Helm auf, Quad an und los geht’s. Gekonnt fahren Leon und Henry mit ihren batteriebetriebenen Mini-Quads auf dem Hof ihres Vaters umher. „Jetzt möchte fast jedes Kind mit meinen Söhnen tauschen“, ist Andre Tepe überzeugt. Er kann das beurteilen, denn er ist der Ansprechpartner für die Quadkinder Ruhrgebiet e. V.

Eine Fahrt mit dem Quad wünscht sich jedes Kind

„Zu den oft geäußerten Kinderwünschen auf verschiedenen Events gehören auf alle Fälle Fahrten mit den Quads“, fährt er fort. Bis zu einer Stunde stehen dort Jungen und Mädchen an, um fahren zu dürfen. Auf der abgesperrten, aufblasbaren, zwölf mal acht Meter großen Quadbahn können bereits Dreijährige ihre Runden drehen. „Allerdings tempogedrosselt“, betont der Feldmärker. „Mehr als sieben Kilometer pro Stunde lassen wir nicht zu. Dabei können die Mini-Quads 15 und sogar 40 Kilometer pro Stunde schnell sein.“

Fahrten auf den großen Quads bleiben den Kindern in bester Erinnerung 
Foto: privat

Diese Geschwindigkeit könnte den kleinen Fahrer schon mal aus der Kurve tragen. Aber das ist bisher noch nichts passiert. „Doch, ich bin schon mal vom Quad gefallen, aber ich habe mir nicht wehgetan“, berichtet mit ernster Miene Henry, der fünfjährige Sohn Andre Tepes.

Leidenschaft und hoher persönlicher Einsatz

Das soziale Engagement seines Vaters begann mit dem Quad, das er für sich selbst kaufte. Auf der Onlinesuche nach Gleichgesinnten stieß er auf die Interessenvereinigung Quadkinder. Nachdem er in Ochtrup zum ersten Mal auf deren Event mitfuhr, war ihm sofort klar: „Hier mache ich mit.“ Bereits ein Jahr später war Andre Tepe der Ansprechpartner für die Interessengemeinschaft, 2018 gründete er den Verein Quadkinder Ruhrgebiet e. V. Seitdem organisieren er und seine Frau Nicky örtliche Events und unterstützen den Verein mit viel Leidenschaft und hohem persönlichen Einsatz.

„Wir sammeln auf unseren Fahrten Spenden für soziale Kinderprojekte in NRW. Allerdings können wir nur als Verein Spendenquittungen ausstellen. Zudem sind wir damit auch ganz anders ver- und abgesichert. Daher lag es nahe, den Verein zu gründen“, erklärt der dreifache Familienvater.

Erfolgreiche Spendenfahrten

Das erste Quad-Event in Dorsten fand 2016 im Rahmen des Herbstfestes statt. Weitere Spendenfahrten folgten. Im Juni 2019 wurde dann endlich die Quadbahn auf einer Veranstaltung der Dorstener Reapers eingeweiht. Auf dieser Bahn dürfen Kinder ab vier Jahren alleine und kostenlos ihre Runden drehen.

„Safety First“, so lautet das Motto der Mitglieder, daher ist ein Schutzhelm dabei natürlich Pflicht.
Das Abenteuer „Quad“ ist bei den Events jedoch nicht nur auf das abgegrenzte Gelände beschränkt. Alle anwesenden Vereinsmitglieder aus NRW fahren gemeinsam mit den Kids in einer Kolonne. „Das werden die Kinder so schnell nicht vergessen“, ist sich Leon sicher. „Wenn dir der Wind um die Nase weht, dann ist das schon etwas Herrliches.“

Andre Tepe auf dem geländegängigen Quad
 Foto: Christian Sklenak 

Quadkinder Ruhrgebiet e.V. erfüllt Herzenswünsche

Dieses Gefühl erlebten bisher zusätzlich zu den Fahrten auf den Veranstaltungen weitere zwanzig kranke Kinder, deren Herzenswünsche damit erfüllt wurden. Ausschließlich für sie fanden die jeweiligen Fahrten statt und zauberten ihnen ein großes Lächeln ins Gesicht.

„Es macht mir immer wieder riesigen Spaß zu sehen, welche Freude wir den Kindern bereiten. Für eigene Fahrten habe ich im Moment jedoch leider keine Zeit, da geht meine Familie vor“, so Andre Tepe. Aber sein Sohn Leon steht bereits in den Startlöchern. Noch dreht der 17-Jährige seine Runden auf abgesperrtem Gelände und kann es kaum erwarten, bis er den Führerschein in den Händen halten kann. Sobald er aber auf der Straße fahren darf, wird auch er in den Verein eintreten und mithelfen, Kinderwünsche zu erfüllen.

Dazu zählen unter anderem auch Kindergeburtstage, die der Verein in Dorsten ausrichtet. Zwei Stunden lang dürfen das Geburtstagskind und seine Gäste auf abgesperrtem Parcours nach Herzenslust fahren. So einen Kindergeburtstag wünscht sich sicherlich jedes Kind, zumal ihre gefahrenen Runden auf Urkunden und Medaillen für die Ewigkeit festgehalten werden.

Ein großer Dank geht an die Sponsoren des Quadkinder Ruhrgebiet e.V.

Das Engagement der Quadfahrer ist auch dem WDR nicht verborgen geblieben. Im April 2017 überreichte er den Quadkindern NRW den Ehrenamtspreis „Ehrwin des Monats“. „Sämtliche Spenden und Einnahmen gehen an die sozialen Projekte. Aber ohne die Spendenbereitschaft heimischer Unternehmen hätten wir die sozialen Projekte nicht realisieren können“, betont der engagierte Ehrenamtler. „Wir freuen uns daher sehr darüber, dass uns die Vereinte Volksbank Dorsten die beiden Kinder-Quads und „Dorsten dankt dir“ die Quadbahn gesponsert haben.

Auf dieser Bahn können Kids ihre Runden mit dem Quad fahren 
Foto: privat 

Auch den Kauf der Hüpfburg einschließlich Anhänger ermöglichten uns zahlreiche weitere Sponsoren“, fährt er fort. „Wir würden gerne im August, spätestens im September ein eigenes Kinderfest in Dorsten auf die Beine stellen, wenn Corona es zulässt. Dort möchten wir unsere Hüpfburg einweihen und unsere vier Kinder-Quads der Öffentlichkeit vorstellen.“ Strahlende Kinderaugen wären ihnen auf alle Fälle dabei wieder gewiss.

Wer das innovative Projekt unterstützten und Kinder damit glücklich machen möchte, kann dies gerne als Sachspende in Form von Helmen, Schutzkleidung oder kleinen Geschenken als „Give-aways“ tun. Auch Tankgutscheine für die Spendenfahrten wären eine große Unterstützung, da diese Kosten komplett von den jeweiligen Mitgliedern selbst getragen werden.

https://www.quadkinder-ruhrgebiet.de

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