StartLokalesKreis RecklinghausenKeine Maßnahmen trotz hoher Corona-Infektionszahlen

Keine Maßnahmen trotz hoher Corona-Infektionszahlen

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Immer weiter steigende Covid-19 Zahlen im Kreis Recklinghausen. Landrat möchte eine Begrenzung von Teilnehmern bei Feiern und auch die Rückkehr zur Maskenpflicht an Schulen

Trotzdem sieht das Land NRW keine Handhabe für Anpassung und Einschränkungen trotz steigender Coronazahlen vor.

Die Zahl der aktut Corona-Infizierten ist im Kreis Recklinghausen ist so hoch wie seit Mai nicht mehr. Aktuell (1.10.) sind 229 Menschen an Covid-19 erkrankt. Besonders in Haltern; Marl und Gladbeck explodieren die Infektionzahlen.

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In Gladbeck und Haltern werden die kritischen Inzidenzwerte d.h. die Infektionen der letzten 7 Tage pro 100.000 Einwohner – in Gladbeck auf rund 60 (59,5), in Haltern am See auf knapp 35 (34,2) mittlerweile übertroffen. Doch neue, den steigenden Zahlen angepasste Maßnahmen können nicht angeordnet werden.

Aktuelle Regelung bleibt bestehen

Deshalb ist der Kreis Recklinghausen mit Blick auf die Corona-Infektionen in Städten des Kreises mit dem Land in Kontakt getreten.

Die Antwort: Die aktuelle Regelung bleibt bestehen, es wird keine Anpassung und somit auch keine Möglichkeit zum Handeln für den Kreis geben, denn es gibt keine Handhabe, solange Inzidenz nicht kreisweit den Schwellenwert erreicht.

Auf Kreisebene habe man, so heißt es von der Kreisverwaltung Recklinghausen, bereits erfolglos versucht, beim Land Nordrhein-Westfalen zu intervenieren.

Kritikt an die Landesregierung

In einer aktuellen Mitteilung kritisiert Landrat Cay Süberkrüb diese Regelung, denn um Maßnahmen anordnen zu können, fehlt dem Kreis Recklinghausen jedoch auch weiterhin die rechtliche Handhabe, solange nicht auch die kreisweite Inzidenz den vom Land festgelegten Schwellenwert 35 bzw. für weitere Maßnahmen 50 erreicht. Das Land hält an dieser in der Coronaschutzverordnung festgeschriebenen Vorgehensweise fest.

„Ich bin sicher, dass etwas getan werden muss. Der Kreis Recklinghausen mit seinen über 600.000 Einwohnern und seiner Lage an Ruhrgebiet und Münsterland kann in der aktuellen Situation und mit hohen Infektionszahlen in einzelnen Städten nicht wie alle anderen Flächenkreise mit geringerer Einwohnerzahl in NRW behandelt werden. Ich bedauere sehr, dass das Land diese Einschätzung nicht teilt“, erklärt Landrat Cay Süberkrüb.

Von dem Vorstoß erhoffte sich Cay Süberkrüb, dass mit Genehmigung aus Düsseldorf über eine Allgemeinverfügung weitere Maßnahmen angeordnet werden können.

Ein verzerrtes Bild

Vergleicht man die Städte des Kreises Recklinghausen, zeigt das Infektionsgeschehen sehr unterschiedliche Ausmaße. Gibt es in Waltrop derzeit nur zwei aktive Infektionen, sind in Gladbeck akut 70 Personen mit dem Virus infiziert.

„Der Inzidenzwert für den gesamten Kreis, der bei 23,9 liegt, zeichnet da ein verzerrtes Bild. Wir und auch die Städte Gladbeck und Haltern können dem Bürger nicht plausibel erklären, warum nichts unternommen wird, um die Infektionen einzudämmen.“

Ruhrgebiet als Ballungsraum

Für Süberkrüb müsste nicht nur für den Kreis Recklinghausen an der bestehenden Verordnung Änderungen vorgenommen werden. „Das Ruhrgebiet insgesamt ist als Ballungsraum anders zu bewerten als andere, beispielsweise ländlichere Regionen Nordrhein-Westfalens.“

Für den Fall, dass das Land grünes Licht für die Anordnung weiterer Maßnahmen gegeben hätte, hatte die Kreisverwaltung bereits Vorschläge vorbereitet, die der Bezirksregierung mit der Bitte um Prüfung vorlagen. Dazu zählten neben der Begrenzung von Teilnehmern bei Feiern auch die Rückkehr zur Maskenpflicht an Schulen.

Arbeitsbelastung der Mitarbeiter

„Ich habe bereits Ende August darauf hingewiesen,  dass ich es für nicht verantwortlich halte, die Maskenpflicht in Schulen zurückzunehmen. Die Konsequenzen spiegeln sich dabei nicht nur in den Infektionszahlen, sondern sind ebenso deutlich in der Arbeitsbelastung der Mitarbeiter des Gesundheitsamt und des Deutschen Roten Kreuzes  spürbar.“

Kreis und Städte haben verabredet, weiterhin alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um Maßnahmen zur Eingrenzung des Infektionsgeschehens zu ergreifen.

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