Luna Stender entwirft Schmuck und spendet Erlöse ans Dorstener Frauenhaus.

Dorsten. Isolation, erzwungene Nähe, Lockdown: Diese drei Zutaten führen aktuell dazu, dass die Dunkelziffer von häuslicher Gewalt in die Höhe schwallen. Darüber sind sich die meisten Experten einig. Viele Frauen suchen deshalb, zumeist mit ihren Kindern, Schutz in Frauenhäusern. Diese sind in aktuellen Zeiten ausgelasteter denn je. Luna Stender, eine junge Frau aus Schermbeck hat sich daher zum Ziel gesetzt, das Frauenhaus in Dorsten zu unterstützen.

Luna Stender. Das ist der Name einer 21-jährigen Hobby Schmuckdesignerin. Sie stellt Schmuck, Ohrringe aus Glasperlen und Armbänder her und spendet den Erlös an das Frauenhaus Dorsten. Zu Beginn habe sie erst bei Social Media gefragt, wohin sie Geld spenden könnte: „Tatsächlich habe ich erst bei Instagram und Facebook nachgefragt und dann in meiner WhatsApp-Story“.

Über Social Media auf das Frauenhaus gekommen

Über Vorschläge und Recherche sei sie dann auf das Frauenhaus Dorsten gekommen. Die junge Studentin fackelte nicht lange und rief im Laufe der letzten Woche dann die Spendenaktion ins Leben.
Seit Mitte Januar ist die Schermbeckerin mit der Herstellung ihrer Schmuckstücke beschäftigt. Angefangen hat Luna Stender mit wenigen Unikaten. 25 Armbänder und zehn Ohrringspärchen habe sie zu Beginn verschickt. Sowohl ihr Schmuck als auch die Aktion kam gut an.

Luna Stender hat bereits 500 Euro an Spendengeldern gesammelt

Im ersten Anlauf hat die 21-jährige nach nicht einmal 24 Stunden bereits 200 Euro an Spendengeldern zusammen. „Ich stelle schon länger Schmuck her, es ist ein Hobby von mir. Ich wurde in Nicola Rexforths Schmuckwerkstatt eingeladen und dadurch kam die restliche Inspiration“, verrät die junge Frau, welche Kunstgeschichte und Archäologie studiert. Mittlerweile sind 500 Euro an Spendengeldern zusammengekommen.

Die 21-jährige Luna Stender stellt Schmuck her und spendet ihre Einnahmen an das Frauenhaus Dorsten.
Foto: Privat

Den Schmuck stellt die eifrige Schermbeckerin kostenfrei gegen eine kleine Spende her. „Dabei gibt es kein Minimum, aber auch kein Maximum“, erwähnt Luna Stender darüber hinaus auch auf ihrer Facebook Seite. Auch in Zukunft möchte Luna Stender weiterhin Schmuck herstellen und diesen auch auf Bestellung versenden.

Kuscheltier für die Sorgen der Kinder

Die Spende sei völlig unerwartet und dann noch von einer Privatperson angekommen, freut sich Lina Kania, Sozialpädagogin im Frauenhaus Dorsten. „Das Geld können wir gut gebrauchen. Wir werden von dem Geld die sogenannten ‚Sorgenfresser‘ für unsere Kinder anschaffen“, fügt Kania hinzu.

Dabei handelt es sich um ein Kuscheltier mit einem Reißverschluss-Mund. Die Kinder können einfach ihre Sorgen und Ängste aufschreiben oder malen und in den Mund des Sorgenfressers legen. „Damit schaffen wir für unsere Kinder eine kuschelige Entlastungsmöglichkeit, denn sie alle haben nicht nur in den letzten Wochen, sondern auch in den letzten Jahren viel erlebt“.

35 Hilfeanfragen

Aktuell sind alle Plätze im Frauenhaus belegt. Insgesamt zwölf Personen, darunter sechs Kinder finden hier Schutz. Die Hilferufe in der Coronazeit seien schwankend gewesen, so Kania. Allerdings sei die Zahl, aktuell gebe es 35 Hilfeanfragen, seit Anfang des Jahres wieder gestiegen.

Wer so wie wir diese tolle Aktion der jungen Frau unterstützen möchte, kann sich entweder per Facebook oder Instagram an sie wenden:

Instagram: luunalisa
Facebook: Luna Lisa

An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, falls Sie Opfer von akuter Gewalt sind, können Sie sich Hilfe über das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ suchen. Das Hilfetelefon ist rund um die Uhr erreichbar unter 08000 116 016.

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