Landarbeit, wie sie damals war mit den Oldtimerfreunden Lembeck

Lembeck. „Wat macht denn der Junge da oben auf der Maschine?“, fragt ein Zuschauer. „Den brauchen wir als Gewicht“, antwortet Georg Bögel von den Oldtimerfreunden Lembeck.

Oldtimerfreunde Lembeck

Er und neun weitere Männer säen am vergangenen Samstag Roggen in die Erde. Sie befinden sich auf einem Feld neben der Bushaltestelle mitten in Lembeck. Das Land bemisst knapp 2000 Quadratmeter, rund ein Morgen.

Oldtimerfreunde Lembeck

Zunächst wird gepflügt, dann gewalzt. Im Anschluss grubbern die Oldtimerfreunde Lembeck die Erde auf. Heißt: sie ziehen den Boden glatt. Danach kommt der Krümmler an die Reihe, der den Boden noch einmal auflockert, damit die Sämaschine  in die Erde vordringen kann, um Roggen auszusäen.

Oldtimerfreunde Lembeck

Trockener Staub wirbelt auf, tanzt in der Sonne über das Feld, wird vom Wind weitergetragen und legt sich wieder. Ein Staketenzaun aus Kastanienholz ist aufgebaut worden. Wie in alten Bauerngärten üblich. Neben dem Feld säen die Oldtimerfreunde noch an einer Streuobstwiese einen Blühstreifen für Insekten aus. Sie treffen sich einmal im Monat, besuchen bis zu zwölf Veranstaltungen im Jahr.

Oldtimerfreunde Lembeck

Viele ihrer Traktoren sind 30 Jahre alt oder noch älter. Auf dem Land groß geworden haben viele durch ihre Eltern die Leidenschaft für die alten Maschinen entdeckt. So auch Joel Weidemann, der oben als Gewicht auf dem alten Gefährt sitzt, die Klappe öffnet und schaut, ob der Roggen auch gut verteilt wird.

Oldtimerfreunde Lembeck

Vater und Sohn teilen sich die Liebe zu alten Traktoren – und so wächst der Nachwuchs mit hinein. Die Erwachsenen haben beruflich oft nicht mehr viel mit Landwirtschaft zu tun: Von einer Schiffsingenieurin bis zum Banker sind bei den Oldtimerfreunden alle Berufssparten vertreten. Was alle eint: die Leidenschaft für alte Traktoren. Für Landarbeit, wie sie damals war.

QUELLEMarie-Therese Gewert
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Marie-Therese Gewert
Hallo, ich bin Marie. Schon während meines Studiums in Journalismus und Public Relations an der Westfälischen Hochschule schlug mein Herz für die Geschichten der Menschen. Noch heute filme, schreibe und fotografiere ich leidenschaftlich gerne. Mein Herz brennt für das Leben - und alles was mit Kultur, Reisen und der Welt zu tun hat. Als freie Mitarbeiterin war ich während meines Studiums stets für die WAZ Dorsten unterwegs - die Redaktion war mein zweites Zuhause. Als die Lokalredaktion dicht machte, zog es mich nach Kassel zum Volontariat bei der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen, kurz HNA. Zwei Jahre lang ging es von einem Ressort zum nächsten. Ich arbeitete an der Fernsehseite mit, lernte die Abläufe beim Radio kennen und schnupperte in die Ressorts Online, Wirtschaft und Politik hinein. Im Dezember 2017 wurde ich in einer Kommunikationsagentur in Düsseldorf tätig. Im Mai 2018 entschied ich mich für die Selbstständigkeit. Seither arbeite ich für verschiedene Auftraggeber, journalistisch und beratend. Privat bin ich gern mit meinem Hund auf Spurensuche, erhole mich in der Natur oder lese ein gutes Buch. Ich schreibe für dorsten-online.de, weil die Plattform von Menschen aus der Heimat für Menschen aus der Heimat gemacht wird. Und ich freue mich, Sie mit Beiträgen und Informationen aus der Region versorgen zu dürfen. Anregungen, Fragen und Hinweise nehme ich gerne entgegen. Marie-Therese Gewert

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