Nach „Paul“ und „Paula“ nun also „Roland“: Der Kreis Recklinghausen hat eine weitere mobile Messanlage in Dienst gestellt. Die wegen ihrer robusten Bauweise allgemein als „Panzerblitzen“ bekannten Radarfallen sollen an verschiedenen Stellen Geschwindigkeitsübertretungen dokumentieren.
Der Einsatz der mobilen Radarfallen geht bis ins Jahr 2020 zurück. Damals stellte der Kreis Recklinghausen für seinerzeit 80.000 Euro den erste „Panzerblitzer“ in Dienst. Die in der Fachsprache Messanhänger oder – etwas martialisch – „Enforcement Trailer“ genannten Geräte dienen als Alternative zu handbedienten Radarpistolen oder in PKW verbauten Blitzen. Ihr großer Vorteil: Sie können mit praktisch jedem Fahrzeug bewegt werden, das über die nötige Leistung und eine Anhängerkupplung verfügt. Einmal abgestellt, brauchen sie kein Aufsichtspersonal.
Stabile Außenhülle als Schutz vor Vandalen
Dass diese Lösungen bei einigen Zeitgenossen nicht besonders beliebt sind, stellte sich schnell heraus. Mit Sprühfarbe, Hiebwerkzeugen, Klebeband oder sogar brennbaren Flüssigkeiten rückten Vandalen den Messanlagen zu Leibe. Die daraufhin entwickelte robuste Außenhülle brachte den Messanhängern nicht nur ein Gewicht von über einer Tonne, sondern auch schnell den Spitznamen „Panzerblitzer“ ein.
Im Kreis Recklinghausen bemühte man sich schnell, dem allzu zackigen Begriff etwas Freundlicheres entgegen zu setzen. So gab man dem ersten „Panzerblitzer“ kurzerhand den Namen „Paul“, wohl darauf hoffend, dass diese Vermenschlichung auch ein wenig vor Vandalismus schützen könnte. Das klappte nur begrenzt. Immer wieder kam es zu Übergriffen auf das Messgerät, und schon 2023 wurde „Paul“ nach längeren Werkstattaufenthalten ausgemustert.

Gendergerechtes Blitzen
Für die Verkehrssicherung und auch die sprudelnden Einnahmen aus den Knöllchen, die im Kreis Recklinghausen zuverlässig siebenstellige Summen erreichen, schaffte die Verwaltung rasch ein Ersatzgerät an. Das bis auf einen Vorbau an der Deichselseite baugleiche Gerät taufte die Kreisverwaltung „Paula“ und ließ sich sogar dazu hinreißen, bei der geschlechts- wie leblosen Anlage gendergerecht von einer „Panzerblitzerin“ zu sprechen. Seit 2023 ist „Paula“ im Kreisgebiet im Einsatz.
Nun kommt also „Roland“ hinzu, der in seiner Rüstung nicht nur auf die bisherige Alliteration verzichtet, sondern auch mal eben doppelt so teuer in der Anschaffung ist. 160.000 Euro kostet die neue mobile Messanlage. Wie „Paula“ nimmt der neue Panzerblitzer mit zwei Kameras und Lasermessung beide Fahrtrichtungen ins Visier. Der erste Einsatz soll in der kommenden Woche in Datteln erfolgen.




























