StartFreizeitKulturHendrik Soggeberg aus Dorsten: Festival-Kunstwerke mit Wow-Effekt

Hendrik Soggeberg aus Dorsten: Festival-Kunstwerke mit Wow-Effekt

Veröffentlicht am

Hendrik und ich treffen uns im Garten seiner Eltern in Hervest. Schon von Weitem sehe ich seine „Orchidee“ auf dem Rasen stehen. Mit ihren drei Metern Höhe ist sie eine prachtvolle Erscheinung, aber erst beim Näherkommen sehe ich, wie viel Arbeit und Leidenschaft Hendrik in diese Holzskulptur gesteckt hat.

Erst kürzlich ist der talentierte Künstler wieder nach Dorsten zurückgekehrt. Nachdem er zwei Jahre in Australien lebte und dort sein Publikum mit Feuer-Jonglagen verzauberte, zog es ihn für sieben Jahre nach Kambodscha. „Dort traf ich auf einen Bekannten, der mit Feuershows sein Geld auf Events und Festivals verdiente. Das war meine Chance“, erzählt mir Hendrik.

Anzeige
Anzeige von Ohrwerk Hörgeräte: Fit im Ohr. Fit für den Alltag.
Hendrik Soggeberg als Feuerkünstler. Foto: privat

Als „Trippy Jimmy“ sorgte er für Furore in Asien

Er nahm sie wahr, entwickelte sich weiter und trat als Feuerkünstler und Videojockey (VJ) mit Lichtanimationen in Asien auf. „Dadurch erhielt ich meinen ersten großen Auftrag und baute meinen Bambus-Phönix für ein Musikfestival auf einer Insel Kambodschas. Das Publikum war begeistert, die Skulptur gefiel den Besuchern offensichtlich und so kamen schnell neue Aufträge in Asien dazu“, erinnert sich Hendrik und fährt fort: „In Kambodscha war diese Art von Kunst neu und wenn du Talent hast, dann kannst du dir schnell einen guten Namen schaffen. Festivals dauern in Asien manchmal Monate, da sind Kunstobjekte sehr gefragt und so lohnt sich auch der längere Aufbau meiner Skulpturen.“ Auf diese Weise kamen seine aufwändigen Kunstobjekte bestens zur Geltung und er wurde unter seinem Künstlernamen „Trippy Jimmy“ gefeiert.

Bunt beleuchtete Kunst. Foto: privat

Noch einmal Glück im Unglück

Nur knapp entging Hendrik einem Schicksalsschlag, der sein künstlerisches Leben abrupt hätte beenden können: Tausendmal gesägt und aufgepasst, beim 1001. Mal ging es dann schief. „Ich war einfach nur unkonzentriert und nachlässig, und schon hing mein Daumen nur noch an einem seidenen Faden“, erinnert sich Hendrik. „Gedanklich hatte ich mich bereits von meinem Daumen verabschiedet, aber die OP in Kambodscha ist einigermaßen gelungen. Meine Künstlerkarriere hätte sonst auch ein jähes Ende gefunden.“

Doch gerade in Europa plant Hendrik sie auszubauen. Auf einem Festival in Deutschland war er als Künstler bereits vertreten, drei weitere in Deutschland und der Schweiz werden folgen.

Foto: privat

Hendrik Soggeberg zurück in Dorsten

Anfang des Jahres zog es ihn zurück nach Dorsten zu seinen Wurzeln und musste hier erkennen, dass das Leben in Kambodscha viel entspannter und unkomplizierter ist. „Die Menschen sind sehr zurückgelehnt, manchmal ein wenig zu sehr“, schmunzelt er.

Ein Seepferdchen aus Bambus. Foto: privat

So musste Hendrik beim Bau seiner oben beschriebenen Orchidee erst einmal wieder lernen, Regeln einzuhalten und beispielsweise die Genehmigungshöhe seiner Skulptur zu beachten. Nach einem Monat intensiver Planung am Computer sägte er sämtliches Holz, das sein Vater Hans ihm zur Verfügung stellte, millimetergenau zurecht. Nach einer Bauzeit von zwei Monaten wurde das Prachtstück fertig und zierte einige Zeit den heimischen Garten. „Mir liegt sehr viel an Nachhaltigkeit, daher arbeite ich ausschließlich mit Bambus und Holz, das ich wiederverwerten kann.“

Hendrik Soggeberg im heimischen Garten. Foto: Christian Sklenak

Hendrik, der, so wie es aussieht, das Künstlerische von seiner Mutter Rosi und das handwerkliche Geschick vom Vater Hans geerbt hat, konstruierte seine drei Meter hohe fleischfressende Orchidee so, dass sie auseinandergebaut für den Transport zu Festivals in einen Caddy passt. Bereits jetzt wirkt die imposante Statur, aber der 35-Jährige hat weitergehende Pläne mit ihr. Schon vor dem Bau entwarf er am PC Lichtprojektionen, schaute, wo Schatten entstehen, die die Illumination stören, und optimierte jeden Winkel, damit die Illumination später perfekt wirkt. Erst dann baute er sein Meisterwerk passgenau Stück für Stück auf.

Hendrik Soggeberg mit seinen gigantischen Spinnen. Foto: privat

Blick in die Zukunft

Hendrik erinnert sich an die Zeit, als er sich Gedanken über seine zukünftigen Lichtshows und Lichtinstallationen machte. Mit Begeisterung beschreibt er, wie die Lichtstrahlen in der Dunkelheit seine Skulptur in eine lebendige, pulsierende Welt verwandeln sollten und es mittlerweile auch machen.

„Feuerjonglage war für mich irgendwann kein Hobby mehr, sondern nur noch ein Job, und ich war nicht mehr mit ganzem Herzen dabei. Feuer verzauberte die Menschen, die ich mit auf die Reise genommen habe. Daran möchte ich anschließen und sie nun durch meine Videoshows mitnehmen in die Nacht, in eine andere Welt“, erzählt Hendrik mit leuchtenden Augen. „Aber ich plane, nicht mehr selbst auf der Bühne zu stehen, sondern zukünftig im Hintergrund die Strippen zu ziehen. Alternativ verleihe ich daher meine Skulpturen inklusive Aufbau und Beamer mit Videoshow beispielsweise für Festivals.“

Foto: privat

Zurzeit wohnt Hendrik, wie gesagt, bei seinen Eltern in Hervest, seine englische Lebensgefährtin Rachael verbringt aktuell Zeit in ihrer Heimat. „Wir beide werden in Zukunft wahrscheinlich in Europa bleiben und uns hier etwas aufbauen. Aber das ist nicht in Stein gemeißelt. Mal sehen, wohin uns der Wind treibt“, betont er voller Vorfreude, denn er weiß: Die Zukunft hält für ihn unzählige Möglichkeiten bereit.

Neuer WhatsApp-Kanal

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal unter https://bit.ly/dorstenonline für aktuelle Infos. Wir bieten lokale Nachrichten, Event-Infos, Polizeimeldungen und mehr.

NEUSTE ARTIKEL

Mehr Personal an NRW-Schulen: Höchster Zuwachs seit über 40 Jahren

Die Personalausstattung an den Schulen in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Schulministeriums arbeiten heute rund 12.600 Menschen mehr an den Schulen...

Dorsten setzt Strategie gegen Eichenprozessionsspinner fort

Dorsten setzt 2026 weiter auf feste Prioritäten und den digitalen Raupenmelder gegen Eichenprozessionsspinner.

Raub am Bahnhof Dorsten: Polizei sucht zwei Tatverdächtige mit Öffentlichkeitsfahndung

Nach einem Raub am Dorstener Bahnhof sucht die Polizei mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach zwei bislang unbekannten Tatverdächtigen. Sie sollen am Nachmittag des 22. Februar 2026...

Geschichtsstation an der Agathaschule zerstört

Mit großer Bestürzung hat die Agathaschule die Zerstörung der 49. Dorstener Geschichtsstation festgestellt. Unbekannte hatten am Wochenende das Glas der Station auf dem Schulgelände so...

Klick mich!