Parkinson Youngsters drehen Imagefilm in Dorsten
Dorsten. Dass Menschen trotz Parkinson ein normales Leben führen können, zeigt ein Imagefilm, den der Bundesverband Parkinson Youngster an verschiedenen Orten in Dorsten jetzt dreht.
„Der Grund, warum wir das machen, ist das Outing“, erklärt Nadine Mattes, Vorsitzende des Verbandes. Sie selbst erkrankte schon mit 35 Jahren an Parkinson. Heute stellt sie immer wieder fest, dass viele Betroffene über ihre Krankheit Stillschweigen bewahren.
Parkinson – ein Tabu-Thema
„Sie erzählen niemanden von ihrer Krankheit. Sie fürchten um ihren Job oder ihr Ansehen in der Gesellschaft“, meint Mattes weiter. Der Bundesverband Parkinson Youngster arbeitet vehement daran, das Thema in die Öffentlichkeit zu rücken.
In der Selbsthilfegruppe sind sich mittlerweile alle einig: „Leider ist Parkinson noch immer ein Tabu-Thema. Wir wollen Mut machen und Betroffenen sagen: Ihr könnt an die Öffentlichkeit gehen und euch outen“.
Ein Film, der Mut machen soll
Der Imagefilm ist somit vor allem ein Film, der anderen Mut machen soll. Betroffene führen trotz Erkrankung ein halbwegs normales Leben. Gedreht wird an verschiedenen Locations: Der Zeche Fürst Leopold, der Johanneskirche am Südwall, dem Kino Dorsten sowie Edeka Honsel. Sogar im OP-Saal im Klinikverbund KKRN (Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord) durfte das Team drehen. Unter strengsten Hygienevorschriften filmte das Team dort die ersten Szenen.

Foto: André Elschenbroich
Die Handlung des Films: Ein Arzt, gespielt von Christian Demuth vom Bundesverband Parkinson Youngster spürt während einer OP eines Patinenten, wie seine Hand mit dem Skalpell anfängt, zu zittern. Später bekommt er die Diagnose vom Chefarzt Dr. med. Marco Michels vom KKRN: Parkinson! Ein Schock für den gespielten Chirurgen Christian Demuth. Marco Michels dagegen ist im Krankenhaus wirklich der Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Geriatrie – und hat auch sofort mitgemacht.
Ein Leben auch mit Parkinson
Schauspieler wurden nicht gesucht. Alle Beteiligten wirken hier freiwillig mit, schenken dem ernsten Thema mehr Aufmerksamkeit. Im Film wird deutlich, dass der Hauptdarsteller Christian Demuth sein Leben geregelt bekommt und auch eine gesunde Beziehung führen kann. So heiratet er am Ende des Films Darstellerin Melanie Scheiter.

Foto: Privat
Wie wenig das Thema bekannt ist, erlebte Nadine Mattes erst kürzlich am eigenen Körper. Sie suchte die Notambulanz auf, brauchte ihre Medizin. Sie fühlte sich schlecht. Ein Arzt in Rente nahm sie nicht ernst: „Sie haben kein Parkinson. Sie sind zu jung.“ Dieser Irrglaube des Arztes und die dadurch fehlende Medikation schickte sie ins „Off“ – und damit in die Notaufnahme.
„Das bedeutet, der Körper ist total steif. Der Kopf ist da, nur der Körper ist unbeweglich“. Das zeigte Mattes erneut, wie wichtig es ist, mit dem Image aufzuräumen, Parkinson sei eine „Alte-Leute-Krankheit“.
Viel Verständnis und Hilfe in Dorsten
Auch das Rostfleckhaus mit Inhaberin Christiane Pier zeigte sich sofort hilfsbereit und offen für das Projekt des Imagefilms. So spendete Christiane Pier die Kleider für die Hochzeit der Darsteller.
Bastian Dittrich der Firma Blackdoor-Film setzte das ganze in Szene. „Und bitte“ lautet seine Anweisung beim Drehen und signalisiert den Darstellern ihren Einsatz.
Beim Dreh wird Eines deutlich: Leidenschaft und Herzblut kommen von allen Beteiligten zusammen. Das Ergebnis sehen wir übrigens Ende des Monats. Beim Bundesverband Parkinson Youngster, dem KKRN und hier, bei dorsten-online.de.




























