Sichere Radwege, bessere Busverbindungen, frei zugängliche Sportflächen und ein eigenes Jugendcafé: Bei der ersten Dorstener Jugendkonferenz haben Schülersprecher der weiterführenden Schulen ihre Vorstellungen für eine jugendfreundlichere Stadt formuliert. Rund zwei Stunden lang diskutierten sie im Treffpunkt Altstadt darüber, was in Dorsten bereits gut läuft und wo sie Verbesserungsbedarf sehen.
Eingeladen hatte die Jugendförderung der Stadt Dorsten. Bürgermeister Tobias Stockhoff, die Erste Beigeordnete Nina Laubenthal und Stefan Breuer, Leiter des Amtes für Familie und Jugend, verfolgten die Diskussionen der Jugendlichen.
Stockhoff zeigte sich zum Auftakt beeindruckt vom Engagement der Teilnehmer. „Ich freue mich sehr, dass sich so viele junge Menschen mit Ideen, Kritik und konkreten Vorschlägen für ihre Stadt einbringen“, sagte der Bürgermeister. Dies zeige, dass Jugendliche Verantwortung übernehmen und Dorsten aktiv mitgestalten wollten. Die Stadt wolle diesen Dialog fördern und die Anregungen in weitere Planungen einbeziehen.
Was Jugendliche an Dorsten schätzen
In mehreren moderierten Arbeitsphasen beschäftigten sich die Schüler mit den Stärken und Schwächen ihrer Stadt. Unter Überschriften wie „Dein FLEX in Dorsten“, „Dein WTF in Dorsten“ und „Dein DREAM in Dorsten“ sammelten sie positive Beispiele, Kritikpunkte und Wünsche für die Zukunft.
Gut schnitt dabei unter anderem die breite Vereinslandschaft ab. Auch die zahlreichen Sportmöglichkeiten sowie kulturelle Einrichtungen wie die Stadtbibliothek und das Jüdische Museum Westfalen erhielten positive Bewertungen.
Die Verbindung von Stadt und Natur mit Lippe und Wesel-Datteln-Kanal sowie Freizeitangebote und Einkaufsmöglichkeiten sehen viele Jugendliche ebenfalls als Stärke Dorstens. Anerkennung fanden zudem bestehende Möglichkeiten zur Mitwirkung, beispielsweise über Schülervertretungen und Stadtteilkonferenzen.
Jugendcafé und bessere Nachtbusse gewünscht
Deutlich wurde allerdings auch, wo sich die Jugendlichen Veränderungen wünschen. Dazu gehören sichere Radwege und verlässlichere Bus- und Bahnverbindungen. Insbesondere zusätzliche Nachtbusangebote stehen auf der Wunschliste.
Außerdem wünschen sich die Schüler mehr frei zugängliche Sportflächen sowie Orte, an denen sie sich treffen oder gemeinsam lernen können. Besonders häufig genannt wurde dabei die Idee eines Jugendcafés.
Weitere Vorschläge betreffen mehr Schattenplätze und Angebote zum Klimaschutz sowie kostenloses WLAN an zentralen Orten. Langfristig wünschen sich die Jugendlichen zudem zusätzliche Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in der Region.

„Es tut gut, dass wir mal gefragt werden“
Eden Fähnrich-Winkel, Leiterin der Abteilung Jugendförderung, wertete die große Beteiligung als klares Signal. „Die große Beteiligung und die vielen konkreten Ideen haben gezeigt, dass Jugendliche ihre Stadt aktiv mitgestalten möchten“, sagte sie. Der Dialog solle deshalb fortgeführt und die Beteiligung junger Menschen weiter ausgebaut werden.
Auch Luca Sörries, der die Jugendkonferenz maßgeblich organisiert hatte, zog ein positives Fazit. „Es war beeindruckend zu erleben, wie intensiv sich die Schüler mit den Themen auseinandergesetzt haben. Genau so stellen wir uns Jugendbeteiligung vor.“
Dass das Format bei den Teilnehmern ankam, zeigten auch deren Reaktionen. „Es tut gut, dass wir mal gefragt werden, wie wir Dorsten erleben und dass unsere Ideen nicht einfach in der Schublade verschwinden sollen“, sagte eine Teilnehmerin.
Ein anderer Schüler wollte nach der Konferenz sogar direkt weiter mitarbeiten. Er erkundigte sich nach dem Jugendhilfeausschuss und danach, ob er künftig auch an einer Stadtteilkonferenz teilnehmen könne.
Ergebnisse gehen an die Fachämter
Die Jugendförderung will die Ergebnisse der ersten Jugendkonferenz nun auswerten. Die Vorschläge sollen sowohl in weitere Beteiligungs- und Planungsprozesse der Stadt einfließen als auch an die jeweils zuständigen Fachämter weitergegeben werden.
Anschließend soll geprüft werden, welche Ideen tatsächlich umgesetzt werden können.




























