StartServiceGartenabfälle gehören nicht in den Wald

Gartenabfälle gehören nicht in den Wald

Veröffentlicht am

von Martina Jansen. Titelfoto: Pixabay

„Gartenabfälle schaden dem Wald nicht.“

„Wieso darf ich mein Grünzeug nicht hierher bringen? Ist doch Dünger für den Boden.“

„Der Grasschnitt verrottet doch.“

Diese oder ähnliche Erklärungen hört man oftmals, wenn Gartenbesitzer, die ihre Gartenabfälle in der freien Landschaft entsorgen, auf ihr Tun angesprochen werden.

Fakt ist: Abgeschnittene Sträucher, unansehnlich gewordene Blumen sowie Rasenschnitt gefährden unsere Wälder und Wiesen. Oft ist die Absicht der „Schubkarren-Umweltsünder“ gar nicht mal bösartig – illegal bleibt es dennoch und es drohen sogar nicht unerhebliche Bußgelder.

Anzeige
Anzeige von Ohrwerk Hörgeräte: Fit im Ohr. Fit für den Alltag.
Grünschnitt gehören nicht in den Wald

Rasenschnitt und verwelkte Blumen

Bei Pflegearbeiten im Garten häufen sich die wilden Berge mit Grünschnitt. Einmal – im wahrsten Sinne des Wortes – querbeet wird alles, was im Garten übrig ist, in den angrenzenden Wald oder auf das Feld gekippt. Und wo erst einmal der erste Grünschnitt liegt, kommen erfahrungsgemäß in kürzester Zeit weitere Gartenabfälle dazu. Und zum Schluss lassen auch oft Bauschutt, Batterien, Autoreifen oder Plastiksäcke nicht lange auf sich warten.

Intaktes ökologisches System

„Der Wald ist ein intaktes ökologisches System, das sich selbst im Gleichgewicht hält. Werden ‚waldfremde‘ Pflanzen eingebracht, stört dieser ‚Gartenabfall‘ durch Krankheiten oder Zersetzungsprozesse erheblich diese Einheit“, beschreibt Ursula Eickmeier, die Abfallberaterin des Entsorgungsbetriebes der Stadt Dorsten, die Auswirkungen der illegalen Grünschnittdeponien auf die bestehende Flora.

„Das angebotene Nährstoffangebot durch die verrottenden Pflanzenteile ist zu hoch für die ursprünglich dort wachsenden Pflanzen. So gehen dort wachsende Arten aufgrund der Überdüngung zurück oder sind an diesen Stellen gar nicht mehr anzutreffen“, so die Abfallberaterin weiter.

Anstelle der heimischen Gewächse siedeln sich dort schließlich Pflanzen an, die viele Nährstoffe zum Überleben benötigen. Zwiebeln, Wurzeln ausgestochener Stauden oder vorhandene Samenreste an verblühten Blumen – auch oder gerade von exotischen Pflanzen – treiben im Waldboden wieder neu aus und verdrängen zusätzlich die (heimische) Waldflora.

Ein typisches Beispiel für die unsachgemäße Entsorgung in der Natur ist die Herkulesstaude, auch Riesen-Bärenklau genannt. Diese Giftpflanze breitet sich immer mehr aus.

Symbiose zwischen Tier und Pflanze

Viele Tiere gehen zudem eine Symbiose mit Pflanzen ein und können sich nicht so schnell auf andere Futter- oder Eiablagegewächse umstellen oder finden keinen geeigneten Schutz mehr. Die Population in der Nähe dieser wilden Komposthaufen geht zurück, was wiederum Folgen für andere Tierarten hinter sich zieht. Den Kleinlebewesen, die überleben, droht der Tod durch Grasschnitt.

Er entwickelt bei der Zersetzung Wärme, zu erkennen am Dampf und am Geruch. Die sich bildende faulige Flüssigkeit lässt die Bodenlebewesen ersticken. Letztendlich schaden wir uns auch selber. Sei es durch das Nitrat, das ins Grundwasser gelangt – oder dass wir als Steuerzahler finanziell mit daran beteiligt sind, wenn diese Vermüllung der Natur beseitigt werden muss.

Alternativen

„Es gibt eindeutig Alternativen, wie das Häckseln, den Komposthaufen, durch den zusätzlicher Kunstdünger vermieden werden kann, die braune Tonne oder der städtische Wertstoffhof mit seinen Partnerunternehmen, die Grünabfälle kostenlos annehmen“, weist Ursula Eickmeier auf diese Möglichkeiten hin. Strauchschnitt im eigenen Garten bietet zudem auch Tieren einen Unterschlupf oder wird – gekonnt in Szene gesetzt – auch schon mal zum besonderen Eye-Catcher. Selbst wenn der Wald direkt gegenüber liegt: Sollte uns allen unsere intakte Natur nicht einen etwas weiteren Weg oder eine Alternative wert sein?   

Sie haben noch Fragen? Ursula Eickmeier hilft Ihnen gerne telefonisch unter 02362 665605 oder per Mail an [email protected] weiter.

Neuer WhatsApp-Kanal

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal unter https://bit.ly/dorstenonline für aktuelle Infos. Wir bieten lokale Nachrichten, Event-Infos, Polizeimeldungen und mehr.

NEUSTE ARTIKEL

Mehr Personal an NRW-Schulen: Höchster Zuwachs seit über 40 Jahren

Die Personalausstattung an den Schulen in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Schulministeriums arbeiten heute rund 12.600 Menschen mehr an den Schulen...

Dorsten setzt Strategie gegen Eichenprozessionsspinner fort

Dorsten setzt 2026 weiter auf feste Prioritäten und den digitalen Raupenmelder gegen Eichenprozessionsspinner.

Raub am Bahnhof Dorsten: Polizei sucht zwei Tatverdächtige mit Öffentlichkeitsfahndung

Nach einem Raub am Dorstener Bahnhof sucht die Polizei mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach zwei bislang unbekannten Tatverdächtigen. Sie sollen am Nachmittag des 22. Februar 2026...

Geschichtsstation an der Agathaschule zerstört

Mit großer Bestürzung hat die Agathaschule die Zerstörung der 49. Dorstener Geschichtsstation festgestellt. Unbekannte hatten am Wochenende das Glas der Station auf dem Schulgelände so...

Klick mich!