Straßenbeleuchtung: Lichtbringer sind sich uneins

An rund 60 Stellen in Dorsten fehlt eine ausreichende Straßenbeleuchtung. (Symbolbild)

Nach Beschwerden in Rhade über lückenhafte Straßenbeleuchtung sind sich die Ratsparteien einig über den Wunsch nach einer besseren Beleuchtung, aber uneins über den Weg dorthin.

Die dunkle Jahreszeit hat seine eigenen Tücken. Das musste ein Junge aus Rhade Anfang des Jahres schmerzhaft am eigenen Leib erfahren. Auf einer dunklen Straße vertrat er sich einen Fuß und war einige Zeit auf Gehhilfen angewiesen. Der Unfall rief die Eltern auf den Plan, die sich bei der Stadt Dorsten über die lückenhafte Straßenbeleuchtung beschwerte.

Bei der Stadt wiegelte man ab: Zwar habe man Verständnis für den Wunsch der Familie, aber es gebe auch in anderen Stadtteilen dunkle Ecken. Wenn von einem Laternenabstand von 35 Metern ausginge, kämen rund 60 Beleuchtungslücken zusammen – und diese alle zu füllen, sei schlicht zu teuer. Kurz gesagt: Für die Familie in Rhade könne man keine Ausnahme machen.

Die Familie war wenig erfreut, der Fall gelangte in die Presse. Und so dauerte es auch nicht lange, bis die Lokalpolitik das Thema aufgriff.

CDU: Lampen umrüsten, Anlieger an Kosten beteiligen

Zunächst machte die CDU einen Vorschlag: Die Stadtverwaltung solle bis Jahresmitte ein neues Beleuchtungskonzept für die ganze Stadt entwickeln. Sowohl die Rhader CDU als auch die Ratsfraktion schlugen vor, bei den anfallenden Kosten auch die Anlieger zu beteiligen. Außerdem sei zu prüfen, ob mit der Umrüstung auf LED-Technik nicht vielleicht Kosten gespart werden könnten. Vielleicht könne man so sogar neue Laternen an bislang dunklen Standorten gegenfinanzieren. „Mit dem Haushalt 2022 wurden Mittel für solche ökologischen Optimierungsmaßnahmen grundsätzlich zur Verfügung gestellt“, erklärt CDU-Fraktionschef Bernd-Josef Schwane.

Grüne: Erst einmal auf Schulwege konzentrieren

Die Dorstener Grünen können die Motivation der CDU nachvollziehen, halten den Vorschlag aber für nicht zielführend. So sei ein Beleuchtungskonzept für ganz Dorsten viel zu umfangreich und gar nicht in so kurzer Zeit zu erstellen. „Darüber hinaus vermischt der Antrag viele Aspekte, die getrennt voneinander betrachtet werden müssen“, kritisieren die Grünen. So sei „eine pauschale Aufrüstung der Straßenbeleuchtung nicht sinnvoll, wenn man den Energieverbrauch und die Nachteile, die durch die Lichtverschmutzung für Insekten entstehen, betrachtet“, heißt es. Daher regen die Grünen an, sich einfach erst einmal auf die Schulwege zu konzentrieren. Mit einer so begrenzten Aufgabe könne man viel realistischer Verbesserungen bis zum Herbst umsetzen, ohne sich zu verzetteln.

SPD: Beleuchtung ohne Rücksicht auf Kosten überall prüfen

Die SPD hingegen plädiert für einen breiteren Ansatz. „Ganz Dorsten muss auf den Prüfstand und dies auch unter Einbeziehung der Frage nach kostensparendem LED- oder Solarleuchten-Einsatz“, fordert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dirk Groß. Dabei könne sich die Stadt nicht mit Sparauflagen herausreden: „Zwingend erforderliche Beleuchtung auf Schulwegen oder anderen Wegen ist eine Frage der Verkehrssicherungspflicht und nicht der städtischen Kassenlage“, so Groß.