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Netzwerktreffen stärkt Gewaltschutz im Kreis Recklinghausen

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Der Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt bleibt ein zentrales Thema im Kreis Recklinghausen. Um bestehende Hilfsangebote weiter zu vernetzen und fachlich zu vertiefen, kamen am 24. Februar rund 40 Fachkräfte im Ratssaal in Castrop-Rauxel zum kreisweiten Netzwerktreffen gegen Gewalt an Frauen zusammen. Vertreten waren unter anderem Beratungsstellen, Frauenhäuser, Jugendämter, Polizei, Präventionsstellen sowie weitere soziale Einrichtungen aus dem Kreisgebiet.

Eingeladen hatte die Koordinierungsstelle Gewaltschutz für Frauen und Mädchen, die im Kreis Recklinghausen unter anderem für die Umsetzung der sogenannten Istanbul-Konvention zuständig ist. Ziel des regelmäßigen Austauschs ist es, Lücken im Hilfesystem zu erkennen und die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen weiter zu verbessern. Das Netzwerk tagt dreimal im Jahr an wechselnden Orten im Kreis.

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Sucht als Risikofaktor für häusliche Gewalt

Im Mittelpunkt des aktuellen Treffens stand ein Fachvortrag von Veronika Kendzia, Diplom-Sozialarbeiterin und Fachberaterin für Psycho-Traumatologie. Unter dem Titel „Substanzgebundene Sucht und Verhaltenssüchte als Risikofaktoren bei häuslicher Gewalt“ beleuchtete sie die komplexen Zusammenhänge zwischen Suchterkrankungen und gewaltätigem Verhalten im häuslichen Umfeld.

Deutlich wurde dabei, dass sowohl Alkohol- und Drogenkonsum als auch sogenannte Verhaltenssüchte – etwa Glücksspielsucht – das Risiko für eskalierende Konflikte und Gewalt erhöhen können. Gleichzeitig machte Kendzia deutlich, dass Suchterkrankungen differenziert betrachtet werden müssen. Nicht jede Suchterkrankung führe zwangsläufig zu Gewalt. Dennoch sei es wichtig, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und Hilfsangebote niedrigschwellig zugänglich zu machen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem sensiblen Umgang mit Betroffenen. Sucht dürfe nicht moralisch bewertet werden, sondern müsse als Erkrankung verstanden werden. Der Abbau von Vorurteilen und gesellschaftlichen Vorbehalt sei eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Betroffene Unterstützung annehmen können. Eine enge Verzahnung von Suchthilfe, Gewaltschutz und psychosozialer Beratung sei daher unerlässlich.

Unterstützung für Frauen mit Beeinträchtigung

Zum Abschluss des Treffens stellte Janet Orlando das „B-Fair“-Projekt des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Recklinghausen vor. Das Angebot richtet sich insbesondere an Frauen mit Beeinträchtigung und/oder Lernschwierigkeiten, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind.

Ziel des Projekts ist es, betroffene Frauen darin zu stärken, selbstbestimmt und möglichst unabhängig am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dafür werden barrierearme Zugänge zu Beratung und Unterstützung geschaffen. Informationen werden verständlich aufbereitet, individuelle Ressourcen gefördert und persönliche Handlungsfähigkeiten gestärkt. Gerade für Frauen mit Beeinträchtigung bestehen häufig zusätzliche Hürden beim Zugang zu Hilfesystemen – hier setzt das Projekt gezielt an.

Nächstes Treffen in Dorsten

Das Netzwerk gegen Gewalt an Frauen im Kreis Recklinghausen versteht sich als dauerhaftes Kooperationsforum, das Fachwissen bündelt und konkrete Maßnahmen vor Ort weiterentwickelt. Die nächste Sitzung findet am 17. Juni 2026 in Dorsten statt.

Interessierte Einrichtungen und Fachkräfte, die sich vernetzen oder über die Arbeit des Netzwerks informieren möchten, können sich an die Koordinierungsstelle Gewaltschutz wenden: [email protected]

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