StartGeschichteOldtimerfreunde Lembeck: Dinkelernte wie in der Wirtschaftswunderzeit

Oldtimerfreunde Lembeck: Dinkelernte wie in der Wirtschaftswunderzeit

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Die Oldtimerfreunde nutzten das gute Wetter für die Dinkelernte. Foto: Borgwardt

Einst war er das wichtigste Brotgetreide Mitteleuropas, aber auch heute noch wird der Dinkel hoch geschätzt. Die Oldtimerfreunde Lembeck zeigten nun, wie man ihn in den 50er Jahren geerntet hat.

Mit einem fröhlichen Blubbern tuckert der alte Traktor über das Feld am Lembecker Busbahnhof. Im Schlepp hat der landwirtschaftliche Veteran eine abenteuerliche Konstruktion, die breite Schneisen durch das Getreide frisst. „Das ist unser Mähbinder aus den 50er Jahren“, erklärt Georg Bögel, „sozusagen der Urahn des heutigen Mähdreschers.“ Bögel ist Pressesprecher der Oldtimerfreunde Lembeck und selber begeisterter Trecker-Fan. Zusammen mit seinen Vereinskollegen erhalten sie alte Landmaschinen und Anbautechniken lebendig.

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Vor der Ernte muss der Mähbinder richtig eingestellt werden. Foto: Borgwardt

Landwirtschaft wie vor 60 Jahren

Dazu gehört auch der Dinkelanbau nach altem Muster. Sie verzichten auf Pflanzenschutzmittel und setzen für alle Arbeitsschritte ihre liebevoll gepflegten Oldtimer ein. Das ist auch bei der diesjährigen Roggenernte so gelaufen, bei der dann aber leider das Wetter nicht mitgespielt hat. „Durch den Dauerregen konnte der geerntete Roggen nicht richtig trocknen, und ist daher leider größtenteils verdorben“, bedauert Georg Bögel.

Dinkel wird bei Böckenhoff zu Schnaps gebrannt

Beim Dinkel war in diesem Jahr auch keine Rekordernte zu erwarten, zumal diese Getreidesorte ohnehin nicht so ergiebig ist wie etwa moderne Weizenarten. „Aber das ist nicht schlimm“, beruhigt Georg Bögel, „wir machen das ja nicht, weil wir mit dem Verkauf reich werden möchten.“ Statt dessen wird die Ernte zur Kornbrennerei Böckenhoff gebracht, die den Oldtimerfreunden daraus einen leckeren Tropfen brennen wird.

Dinkel wurde vom ergiebigeren Weizen und Roggen als wichtigstes Brotgetreide verdrängt. Foto: Borgwardt

Bevor es aber so weit ist, müssen die Oldtimerfreunde Lembeck erst einmal ihr ganzes Fachwissen und eine gute Portion Muskelschmalz einsetzen. „Der Mähbinder muss richtig eingestellt werden, damit der Mähbalken nicht in den Acker schneidet oder die Haspel den Dinkel nicht richtig greifen kann“, erklärt Bögel.

Wenn alles eingestellt ist, funktioniert die Maschine wie ein Uhrwerk. Das drehende Holzgestell, die sogenannte Haspel, greift die Ähren und drückt sie in den Mähbalken. Dieser ist am unteren Rand des Mähbinders befestigt und schneidet die Halme sauber ab. Die Maschine ordnet die Ähren dann zu einer Garbe, umbindet diese mit einem Band und wirft sie säuberlich an der Seite heraus.

Damals war der Mähbinder modernste Technik

Was heute etwas altertümlich wirkt, war in den 50er Jahren modernste Technik und eine echte Erleichterung für die Landwirte. „Davor musste das Getreide mühsam mit der Sense geschnitten und von Hand gebunden werden“, erklärt Georg Bögel. „Da war das schon ein echter Fortschritt.“

Foto: Oldtimerfreunde Lembeck

Oldtimerfreunde Lembeck suchen immer neue Mitstreiter

Übrigens: Wer sich für Landwirtschaft, alte Technik oder auch nur eine nette Gemeinschaft interessiert, ist bei den Oldtimerfreunden Lembeck richtig aufgehoben. „Wir suchen immer neue Mitglieder“, wirbt Georg Bögel mit einem Schmunzeln. Mehr Informationen erhält man auf ihrer Homepage.

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