Ministerin Gebauer: Unsere Schulen sollen Orte der Menschlichkeit sein – Antisemitismus gemeinsam und entschlossen entgegentreten

Kooperationsvereinbarung mit der Jüdischen Gemeinde unterzeichnet

NRW (pd). Schulministerin Yvonne Gebauer hat gemeinsam mit Michael Szentei-Heise, dem Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, und unter Teilnahme der Antisemitismusbeauftragten der Landesregierung, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die Vereinbarung zur „Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Antisemitismus in nordrhein-westfälischen Schulen“ unterzeichnet.

Antisemitismus NRW

Schulministerin Yvonne Gebauer hat gemeinsam mit Michael Szentei-Heise, dem Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, und unter Teilnahme der Antisemitismusbeauftragten der Landesregierung, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die Vereinbarung zur „Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Antisemitismus in nordrhein-westfälischen Schulen“ unterzeichnet.

Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit

Damit erhält die bereits bestehende „Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit – Beratung bei Rassismus und Antisemitismus“ (SABRA) die Aufgabe, Schulen verstärkt zu beraten und zu unterstützen. Mit der Kooperationsvereinbarung setzt die Landesregierung ein weiteres sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus und bietet zukünftig Schulen noch mehr Unterstützung bei der Prävention und bei der Intervention bei Fällen von Diskriminierung.

Demokratie braucht Zivilcourage

Ministerin Gebauer erklärte: „In unserer demokratischen Gesellschaft dürfen Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit keinen Platz haben. Leider ist das keine Selbstverständlichkeit. Angesichts der jüngsten Taten, die bundesweit für Entsetzen sorgen und auch in Anbetracht alltäglicher Formen von Diskriminierung und Erniedrigungen, müssen wir alle gemeinsam entschlossen und unmissverständlich für die Menschenwürde eintreten. Die Schule ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche viel Zeit verbringen. Gerade deswegen müssen wir hier ansetzen und Schulen noch besser bei ihrer Präventionsarbeit unterstützen. Damit Schülerinnen und Schüler sich an ihrer Schule sicher fühlen, ist es wichtig, eine respektvolle Kultur des Hinschauens zu etablieren. Durch gute Präventionskonzepte wollen wir dazu beitragen, dass es erst gar nicht zu antisemitischen Vorfällen kommt – und wenn doch, dann stehen wir den Schulen mit Konzepten zur Intervention beiseite. Wir wollen Schülerinnen und Schüler bestärken, couragiert gegen jede Form von Rassismus, von Hass und Gewalt einzutreten. Es liegt in der Verantwortung der gesamten Schulgemeinschaft, deutlich zu machen, dass sie keinen Antisemitismus duldet“, betonte Ministerin Gebauer.

Antisemitismus NRW

„Die nun vereinbarte Zusammenarbeit zwischen Schulministerium und Jüdischer Gemeinde Düsseldorf führt die entschlossene Arbeit gegen Antisemitismus fort. Es freut mich sehr, dass wir diese Vereinbarung heute unterzeichnen. Mit Blick auf den morgigen Gedenktag am 9. November, wenn sich die Novemberpogrome zum 81. Mal jähren, muss uns das noch mehr Mahnung sein für ein entschlossenes ‚Nie wieder!‘. Wir treten allen antisemitischen Tendenzen entschieden entgegen. Demokratie braucht Zivilcourage – und wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler darin bestärken, diese Haltung im Alltag zu leben“, unterstrich Ministerin Gebauer.

Thema Antisemitismus auch in den Schulen

Michael Szentei-Heise sagte: „Im Laufe der ersten zwei Jahre der Tätigkeit von SABRA hat sich zunehmend herauskristallisiert, dass das Thema Antisemitismus auch in den Schulen ein wichtiges Thema ist und immer wichtiger wird. Demzufolge sind die entsprechenden Ansätze der Arbeit auch angepasst worden. Wir begrüßen es deshalb ausdrücklich, dass das Schulministerium des Landes Nordrhein-Westfalen für den Ausbau dieser Tätigkeit personelle Unterstützung in Form einer Lehrerstelle zur Verfügung stellt. Die Stelle soll eine Verbindungsfunktion zwischen der allgemeinen Antidiskriminierung- und Antisemitismuspräventionsarbeit von SABRA und dem pädagogischen Ansatz in der schulischen Arbeit einnehmen.“

Unterstützung für alle Schulen

Die Antisemitismusbeauftragte der Landesregierung Sabine Leutheusser-Schnarrenberger betonte: „Die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags zwischen der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und dem Ministerium für Schule und Bildung stellt eine wichtige Unterstützung für alle Schulen, für Lehrerinnen und Lehrer und für die Schülerinnen und Schüler in ganz Nordrhein-Westfalen dar. Die zugewiesene Lehrkraft profitiert vom Know-how der Jüdischen Gemeinde und ist so in der Lage, bei der Beratung in Fragen des Antisemitismus, bei der Mitwirkung und Weiterentwicklung von Materialien und insbesondere bei der Vermittlung an Schulen einen wichtigen Anteil im Einsatz gegen Antisemitismus an Schulen zu leisten.“

Kooperationsvereinbarung

SABRA ist eine Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit, die innerhalb des Förderprogramms der Integrationsagenturen auf der Grundlage der Förderrichtlinie durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration gefördert wird. Durch die zwischen dem Ministerium für Schule und Bildung und der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf wird die Tätigkeit von SABRA fachlich ergänzt, und das Schulministerium unterstützt die Servicestelle.

SABRA wird künftig ein Ansprechpartner sein für Schulen, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und Eltern. Darüber hinaus gehört nun auch zu den Aufgaben der neuen Kolleginnen von SABRA, das Schulministerium, die Schulaufsichtsbehörden, die Landesstelle Schulpsychologie und Schulpsychologisches Krisenmanagement sowie die Landespräventionsstelle gegen Gewalt und Cybergewalt an Schulen bei der Konzeption und Umsetzung von Maßnahmen gegen Antisemitismus zu beraten.
 

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