Die Diskussion um die geplante Nutzung der Hürfeldhalde in Dorsten als Deponiefläche geht weiter.
Die Bürgerinitiative zum Schutz vor Bergbau- und Umweltschäden in Dorsten wartet weiterhin auf eine Reaktion des Bauministeriums. In einem Schreiben vom 15. Juli 2025 habe sie Ministerin Ina Scharrenbach zu den Vorgängen rund um die Hürfeldhalde angeschrieben, den möglichen Vertragsbruch der RAG sowie die Rolle von Garrelt Duin als Regionaldirektor des RVR thematisiert und um eine Stellungnahme gebeten.

Mehrfache Schreiben ohne Reaktion
Da auf das erste Schreiben keine Antwort erfolgt sei, habe die Bürgerinitiative am 31. August und am 1. Oktober 2025 per E-Mail an die Bearbeitung erinnert. Auch diese Nachfragen seien unbeantwortet geblieben. Am 16. Oktober 2025 habe die Initiative schließlich ein weiteres Schreiben per Einschreiben an das Ministerium gesendet, mit der Bitte, zumindest den Eingang der bisherigen Schreiben zu bestätigen.
„Ein Vorgang von erheblicher Bedeutung“
Klaus Wagner, Vorstandsvorsitzender der Bürgerinitiative, äußerte deutliche Kritik: „Wir haben kein Verständnis mehr dafür, dass Vertreter unserer Landesregierung die Bearbeitung eines so wichtigen Vorgangs vermutlich einfach ignorieren oder gar aussitzen wollen.“ Man habe, so Wagner, den Dialog gesucht, um die Hintergründe des Vorgangs sachlich zu klären und Lösungen zu finden. „Uns geht es nicht um Konfrontation, sondern um Transparenz und nachvollziehbares Verwaltungshandeln“, betonte er.
Zweifel an dialogorientierter Politik
Die Bürgerinitiative kritisiert, dass die Landesregierung offenbar kaum an einer dialogorientierten Politik mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern interessiert sei. Wagner führte weiter aus, dieser Eindruck habe sich auch aus bisherigen Erfahrungen mit anderen Behörden ergeben. „Unsere bisherigen Kontakte mit dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW haben gezeigt, dass Bürgeranliegen zu bergbaulichen und umweltrelevanten Themen offenbar nur sehr zögerlich aufgegriffen werden“, sagte Wagner.
Forderung nach Transparenz und Beteiligung
Die Initiative wolle nach eigenen Angaben an dem Thema festhalten. Sie fordere eine klare Stellungnahme der Ministerin und eine transparente Prüfung der Vorgänge rund um die Hürfeldhalde. Der Fall sei, so Wagner, „ein Vorgang von erheblicher Bedeutung für die Stadt Dorsten und die Region“.
RVR: Keine Vertragsbeziehungen zur Hürfeldhalde
Stellungnahme des RVR nach Anfrage der Redaktion. Rolle des RVR:
Zu den Vertragsverhältnissen, die zwischen der RAG AG und der Stadt Dorsten bestehen, sei der RVR nicht auskunftsfähig. Die RAG habe die betreffende Liegenschaft an die AGR GmbH veräußert. Verträge oder Abstimmungen mit dem RVR gebe es nicht.
Der Anfang 2024 in Kraft getretene Regionalplan Ruhr sehe, im Einklang mit den Vorgaben des Landesentwicklungsplans, die Nutzung der Hürfeldhalde als Deponiefläche vor. Über die konkrete Nutzung solle im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens entschieden werden, das in die Zuständigkeit der Bezirksregierung Münster falle.
Im Zuge der aktuellen Diskussion habe es zahlreiche Gespräche mit der Stadt Dorsten gegeben. Zudem hätten RAG, AGR und RVR am 7. Juli 2025 in einem gemeinsamen Schreiben an Bürgermeister Tobias Stockhoff ihre Bereitschaft zum weiteren Dialog bekräftigt.
Bewertung der Kritik der Bürgerinitiative
Zur Kritik der Bürgerinitiative an mangelnder Transparenz erklärte der RVR, dass er keinen Auftrag zur Kommunikation über vertragliche Regelungen Dritter habe. Da der Verband auch nicht Planfeststellungsbehörde sei, könne er keine Auskünfte zu laufenden Verfahren erteilen.
Der RVR verwies darauf, dass der Regionalplan Ruhr in einem mehrjährigen Verfahren entstanden sei. Dieses sei bereits 2018 eingeleitet und unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit, Fachbehörden und Kommunen durchgeführt worden. Der Plan sei Ende 2023 in öffentlicher Sitzung von der gewählten Verbandsversammlung beschlossen worden.
Nach Kenntnis des RVR laufe derzeit ein Mediationsverfahren unter Leitung des Landrates des Kreises Recklinghausen, an dem der Verband nicht beteiligt sei.
Initiative fordert weiterhin Aufklärung
Die Bürgerinitiative wolle nach eigenen Angaben an dem Thema festhalten. Sie fordere eine klare Stellungnahme von Ministerin Scharrenbach und eine transparente Prüfung der Vorgänge rund um die Hürfeldhalde. Nach Einschätzung der Initiative handele es sich um einen Vorgang von erheblicher Bedeutung für die Stadt Dorsten und die Region.




























