Kicker spielte er als Torwart beim TSV Marl-Hüls und wurde über einige Wochen zum Sichtungstraining beim VFL Bochum eingeladen. Da dort jedoch kein Torwart gebraucht wurde, bekam Fabio von diesem Verein eine Absage.

Doch wie das Schicksal es wollte, bekam er am selben Tag eine Zusage für die Aufnahme in die „Tarzan-Schule“.

Hollywood-Regisseur Wayne Graves ist von Fabios Talent überzeugt. Foto: Christian Sklenak

Sechs Wochen Training und ein großer Durchbruch

Es folgten sechs Wochen professionelle Begleitung in Tanz, Akrobatik, Schauspiel und Gesang.

„Wir Eltern durften nicht dabei sein, aber ich wusste Fabio in guten Händen, denn er war jedes Mal begeistert, wenn er von den Proben zurückkam“, erzählt mir Babette.

Ab hier hat er selbst erste vage Erinnerungen an diese Zeit. Zeitgleich spielte Fabio noch Fußball beim TSV Marl-Hüls, Langeweile hatte der Grundschüler damals jedenfalls nicht.

Die Proben in Oberhausen zahlten sich aus und Fabio wurde mit acht Jahren jüngster Tarzandarsteller der Produktion.

Mit weiteren fünf ausgewählten zukünftigen kleinen Tarzanen übte er daraufhin nun dreimal wöchentlich für je zwei Stunden und trainierte zusätzlich verschiedene Sprünge im Trampolinpark.

„Die Stunts in der Show waren schon krass“, erinnert sich der mittlerweile 16-Jährige. „Ich musste Saltos drehen und mit einem Seil gesichert, wurde ich aus einer Höhe von fünf Metern sogar kopfüber auf die Bühne herabgelassen. Da kam mir das Trampolinspringen echt zugute.“

Zeitgleich lud ihn RW Essen zum Probetraining ein, und Fabio ist sich sicher:

„Bis zu dem Zeitpunkt hätte ich mich wahrscheinlich immer für den Fußball und nicht fürs Musical entschieden.“

Lampenfieber, Applaus und ein harter Abschied

Bei den Proben betrat Fabio Neuland und musste auch singen.

„Aber es klappte“, lacht Fabio. Auch die Texte saßen hundertprozentig.

„Du hättest mich nachts wecken können und ich hätte sie fehlerfrei aufgesagt.“

„Beim ersten Auftritt war ich hart aufgeregt“, gibt Fabio offen zu.

„Und ich hatte auch etwas Angst.“

Aber auf der Bühne war er ganz in seiner Rolle, das Lampenfieber war verschwunden und Fabio spielte in 30 Vorstellungen.

Insbesondere die Dernière, die letzte Show, die sogenannte Quatschshow, blieb in seinem Gedächtnis.

Doch dann war für alle kleinen Tarzane das Bühnenabenteuer erst einmal vorbei.

„Es gab kein Abtrainieren und sie wurden auch nicht darauf vorbereitet, dass nach einem Jahr alles vorbei ist. Das war hart“, kritisiert Babette.

Und so stand Fabio da: ohne Fußball, ohne Proben, ohne Musicalauftritte.

Er versuchte sich in verschiedenen Sportarten, unter anderem im Breakdance, entschied sich aber letztendlich als Feldspieler für den BVH Dorsten.

Der nächste Schritt: The Voice Kids

Dann folgte ein mutiger Schritt: Seine Mutter schickte Fabios Bewerbungsvideo für „The Voice Kids“ ab.

„Ich zögerte stark, denn eigentlich wollte ich auch gar nicht, dass Fabio angenommen wurde.“

Dennoch erhielt Fabio die Einladung und so wurde unter schwierigsten Bedingungen während der Coronazeit, zusätzlich noch unter Geheimhaltung, geprobt.

„Wir durften ja nicht erzählen, dass Fabio zum Casting eingeladen wurde und zudem die drei Vorrunden überstand“, erinnert sich Babette.
„Zwei Wochen lang wussten wir nicht, ob Fabio weitergekommen ist, dann kam der erlösende Anruf: Fabio wurde zu der Blind Audition eingeladen.“

„Ich war nervös, aber Fabio blieb absolut ruhig“, berichtet sie mir.

Der damals Elfjährige erzählt mir von seinen Vorbereitungen.

„Ich übte ‚Feuerwerk‘ von Wincent Weiss, wobei Andrea Maier, eine gute Bekannte, mich beim Gesang unterstützte.“

Auch vonseiten der Show gab es Betreuung, für den Fall, dass sich kein Coach umdrehen würde.

Drei Coaches drehen sich um

Aber bei Fabio drehten sich gleich zwei Sänger um, genauer gesagt sogar drei: Wincent Weiss sowie Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier.

Fabio ging ins Team um Wincent Weiss und probte mit anderen Kindern für die Battles.

„Das hat richtig Spaß gemacht“, freut sich der junge Teilnehmer.

Von 60 eingeladenen Kindern für die Battles kamen pro Team zunächst fünf, danach zwei Kinder weiter.

Auch wenn Fabio nach dem ersten Battle ausschied, so kam er viel weiter als die meisten der 20.000 Bewerber und konnte wertvolle Erfahrungen sammeln.

Tournee mit Udo Lindenberg und neue Träume

Einmal Bühnenluft geschnuppert, reizten Fabio nun weitere Projekte und neue Türen öffneten sich für ihn.

So ging es unter anderem fast drei Wochen lang mit Udo Lindenberg auf seine Udopium-Tournee und er nahm an diversen Castings für Kinofilme teil.

Hierbei kam Fabio bis in die Endausscheidung, aber dann entscheidet dann oft auch ein Quäntchen Glück über das Weiterkommen.

Die Bühne ließ Fabio nicht los, denn Musicaldarsteller zu werden, war sein damaliger Traum.

Als Wayne Graves und Cirsten Piduhn Darsteller für ihr Weihnachtsmusical „Scrooge“ suchten, bekam Fabio die Hauptrolle als frecher Geist der Weihnacht und kam so seinem Traum etwas näher.

Von seinem Talent als Sänger und Darsteller ist jedenfalls auch Hollywood-Regisseur Wayne Graves überzeugt:

„Meine erste Begegnung mit Fabio war bei einem Casting. Dort stand ein sehr junger Junge mit Feuer in den Augen, der zu aller Überraschung ein außergewöhnliches Talent besaß. Meine Hoffnung ist, dass er seinen Platz in der Welt der Unterhaltung findet.“

Heute: Schule, Fußball und offene Zukunft

Nach seinem Stimmbruch zog sich der Schüler des Gymnasiums Petrinum aus dem Rampenlicht zurück und konzentriert sich auf seinen Abschluss der zehnten Klasse sowie sein geplantes Abitur und hält sich weiterhin mit Fußball fit.

Von einem endgültigen Abschied von der Musik spricht das junge Talent jedoch nicht, er lässt es auf sich zukommen.

Aus der Lokallust Dorsten

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