Hervestkonferenz zu Gast im Jüdischen Museum

Die Hervestkonferenz fand erstmals im Jüdischen Museum statt. Dabei ging es um die Zukunft des alten Freibads und die Versorgung der Kriegsflüchtlinge.

Die Hervestkonferenz fand am 8.Juni im Jüdischen Museum statt. Foto: Alexander Fichtner

Am 8. Juni wurde die 38. Hervestkonferenz erstmals im Saal des Jüdischen Museums abgehalten. Vor der Konferenz hatte der Trägervereins-Vorsitzende Dr. Norbert Reichling alle Interessierten zu einer kurze Führung durch die Ausstellung eingeladen. Für viele Besucher aus Hervest war das eine schöne Möglichkeit, die aktuelle Ausstellung des Hauses kennen zu lernen.

Jüdisches Museum Dorsten
Auswärtsspiel für die Hervestkonferenz Foto:Archiv

Großes Einvernehmen gab es auf der Hervestkonferenz bei den Anträgen zum Bürgerbudget. Mit diesem Geld können kleinere Projekte im Stadtteil umgesetzt werden, falls die Konferenzteilnehmer ihren Segen geben. Daran scheiterte es an diesem Abend aber nicht. So sprachen sich alle Teilnehmer für die Idee einer Standpunkttafel an der ehemaligen Zechenbahnbrücke und für eine Ferienmaßnahme für benachteiligte Kinder aus. Auch zwei Projekte aus dem Marienviertel wurden bewilligt. Dabei ging es um Fahrradständer für Schüler an einer Bushaltestelle, sowie um eine Parkbank am Bücherschrank.

Begrüßung neuer Bürger im Stadtteil durch Teilnehmer der Hervestkonferenz

Auch die Kirchengemeinde St. Paulus hatte bei der Hervestkonferenz eine frische Idee im Gepäck. Wer neu nach Hervest zieht, soll bald eine Einladung zu Kaffee und Kuchen erhalten. So würde der Stadtteil insgesamt noch besser vernetzt. Außerdem ist die Kirchengemeinde überzeugt, dass die neuen Bürger so ihren Stadtteil und die Nachbarn näher kennen lernen können. Mehrere Vereine, etwa der Schützenverein Hervest oder der Bergbauverein, möchten sich an der Umsetzung beteiligen.

Kriegsflüchtlinge in Dorsten

Bürgermeister Tobias Stockhoff erläuterte die aktuelle Situation der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Dorsten. Etwa 350 Menschen sind der Stadt Dorsten derzeit zugewiesen. Ein Drittel von ihnen sind Kinder oder Jugendliche unter 18 Jahren. Die Landeseinrichtung an der Bochumer Strasse am Alten Petrinum soll in Kürze weitere Kapazitäten erhalten. Die Bezirksregierung Münster will zudem den Sportplatz der früheren Gerhart-Hauptmann-Realschule mit Großzelten ausstatten. „Das Areal ist sehr gut dafür geeignet, da dort bereits Strom- und Wasseranschlüsse vorhanden sind“, erklärte der Bürgermeister.

Freibad war ebenfalls Thema in der Hervestkonferenz

Ein weiteres Thema auf der Hervestkonferenz war das alte Dorstener Freibad. Viele Bürger wünschen sich, dass auf dem Gelände des ehemaligen Freibads etwas passiert. Pläne und Ideen gibt es jedenfalls einige für das Grundstück. Allerdings dämpfte Bürgermeister Stockhoff die Erwartungen. „Das Freibad hat im Moment keine Priorität“, betonte er. Andere Projekte in Dorsten hätten derzeit Vorrang. Zunächst müsse ohnehin eine Lösung für den dort immer noch vorhandenen Bauschutt gefunden werden. Eine Entsorgung der Bauabfälle würde um die 300.000 Euro in Anspruch nehmen.

Als letzte Punkte wurden des Weiteren die Planung eines „Bürgerfestes an der Zechenbahnbrücke“ sowie der Rückblick zur „Woche des Grundgesetzes“ im Rahmen der Hervestkonferenz vorgestellt. Das Treffen stellte erneut unter Beweis, dass Bürgerengagement die Zukunft der Stadt positiv beeinflussen kann.