„Ich freue mich immer, wenn Uta oder Iris vom Pflegedienst zu mir kommen“, betont Ursula „Ulla“ Schneider und lächelt. Die 87-Jährige aus Holsterhausen lebt allein. Körperlich hat sie mit einigen Einschränkungen zu kämpfen, doch geistig ist sie fit.
Was ihr am meisten fehlt, sind die Menschen, die sie über viele Jahre begleitet haben. „Viele meiner Freundinnen leben leider nicht mehr. Dass sie gestorben sind, das muss ich erst einmal verarbeiten.“
Hilfe im Alltag
Treppen steigen kann Ulla Schneider schon lange nicht mehr ohne Schmerzen. „Meine Knochen sind kaputt“, sagt sie schlicht. Sie verlässt deshalb ihre Wohnung nur noch selten. Umso wichtiger sind für sie die Besuche ihres Sohnes Christian, der jeden Tag nach seiner Mutter sieht. Er begleitet sie regelmäßig zum Arzt oder zum Einkaufen. „Mehr Familie habe ich leider nicht mehr, denn Christian ist nicht verheiratet.“
Doch der Sohn kann nicht rund um die Uhr für seine Mutter da sein. „Ich bin berufstätig und kann mich deshalb nicht ständig um sie kümmern“, erklärt er. „Umso beruhigter bin ich, wenn ich weiß, dass der Pflegedienst regelmäßig nach ihr schaut.“
Vertraute Pflegekräfte
Seit drei Jahren gehört Pflegekraft Uta zu Ursula Schneiders vertrauten Gesichtern. Zweimal in der Woche unterstützt sie die Seniorin bei der Körperpflege, zusätzlich kommt ihre Kollegin Iris einmal wöchentlich und kümmert sich um den Haushalt. „Wir versuchen in der Bezugspflege möglichst immer dieselben Mitarbeiterinnen einzusetzen“, erklärt mir die Pflegekraft. „Gerade bei der Körperpflege ist Vertrauen besonders wichtig“, fährt sie fort.
Auch Ursula Schneider sieht das so. „Ich muss mich dabei wohlfühlen“, betont sie. „Wenn Uta mir beim Duschen hilft und mir danach die Haut eincremt oder meine Füße massiert, dann geht es mir richtig gut. Allein kann ich beispielsweise meine Arme nicht mehr weit genug anheben, um mir die Haare zu waschen. Auch dabei steht sie mir zur Seite.“
Mehr als Waschen und Eincremen
Für Uta gehört zu ihrer Arbeit jedoch weit mehr als Waschen und Eincremen. „Viele ältere Menschen haben den ganzen Tag Schmerzen oder können sich nur noch eingeschränkt bewegen. Ihnen möchte ich wenigstens für kurze Zeit ein besseres Körpergefühl schenken.“ Dazu gehören für sie auch kleine Handgriffe wie eine wohltuende Fußreflexzonenmassage. „Sie sorgt nicht nur für Entspannung, sondern kann sich auch positiv auf den Körper auswirken.“
Während der Besuche behält Uta nicht nur das Wohlbefinden ihrer Patienten im Blick. Sie achtet ebenso auf Veränderungen der Haut, auf Wunden oder darauf, ob sich deren Mobilität verschlechtert. Ist eine medizinische Versorgung notwendig, dann übernehmen entsprechend ausgebildete Pflegefachkräfte diese Aufgaben.
Gespräche, die viel bedeuten
Mindestens ebenso wichtig wie die pflegerische Unterstützung sind für Ursula Schneider jedoch die Gespräche. „Ich erfahre so immer Neues. Und weil persönliche Treffen mit Freunden im Alter seltener werden, bedeuten mir diese gemeinsamen Minuten wirklich sehr viel, denn dann habe ich das Gefühl, noch mitzuspielen.“
Wenn Uta Urlaub hat oder krank ist, fällt es der Seniorin schwer, sich auf eine andere Pflegekraft einzulassen. „Dann helfen mir lieber Freundinnen“, sagt sie und weiß, dass diese Freundschaften gepflegt werden müssen, auch wenn das im Alter aus verschiedenen Gründen nicht immer so leicht ist.
Bei Ursula Schneider sind es vor allem die vielen kleinen Hilfen, die ihr ermöglichen, weiterhin selbstbestimmt in ihrer Wohnung zu leben. Für andere Senioren mit einem höheren Pflegegrad leisten ambulante Pflegedienste deutlich mehr und tragen so dazu bei, dass ein Umzug in ein Seniorenzentrum häufig um einige Jahre hinausgezögert werden kann.
Welche Leistungen ein ambulanter Pflegedienst übernimmt und in welchem Umfang die Pflegekasse die Kosten trägt, hängt vom jeweiligen Pflegegrad ab. Auskunft dazu erteilen die Pflegekassen sowie die örtlichen Pflegeberatungsstellen.



