Der elfjährige Till Sobbe und sein um zwei Jahre jüngerer Bruder Johann trainieren seit mehr als vier Jahren beim Wulfener Judo-Verein. „Ein Schulfreund aus der Grundschule hat mich auf diese Idee gebracht“, erzählt mir Till.
Johann und seine jüngere Schwester Franka kamen später unverhofft dazu. „Unser Schwimmkurs fiel aus, und so mussten wir mit zum Judotraining“, erinnert sich Jakob. Schnell waren auch die beiden begeistert und die drei Geschwister freuen sich seitdem auf jede Trainingsstunde in der Turnhalle der Grünen Schule, zusammen mit ihrem Vater Christoph, den sie ebenfalls für den Judosport begeistern konnten, und der nun als Trainer den Verein unterstützt.
Ziele auf dem Weg zum nächsten Gürtel
Noch tragen Till und Johann stolz den orangen Judogurt, den 5. Kyu, aber ihre Ziele haben sie schon genau formuliert. Während Johanns Wunsch der grüne Gürtel ist, steckt Till seine Ziele höher. „Braun wäre klasse, schwarz natürlich noch besser.“
45 Jahre Vereinsleben
Gegründet wurde der Verein im November 1981 von Walter Hoinkis, sodass die Mitglieder Ende des Jahres auf 45 Jahre Vereinsleben zurückblicken können. Seit 1983 im Verein und Träger des schwarzen Gürtels (1. Dan) ist Frank Kitscha, der die Entwicklung des Vereins mit all seinen Höhen und Tiefen miterlebt hat.
Er erinnert sich an Zeiten, in denen die Mitglieder zunächst in der Wittenbrinkschule trainierten, später an der Gesamtschule und seit Ende der 90er-Jahre in der Turnhalle der Grünen Schule. „Doch in der Pandemie stand der Verein auf der Kippe. Judo ist ein Sport mit Körperkontakt, und genau das war während dieser Zeit nicht möglich“, berichtet mir Frank. „Wir verloren sehr viele Mitglieder und der Verein stand kurz vor dem Aus, das war schon fast ein Todesurteil.“
Neuer Vorstand und wachsende Nachwuchsarbeit
Aber zum Glück bildeten engagierte Mitglieder und Eltern aus dem Vereinsumfeld im Februar 2024 einen neuen Vorstand. So überstand der Verein diese schwere Phase. Diese Änderung ist auch an den steigenden Mitgliederzahlen, besonders im Kinder- und Jugendbereich, spürbar.
Da Tobias Bergerfurths Tochter begeisterte Judoka ist, war es natürlich auch sein Wunsch, den Verein fortbestehen zu lassen. Also engagierte sich der Wulfener ehrenamtlich als Schatzmeister. „Das sportliche Portfolio umfasst heute neben Judo für Kinder, Jugendliche und Erwachsene auch Ju-Jutsu als ergänzendes Angebot für Erwachsene“, betont er und fährt fort: „Die Nachwuchsarbeit ist heute ein zentraler Schwerpunkt. Vor allem die jüngeren Mitglieder sammeln inzwischen wieder erste Wettkampferfahrungen auf Kreis- und Bezirksmeisterschaften.“
Werte auf und neben der Matte
Till und Johann lernen nicht nur Würfe und Haltegriffe, Technik und Disziplin. Sie erleben auch den rücksichtsvollen, fairen Umgang miteinander, sowie den Respekt untereinander, der schon bei der Begrüßung deutlich wird. Aber auch Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Wertschätzung, Mut und Freundschaft werden auf und neben der Matte vermittelt.
Und da die Sportler untereinander keinen festen Übungspartner haben, und sich daher alle aufeinander verlassen müssen, gehört auch noch Vertrauen zu den Werten, die hier gelebt werden.
Gemeinschaft und Vest Future
Das Vereinsleben beschränkt sich bewusst nicht nur auf den Sportbetrieb. Gemeinschaft und Zusammenhalt werden hier aktiv gefördert, ein besonderer Wert wird auf ein familienfreundliches Umfeld gelegt.
„Wir verkaufen beispielsweise Waffeln oder Bratwurst bei verschiedenen Veranstaltungen in Dorsten. Die Einnahmen sollen in die Vereinsausstattung fließen und gemeinsame Aktionen unterstützen, so wie unseren Ausflug“, macht Tobias ein wenig Werbung für das Projekt „Vest Future“.
Alle 75 Vereinsmitglieder würden sich daher freuen, wenn Sie Ihre Stimme für das Projekt „Ausflug Judo Verein“ auf der Webseite von „Vest Future“ abgeben, damit die Mitglieder einen erlebnisreichen Tag verbringen können.
Weitere Informationen gibt es unter www.judo-wulfen.de.
Aus der Lokallust Dorsten
Dieser Beitrag gehört zu den Lokallust-Inhalten auf Dorsten-Online.



