Die Pfarrei St. Matthäus hat gleich drei Gründe zum Feiern und lädt daher unter dem Motto „Gemeinsam Kirche er-leben“ am 3. September zu einem Fest ein.
Der Tag startet um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der St.-Matthäus-Kirche, zu dem auch Bischof Dr. Felix Genn laut Bistum Münster sein Kommen zugesagt hat. Anschließend findet auf dem Kirchplatz ein Fest der Begegnung statt.
850 Jahre kirchliches Leben in Wulfen
„Die Pfarrei feiert 850 Jahre kirchliches Leben in Wulfen. Erstmalig wurde 1173 eine steinerne Kirche und der Ort Wulfen erwähnt“, so Pfarrer Martin Peters. Vor 50 Jahren wurde das 800-jährige Jubiläum gefeiert. In diesem Jahr werden auch das 80-jährige Kirchweihfest der Herz-Jesu-Kirche in Deuten und die 50-jährige Kirchweihe der St.-Barbara-Kirche in Barkenberg gefeiert.
Fusion
„2014 fusionierten die drei Gemeinden zur Pfarrei“, sagt Peters, der seit einem Jahrzehnt Pfarreileiter ist. „Es war eine bewusste Entscheidung, alle drei Anlässe gemeinsam zu feiern. Vertreter aus jedem Kirchort gestalten den Gottesdienst mit.“ Trotz unterschiedlicher Geschichte der Ortsteile, wird in den Gremien gut zusammengearbeitet.
Peters betont die Notwendigkeit, den Glauben und die Gemeinschaft in der heutigen Zeit zu stärken. Projekte wie ein regelmäßiger Mittagstisch und Tanztee oder besondere Gottesdienste fördern die Gemeinschaft. Das Ehrenamtsfest war ebenso erfolgreich. „Viele Menschen in der Pfarrei sind engagiert“, sagt Peters. Es gibt einen fruchtbaren Austausch über die Pfarreigrenzen hinaus, alles im Sinne des Jubiläumsmottos „Gemeinsam Kirche er-leben“.

Jubiläumsdatum bezieht sich auf den Dienstmann Albert
Im Hochmittelalter war Wulfen Sitz der Dienstmannen der Herren von Lembeck. Erste Erwähnung findet im Jahr 1173 ein Albert von Wulfhem, was man schon 1973 zum Anlass für eine Jubiläumsfeier „800 Jahre Wulfen“ nahm. Darauf nimmt auch das jetzige Jubiläumsdatum 50 Jahre später Bezug. Es ist aber anzunehmen, dass die Siedlung noch älter ist. Eine Kirche ist in Wulfen spätestens im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Vermutlich handelte es sich um eine eher kleine Kirche, vielleicht noch im zu dieser Zeit schon altmodischen romanischen Stil. Deutlich umgebaut und erweitert wurde die Kirche dann gegen Ende des Mittelalters im 15. Jahrhundert. Um den nötigen Platz zu schaffen, kauften die Kirchenbaumeister um 1419 einen angrenzenden Hof auf.
Großer Neubau im Barock
Die nächste große Umgestaltung erfolgte dann zur Barockzeit in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Sakristei und Vorhalle wurden neu gebaut, und der Turm deutlich erhöht und mit einer neuen Spitze versehen. Allerdings lassen sich bauliche Mängel nicht lange verbergen. Risse im Gewölbe zwingen 1822 zum Abriss und Neubau des Kirchenschiffes. Die Bauarbeiten werden von Handwerkern aus Tirol in drei Jahren vollendet, wobei sie für die Mauern Bruchsteine aus der Hohen Mark benutzen.
Im Sommer 1853 verwüstet dann ein Brand die Dorfmitte. Das Feuer ist so heiß, dass die Glocken im Kirchturm schmelzen. Der Brand beschädigt auch den Turm in seiner Struktur so stark, dass das Bauwerk abgerissen wird. Beim Wiederaufbau nutzt man die Gelegenheit und verlegt den Turm um einige Meter. So kann das Kirchenschiff nochmals erweitert werden, und der Turm in seiner heute noch bestehenden Form entsteht. Bis zur Bombardierung steht der Turm mittig vor dem Kirchenschiff. Erst beim Neubau entsteht die heute so typische Anordnung mit dem seitlich versetzten Turm.




























